Hallo Druide,
geologisch bezeichnet man als "Caliche" Böden, die durch Evaporationsvorgänge mineralisch zementiert wurden. Sprich, es gibt Grundwasser (ggf. auch nur saisonal), und es ist warm. Das Grundwasser steigt kapillar zur Oberfläche auf, verdunstet dort und lässt die mitgeführten gelösten mineralischen Bestandteile zurück. In der Regel ist dies Kalk, je nach Region auch Salz, Gips, Salpeter... Ausschlaggebend ist, dass die Mineralabscheidungsrate durch Evaporation größer ist als die Auflösungsrate bei Niederschlägen (d. h. die Niederschlagsperiode muss kürzer sein als die Trockenperiode). Die Mineralausfällung führt im Allgemeinen zu einer Verkittung der Bodenpartikel und -komponenten. Es entsteht eine sehr harte, zementartige Schicht, die ggf. mehrere Meter mächtig sein kann. Ehemals wasserlösliche Stoffe können bei der Ausfällung auch neue, nicht mehr oder nur schwer lösliche Verbindungen eingehen, so dass die Caliche sich selbst vor Auflösung schützt. Das Wachstum von Pflanzenwurzeln wird gehemmt oder sogar ganz unterbunden, und die Konzentration von Salzen kann pflanzenschädigende bzw. -tötende Werte erreichen.
So persönlich u. a. in der Betischen Kordillere beobachtet, wo Rodung und Überweidung die Wasserspeicherfunktion der Böden ruiniert hat und ungehemmtes Calichewachstum die Landschaft in eine unbenutzbare Kümmersteppe verwandelt...
Fossil gibt es ebenfalls Caliche-Böden, auch in der Trias und somit auch im Buntsandstein. Diese sind aber meist weniger bunt als einheitlich grau-weißlich, da sie überwiegend aus evaporiertem Kalk bestehen. Typisch ist darüber hinaus, dass man die ehemaligen Polyeder des Bodens (das, was man an der Oberfläche normalerweise als von Schrumpfungsrissen voneinander getrennte Brocken oder Platten erkennt) andeutungsweise als mehr oder weniger eckige Brocken andersartiger Färbung noch in der fossilen Caliche erkennen kann. Eine fossile Caliche ähnelt damit optisch stark einem Konglomerat oder einer Brekzie.
Wichtig bei dem ganzen ist: Bei Caliche handelt sich um eine Bodenbildung. Ursprüngliche Gefügemerkmale des Gesteins, aus dem sich der Boden entwickelt hat, sind nicht mehr vorhanden. So lässt sich auch ein fossiler Boden nicht als "Tonstein" o. ä. ansprechen und sieht auch nicht wie ein solcher aus.
Nun zur Sache: Das von Dir Abgebildete ist keine Caliche. Ich schließe mich Erik an, dass es sich um einen Aufarbeitungshorizont handelt. D. h. bereits abgelagerte und (teil)verfestigte Gesteinsschichten wurden durch Meeresüberflutung bzw. sich ausbreitende Flusssysteme erodiert, die Trümmer teilweise rundgeschliffen und in einer Matrix aus feinerem Material wieder abgelagert.
"kalkig-phosphoritische Steinkerne" bezieht sich auf Fossilerhaltung. Ein Steinkern ist immer der Ausguss eines Hohlraums, der durch die Auflösung eines toten Organismus' zurückgelassen wurde. Es gibt mehrere Mechanismen, wie ein Steinkern entstehen kann, hierzu weiß ein geologisches Wörterbuch mehr zu berichten. Eine dieser Möglichkeiten ist eben, dass der Steinkern ganz oder teilweise phosphoritisiert werden kann bzw. von Anfang an als Phosphorit in dem Hohlraum entsteht.
Natürlich entstandene Ausgüsse anorganisch entstandener Hohlräume im Sediment (z. B. durch Auflösung von Kristallen) nennt man übrigens paläontologisch "Marken", mineralogisch "Pseudomorphosen".
Gruß,
Triassammler