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Schlacke oder nicht
triassammler:
Hallo Maria,
also wenn Du versuchst, mit Bitumen zu düngen, möchte ich lieber nichts selbst angebautes aus Deinem Garten essen ;)
Aber im Ernst: Das ist so eindeutig Bitumen (gerade wegen der Schmelzperle), da gibt es nichts dran zu deuten.
"Roterde" ist nur eine bodenkundliche Bezeichnung und bezeichnet meist Böden der trocken-tropischen Zonen, die durch Oxidation des enthaltenen Eisens ihre rote Farbe erhalten. Genauso kann aber zu Lehm verwitterter roter Tonstein (sehr häufig vorkommend im Buntsandstein) zur Bildung roter Böden (= Erde) führen. Das hat dann aber nichts mit Roterden im strikten Sinn zu tun. Weiters ist verwitterter Tonstein noch keine "Erde", sondern zuerst einmal verwitterter Ton. Erst durch Prozesse der Bodenbildung (die wiederum genau definiert sind und unter anderem durch den Einfluss von Organismen geprägt sind) wird daraus "Erde". Hier ist es einfach wichtig, die Begrifflichkeiten und ihre Definition genau zu kennen, sonst verläuft man sich völlig im Wald der Fachbegriffe.
Grüße,
Triassammler
Druide:
Hallo Triassammler,
ohhhh ja ein Irrwald der Fachbegriffe. Mir sausen manchmal die Ohren und googel mich ohnmächtig:-)
Und es gibt tolle Seiten die Geologie näher bringen.
Die letzten Beiträge haben mir noch bewußter gemacht
ich bewege mich in einer Welt die sehr kompliziert ist.
Was ich habe sind meine Sinne, die bei jedem Spaziergang ein neues Fenster öffnen.
Danke Maria
caliastos:
hauptsinn: sehen. fängt bei "F" wie fachbuch an und endet bei "S" wie stein
erst danach kommen riechen, tasten, schmecken und hören (ja, alles wunderbar bei gesteinen denkbar). ;D
ne, aber spaß mal bei seite.
wenn man zuerst wo hinkommt erst mal nur schauen und nicht deuten. deuten erst viel später + vorangehender überlegung. gut macht sich immer auch ein fachbuch über das regionale geschehen. und am besten vor allem noch ein wenig fachvokabellektüre. dann bringt man nicht zu viel durcheinander so daß andere nicht mehr wissen was gemeint ist ;)
Druide:
Hallo,
ich war auf der Mineralienbörse in Miltenberg.
Ich hatte die "Schlacke" dabei. Dort wurde mir gesagt das es sich bei dem Stein, erstes Bild:
lehmberg_tonstein_holz.jpg
um Mangan handelt.
Gruß Maria
triassammler:
Hallo Maria!
Das kann durchaus sein! Mangan ist neben Eisen ein sehr häufiger Bestandteil von Gesteinen und den Böden, die sich daraus gebildet haben. Wie Eisen bzw. dessen Oxide und Hydroxide wird es unter sauerstoffarmen Bedingungen im Grundwasser gelöst und an geeigneten Stellen in höherer Konzentration wieder ausgefällt. Geeignete Stellen sind dabei alle Punkte, an denen Sauerstoff ins Grundwasser gelangt (z. B. an Quellaustritten, Gesteinsklüften) oder der pH-Wert der Lösung verändert wird (z. B. durch Pflanzenwurzeln und ihre Ausscheidungen, oder durch verrottendes organisches Material). Mangan kann dann poröse Aggregationen bilden.
In größeren Mengen entstehen Manganablagerungen im Redox-Bereich von Böden, das kann oft der Bereich sein, wo das verwitterte Gestein (bodenkundlich: C-Horizont) in den eigentlichen Boden (B-Horizont) übergeht. Dieser Bereich ist mal von Vernässung (Reduktion -> Mobilisierung von Mangan und Eisen) und mal von Austrocknung (Oxidation -> Ausfällung von Mangan und Eisen) betroffen. Die Manganaggregierungen umschließen dann auch verwitterte Gesteinsfragmente, so ist vermutlich der Einschluss in dem abgebildeten Stück dort hineingekommen.
Zum Alter: Solche Prozesse laufen natürlich ständig in Böden und oberflächennahen Gesteinskörpern ab; Mangan- und Eisenanreicherungen lassen sich auch in Böden und darunterliegenden Gesteinskörpern beobachten, die erst in historischer Zeit durch Änderung der Nutzungsart in eine Form überführt wurden, die solche Anreicherungen zulassen. Es geht also eher um Jahre und Jahrzehnte als um Jahrmillionen...
Gruß,
Triassammler
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