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Autor Thema: Olivin aus der Wetterau?  (Gelesen 4072 mal)

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Offline Stephkling

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Olivin aus der Wetterau?
« am: 09 Nov 08, 23:17 »
Hallo
War letzte Woche zum Holzmachen in unserer alten Heimat der Wetterau.
Auf dem mit Basalt geschotterten Sitzplatz fand ich (vermutlich) Olivin?
Die Frage auch nach dem möglichen Steinbruch. Ich hatte erst an den Basaltsteinbruch Nickel
in Oberwiddersheim gedacht. Dort ist allerdings im Lexikon kein Olivin angegeben.
Kennt sich jemand dort aus?
Grüße
Stephan

Offline Stephkling

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #1 am: 09 Nov 08, 23:19 »
noch ein zweiter Stein.
leider sind die Farben etwas gelbstichig
Stephan

Offline Goldi85

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #2 am: 09 Nov 08, 23:23 »
Hallo,

im Steinbruch Nickel war der Basalt überall sehr frei von Einschlüssen, als ich da war. Als Gefügebestandteil gibts den dort natürlich schon, aber aufgelistet sind nur die Mineralien, die irgendwie auffällig oder sammelnswert  vorkommen. Für Olivin bekannter ist eher der Bruch in Gonterskirchen. Die können aber im Prinzip von überall stammen, ich habe vor kurzem erst in Langsdorf einen Lesesteinhaufen gesehen, der nur aus Basalt mit Olivin-Einschlüssen bestand.


Gruß  Daniel
« Letzte Änderung: 09 Nov 08, 23:26 von Goldi85 »

Offline Stephkling

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #3 am: 09 Nov 08, 23:41 »
Hallo Daniel
erst mal Danke für Deine Antwort!
Ich habe noch einmal nach den Steinbrüchen der Gegend um Büdingen gesucht.
Meine Vermutung geht nach Ortenberg Gaulsberg.
Interessant finde ich auf dem zweiten Bild die intensivere Grünfärbung einzelner Kristalle.
Ist dies auch Olivin?
Gruß
Stephan

Offline Tobi

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #4 am: 10 Nov 08, 00:01 »
Ja, das ist definitiv Olivin, Verwechslung zu 100 % ausgeschlossen 8)

Offline spotts

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #5 am: 10 Nov 08, 10:53 »
Die intensiv grünen können auch Chrom-Spinell sein. In den Dreiser-Weiher Auswürflingen kommen die in dieser Farbe vor.

Gruss
Spotts

Offline raritätenjäger

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #6 am: 10 Nov 08, 11:12 »
Hi,

Chromspinelle (Picotit) sind schwarz, was du meinst ist sicher Chromdiopsid ;)

Gruß
Andreas

Offline Tobi

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #7 am: 10 Nov 08, 12:03 »
Ich würde trotzdem sagen, dass diese Kristalle alle Olivin sind, solche Farbnuancen sind nämlich typisch für diese Olivin-Aggregate, und zwar bei vielen Fundorten. Das muss nicht zwingend ein anderes Mineral sein ...

Offline skibbo

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #8 am: 10 Nov 08, 14:22 »
Hallo alle,

ultramafische Mantelxenolithe wie z.B. der hier abgebildetete Peridotit enthalten nicht immer nur Olivin (das gibt es auch, nennt sich dann Dunit). Auf dem zweiten Bild sieht man zwischen den hellgrünen Olivinen auch kräftiger grüne XX. Das sind Klinopyroxene. Spinell oder Magnetit kann in solchen Peridotiten genauso vorkommen wie z.B. Granat, Orthopyroxene oder Amphibol.
Was den Fundort angeht, wird das mit ziemlicher Sicherheit aus dem Vogelsberg sein. Ich würde, wie Goldi, auf Gonterskirchen tippen. Den Gaulsberg in Ortenberg habe ich selbst lange und intensiv besammelt und würde ihn als Fundort ausschließen. In dem Basalt dort treten zwar vereinzelt Olivine auf, Xenolithe in der Größe sind mir dort aber noch nie begegnet. Es gibt allerdings einen weiteren Bruch in Ortenberg. Ich glaube im NE der Ortschaft, wie es da mit Mantelxenolithen aussieht, kann ich nicht sagen.
Anbei mal ein Diagramm mit der Klassifikation dieser Xenolithe. Ich würde  das als Wehrlit bezeichnen, hoher Anteil an Ol und kleiner Teil Cpx....

