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Achate im Muschelkalk? / Hornstein und Chalcedon

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Walker:
Hallo allerseits,

seit einigen Jahren bin ich als Hobbyarchäologe unterwegs und erschließe Freilandstationen und Siedlungsstellen. Kürzlich habe ich auf einer Bergkuppe (355m) im unterfränkischen Muschelkalk neben vielen Hornsteinen auch aufgeschlagene (und vielleicht bearbeitete) Knollen aus einem mir unbekannten Material gefunden, die meines Erachtens autochton sind. Als erstes dachte ich an Kieselschiefer, dann aber aufgrund der Kalkhaut, die sich vom Rest mit Essigsäure lösen lässt, an eine Achat-Art, zumal einige radiale Musterungen aufweisen.
Anbei ein schlechtes Photo (oben sind zwei Muchelkalkhornsteine mit eingeblendet). Vielleicht kann mir jemand sagen, welche Art von Silex das sein könnte und ob bekannt ist, ob dieses Material auch für Artefakte genutzt wurde.

turmalin77:
Hallöchen,

Achat muß eine Bänderung aufweisen - das kann ich an Deinen Stücken nicht erkennen.

Das weißliche ist vielleicht Chalcedon - kommt im Hornsteinhorizont vor.

Glück auf,

Lars

Walker:
Hallo Lars,


erst einmal Danke für die Antwort. Ich habe noch mal zwei Stücke fotografiert. Die Farbe der Stücke geht ins gräulich-bläuliche. Eines hat minimale Ansätze von Patina. Kommen die Stücke auf Feldern in dieser fotografierten Form vor, d.h. kann es sein, dass eine Chalcedon-Knollen (kommt das knollig vor?) vom Pflug an vier Seiten so abgeschlagen ist, dass diese Seiten glatt freiliegen und nur ein bisschen Cortex noch vorhanden ist? Oder sieht das eher nach menschlichem Einfluss (Steinzeit) aus?

Rund um die Außenseite der Stücke habe ich auch eine Art Bänderung, wie ich sie von Flintknollen aber auch kenne.

Lausitz:
Sieht für mich eher nach feuerstein aus. Was ist denn Cortex?
Gruß

Walker:
Hallo,

Cortex ist die Außenhaut (so heißt es zumindest bei den Archäologen) von Geröllen oder Knollen.

Auf Flint tippe ich nicht, oder gibt es im Muschelkalk Flint - habe davon nichts gehört bisher. Die Außenhaut ist reiner Kalk, stark angelöst, bildet kleine Röhrchen und lässt sich in Essigsäure lösen, so dass nur noch der Chalcedon (?) übrig bleibt.

Als ich das erste Stück gefunden habe, dachte ich auch an Flint oder Kieselschiefer, scheint aber beides nicht zu sein, Kieselschiefer auf keinen Fall. Es ist auch ziemlich sicher autochton.

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