Durch Zufall bin ich auf dieses Uralt-Thema gestoßen, und ich kann "Axinit" nur kopfschüttelnd zustimmem !
Hämatit ist chemich sehr stabil und es wird nicht gelingen, diesen in nennenswerter Menge aufzulösen, schon gar nicht mit Natronlauge!
Soeben habe ich das Experiment mit der Natronlauge an einem massiven Hämatitstück von Ilfeld durchgeführt. Bei einer NaOH-Konzentration von ca. 35% löste sich der Hämatit anstandslos als feine braune Flitterchen auf.
Und mit dem Fluorit an der Stufe dürfte es im Zusammenhang mit Natronlauge meines Wissens auch keine Komplikationen geben.
Diese Beobachtung ist sicher zutreffend. Das liegt aber nicht daran, dass der Hämatit selbst gelöst wird, sondern das Bindemittel zwischen den "Flitterchen" (diese sind ja nach wie vor vorhanden!) beeinträchtigt wird, indem z.B. Tonminerale zum Quellen gebracht werden. Ich habe ähnliche Erfahrungen bei der Reinigung mancher Ilfelder Hämatite mittels Dithionit (mit dem Ziel anhaftenden Lehm zu lockern).
Zum Verhalten von Fluorit gegenüber Säuren ist auch in anderen Themen schon viel geschrieben worden.
In 1 Liter
Wasser lösen sich bei 18° gerade mal 15 mg Fluorit, wobei ein Gleichgewicht nach folgender Gleichung besteht:
CaF
2 <---> Ca
2- + 2F
-In
saurer Lösung besteht außerdem folgendes Gleichgewicht:
H
30
+ + F
- <---> HF + H
2O
Dabei liegen nur etwa 3% auf der linken Seite und können entsprechend der erstgenannten Gleichung agieren, der Rest jedoch nicht. Daraus folgt, dass nun mehr Fluorit gelöst werden muss, um das als HF gebundene Fluor zu ersetzen und das Gleichgewicht zwischen CaF
2 und F
- aufrecht zu erhalten.
Dies beduetet wiederum, dass Fluorit in (Salz)säure etwa 32 mal besser löslich ist als in Wasser. In 1 Liter sind danach also knapp 0,5g Fluorit löslich. Das entspricht etwa 0,25 g HF bzw. 0,025%-iger Flußsäure. Eine gefährliche Konzentration ist das meines Erachtens noch nicht, allgemeine Umgangsregeln mit Chemikalien vorausgesetzt. (Ich erinnere mich, irgendwo in einem anderen Thread diese Behauptung gelesen zu haben)
Fluorit ist daher in Salzsäure bereits merklich löslich. Ich selbst habe mehrfach Fluorit auf diese Weise ohne Nachteilige Folgen gereinigt. Das besagt aber nicht, dass evtl. doch mit Glanzverlust -vielleicht auch nur bestimmte Flächen (Würfel/Oktaeder) betreffend- zu rechnen ist.
Wenn man also nicht umhin kommt, Fluorit mit Salzsäure behandeln zu müssen (z.B. um Siderit zu entfernen) und sicher gehen will, sollte bereits einige Zeit vorher etwas Fluorit(abfall) in die Säure legen, um eine "Sättigung" erzielen und so die eigentliche Stufe zu schonen.
Wenn Du aber Limonit als Kruste auf den Fluoriten hast, solltest Du mit Oxalsäure brauchbare Ergebnisse bekommen. (ca. 1-2% Oxalsäurelösung etwa 1 - 2 Wochen (!) einwirken lassen).
Bei Verwendung von Oxalsäue wird Calciumoxalat gebildet, welches mit 0,6 mg/l noch schwerer löslich ist als Fluorit. Deshalb kann wegen Entzug der Ca-Ionen das Lösungsgleichgewicht nie erreicht werden. Mit anderen Worten: Fluorit wird von Oxalsäure zersetzt. Theoretisch bis entweder die Oxalsäure oder der Fluorit aufgebraucht ist, wobei dann auch Flußsäure in höherer Konzentration gebildet werden könnte.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass
Fluorit niemals mit Oxalsäure behandelt werden darf. Vorher glänzende Flächen waren danach matt!
Dithionit lässt den Fluorit ohne Beeinträchtigungen, ist wirksam gegen Limonit, aber gegenüber Hämatit auch wirkungslos.
Thomas