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Autor Thema: Sternbergit oder Argentopyrit  (Gelesen 5605 mal)

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Offline uwe

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Sternbergit oder Argentopyrit
« am: 13 Nov 08, 16:31 »
Meines Wissens nach kommt Argentopyrit in läng gestreiften Säulchen vor, während Sternbergit eher in hexagonalen Täfelchen vorkommt. Die Härte ist eigentlich ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Diese Probe scheidet aber in meinem Fall auf Grund der sehr geringen Größe der Objekte aus.

Ich hätte deshalb gern mal Eure Meinung zu dem Mineral auf den beiden beigefügten Bildern gehört, welches Teilweise auf Proustit aufgewachsen ist. Teilweise sind Täfelchen zu erkennen. Die Anlauffarbe ist blau metallisch mit hohem Glanz. Fundort ist die Halde 139 (Abraham).

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 12 Mar 16, 21:13 von oliverOliver »

Offline stollentroll

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #1 am: 13 Nov 08, 17:12 »
Es sieht schon nach Argentopyrit aus. Ich habe mal ein recht ähnliches aussehendes Stück von der Fundstelle geröntgt, und es war Argentopyrit. Und er hatte keine Streifung auf den Flächen. Die Flächenstreifung ist also kein Erkennungsmerkmal.

Glück Auf,
Thomas

Offline minuwe

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #2 am: 13 Nov 08, 18:00 »
Miargyrit?

Gruß
Uwe

Offline stollentroll

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #3 am: 13 Nov 08, 18:34 »
Nein, nicht in solchen sechsseitigen Säulen. Ich bleibe bei wahrscheinlich Argentopyrit.

Glück Auf

Offline uwe

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #4 am: 14 Nov 08, 10:58 »
Ich schätze eigentlich das Urteil von Thomas immer sehr, aber meist zerplatzt danach immer eine Hoffnung  ;).

Argentopyrit kommt auf der besagten Halde tatsächlich sehr häufig vor, obwohl es in mancher Literatur seltener als Sternbergit angesehen wird. Bei den meisten Funden war daher auch mein Urteil Argentopyrit. Im vorliegenden Fall hatte ich (und ich habe diese auch immer noch) Zweifel ob es sich hier um Argentopyrit handelt. Zuerst sah ich ein kleines Aggregat an der Außenseite des Stückes, welches ich versucht habe auf Bild Abraham 3 darzustellen. Zuerst dachte ich an Hämatitschuppen - so sahen die Plättchen unter der Lupe, bei schlechtem Licht auf der Halde, aus. Allerdings wären die darauf aufgewachsenen (oder davon umhüllten ?) Proustitkristalle - ich nehme jedenfalls an es sind welche, eine sehr ungewöhnliche Paragenese. Vollstädt schreibt, daß Sternbergit flachtaflige Kristalle bildet, während Argentopyrit gedrungene Säulen bildet. Da war möglicherweise der sehr schöne, aber auch sehr, sehr kleine Kristall auf Bild Abraham 1 kein gutes Beispiel. Immerhin viele der kleinen Kristallaggregate sind us Plättchen zusammengesetzt.

Kommen Argentopyrit und Sternbergit auch nebeneinander vor ?

Noch eine Frage an Thomas: Beide fraglichen Minerale haben die gleiche Zusammensetzung und die gleiche Kristallklasse. Wie unterscheiden sich diese eigentlich bei der Analyse bzw. beim Röntgen ?

Gruß und Glück Auf
Uwe

Offline stollentroll

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #5 am: 14 Nov 08, 12:46 »
Auf dem dritten Bild sieht es ganz anders als auf den ersten beiden aus. Dünne schwarze sechsseitige Täfelchen vom Abraham habe ich auch mal geröntgt, das hat sich als Acanthit erwiesen. Vielleicht war es eine Pseudomorphose. Ob das auf dem Foto auch soetwas ist, lässt sich natürlich so nicht sagen.

Sternbergit scheint sehr selten zu sein, viel seltener als Argentopyrit. Alle "Sternbergite" die ich analysiert habe, waren dann etwas anderes (Argentopyrit, Polybasit, Stephanit, Pyrit, Acanthit ...). Ich habe bisher keinen einzigen analysierten Sternbergit gesehen.

Glück Auf
 

Offline geomueller

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #6 am: 15 Nov 08, 12:37 »
Hallo,
hier mal ein Sternbergit vom Abraham. Habe es leider noch nicht geschafft ein besseres Bild von den winzigen xx hinzubekommen, hoffe man erkennt was.

Gruß Jürgen

Offline minuwe

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #7 am: 15 Nov 08, 14:40 »
Uwe, hast du schon mal zum Test ein Leitungssuchgerät rangehalten, die großen Detektoren sind ev. zu unempfindlich. Wenn kein anderes bekanntes Mineral, welches auch angezeigt wird, auf der Stufe ist, kann man über die Leitfähigkeit etwas eingrenzen.

Akantit oder Hämatit werden z. Bsp. nicht angezeigt.

Gruß
Uwe

Offline thdun5

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #8 am: 16 Nov 08, 11:41 »
Sternbergit würde ich eher nicht sagen. Auf meinem Stück vom Schacht 139 ist dieser in hexagonalen Täfelchen ausgebildet und sieht gold-gelb glänzend aus. Ungefähr so: http://www.mindat.org/photo-35528.html.
Argentopyrit und Sternbergit könnten aber duchaus zusammen vorkommen, wie auf einem Stück von Pöhla es zeigt. Von dort ist der Argentopyrit zwar typisch längsgestreift, aber wie schon gesagt kann er auch ohne diese Streifung auftreten.

Hat einer auch schon mal an Freieslebenit gedacht? Ist zwar eher unwahrscheinlich, aber möglich währe es schon: http://www.mindat.org/photo-145641.html.

Vom Erscheinungsbild auf Bild 1 würde ich zu Pyrargyrit tendieren, da er sehr oft zusammen mit Proustit vorkommt.

Offline thdun5

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #9 am: 17 Nov 08, 16:42 »
hier noch ein Nachtrag:

ich habe einmal in Fundstellenbüchern nachgeschaut und für den Abraham-Schacht noch folgende Entdeckung gemacht:
Stephanit in hexagonalen Tafeln:

Offline uwe

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Re: Sternbergit oder Argentopyrit
« Antwort #10 am: 17 Nov 08, 19:22 »
Erst mal vielen Dank für Eure Hinweise.

Die von Stollentroll beschriebenen hexagonalen Täfelchen habe ich auch gefunden und stimme Akathit voll zu. Glanz und Anlauffarbe dieser Täfelchen sowie einiger anderer Kristalle stimmen mit den auf Pöhlaer Silber/Arsenstufen in kurzer Zeit gewachsenen Akathiten überein.

Ich bin nach langer Betrachtung unterm Bino jedoch der Meinung, daß beide Silberkiese auf meinen Stücken sind, da deutlich verschiedene Erscheinungen nebeneinander im Zehntelmillimeterbereich vorkommen. Das läßt sich allerdings mit meiner Fotoausrüstung nicht darstellen. Ich werde also bei der Katalogisierung wohl mit Fragezeichen hinter den Mineralnamen arbeiten.

Stephanit ist es meiner Meinung nach nicht.

Gruß
Uwe

 

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