Lg stefan

PS: Beim erneuten anschauen des ersten Bildes, könnte da sogar Orthopyroxen mit drin sein...(die Kristalle die so blassrosa-lila  ::) aussehen)
« Letzte Änderung: 10 Nov 08, 14:28 von skibbo »

Offline Stephkling

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #9 am: 13 Nov 08, 22:34 »
Hallo
habt Dank für eure Antworten!
Lohnt sich ein Besuch des Bruchs in Gonterskirchen, falls ich mal wieder in der Gegend bin?
Im Lexikon hab ich zu diesem Bruch nichts gefunden!
Grüße
Stephan

Offline Goldi85

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #10 am: 13 Nov 08, 22:43 »
Hallo,

die Fundstelle ist noch nicht angelegt. Ich war bisher noch nicht da, daher würde mich die Situation auch mal interessieren. Sollen ja große Olivinkörner, teils mit Kristallflächen vorgekommen sein. Also nicht die normalen mm-großen! Kannst ja mal berichten, wenn du da warst.

Gruß  Daniel

Offline stoanklopfer

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #11 am: 14 Nov 08, 09:24 »
@skibbo

Wie machst Du das, aus einem Foto einen Orthopyroxen zu bestimmen? Diese Methode muss ich kennenlernen! Und dieses Stück (keiner weiss genau, woher) wegen einem offensichtlichen Xenolithen als Wehrlit zu bezeichnen, ist mehr als gewagt (vorsichtig ausgedrückt). Bei einer petrologischen Prüfung würde ich sagen, kommen Sie nächstes Mal wieder, bitte!

Gruß
stoanklopfer

Offline skibbo

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #12 am: 14 Nov 08, 12:53 »
Hallo alle,

zum Bruch in Gonterskirchen. Ich war vor etwa 4 Jahren einmal Samstags dort und habe bei der Betriebsleitung gefragt, ob ich rein darf. Die waren nicht sehr begeistert und wohl zu dieser Zeit auch etwas verärgert von, ich sag mal, "sehr aktiven" Sammlern. Allerdings durfte ich nach kurzem jammern über die lange Anreise doch für eine halbe Stunde rein (was eigentlich nix bringt, reinlaufen, schauen, was auflesen, rausgehen). Zur momentanen Lage und ob da was mit schriftlicher Anmeldung geht, kann ich nix sagen.

@stoanklopfer:

Ja ich weiß, es ist sehr weit aus dem Fenster gelehnt, aber ich bin hier ja (zum Glück  :P) nicht in einer Prüfung. Es ging mir nur darum zu zeigen, dass nicht alles was in diesen Peridotiten grün ist Olivin ist (denn das ist leider eine weit verbreitete Vorstellung, wie man z.B. weiter oben sieht) und dass man diese "Dinger" anhand ihrer verschiedenen Minerale auch klassifizieren kann. Natürlich ist meine Zuordnung anhand eines oder zweier Fotos nicht aussagekräftig, das weiß ich selbst. Ich gebe nur wieder, was mir zu den Fotos einfällt und was ich glaube zu erkennen um das dann zur Diskussion zu stellen. Auf den Orthopyroxen kam ich dadurch, dass ich schon einige Proben (allerdings aus der Eifel) in der Hand hatte und mir Opx immer fleischfarben-blassrosa entgegentrat. Obs in diesem Fall stimmt, keine Ahnung, aber dafür ist das Forum ja da.

Übrigens hab ich bei meiner Aufzählung, was an wichtigen Mineralen drin sein kann auch noch Glimmer vergessen :-)

Lg stefan
« Letzte Änderung: 14 Nov 08, 13:27 von skibbo »

Offline skibbo

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #13 am: 14 Nov 08, 13:25 »
um meine Behauptung etwas zu stützen, hier nochmal ein Bild von orthopyroxen, wie ich ihn kenne und dann rot eingekreist die Stellen, an denen ich ihn im Handstück vermute. Ich kann mich auch täuschen, denn es ist nur ein Foto. Vll. ist es Olivin, der unglücklich reflektiert, oder  der falsche Weißabgleich....
Blau hab ich eingekreist, was ich definitiv als Olivin sehe.

LG stefan

Online smoeller

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Re: Olivin aus der Wetterau?
« Antwort #14 am: 14 Nov 08, 14:18 »
Hallo,

Der eingekreiste Krisatall unten rechts (rechts neben dem blauen Kreis) könnte sehr gut Orthopyroxen (Enstatit) sein. Würde das ganze Stück hier als Lherzolit ansprechen. Für Wehrlit fehlt eindeutig der sehr hohe Cpx-Anteil. Habe ein Stück Wehrlit aus der Eifel, da ist der Anteil Olivin:Cpx fast 50:50. Habe 100 Körner unter dem Bino ausgezählt und danach die Zuordnung getroffen. DAs Gestein ist gelbgrün-dunkelgrün gefleckt.

Glück Auf!
Smoeller

 

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