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Autor Thema: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg  (Gelesen 7083 mal)

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Offline cmd.powell

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #15 am: 21 Nov 08, 19:35 »
Das Problem bei einer "normalen" EDX-Analyse ist, das Du Dich von einem Kriställchen trennen müsstest. Auf dem Foto sehe ich grade mal zwei Kristalle, das wäre ja schon ein herber Verlust, wenn es tatsächlich Samsonit ist. Man kann sicherlich auch die ganze Stufe unter das REM bringen, ist aber je nach Stufengröße auch nicht ganz trivial. Hinzu kommt, das man die Stufe elektrisch leitend machen sollte, was ich bisher immer mit Gold gemacht habe. Danach ist die Stufe dann golden. Kohlenstoff geht auch und soll unsichtbar sein, dazu kann ich aber nichts mehr sagen. Gut, man kann sie auch nicht sputtern, vielleicht findet man dann aber die Probestelle nicht, weil man nicht mehr viel sieht. Wo ich auch noch ein Problem sehe ist, das die Kristalle in einem Hohlraum stecken. Hier kann es sein, das die für die Analyse nötige Röntgenstrahlung in der Matrix hängenbleibt, das bekommt man aber vielleicht durch geschicktes Drehen und Neigen in Griff. Machen sollte das jedes ausgerüstete geowissenschaftliche Institut einer Uni oder vielleicht auch Materialkundler, Bodenforscher etc., eigentlich jeder, der ein REM mit EDX betreibt. Universitäten sind da sicherlich die besten Ansprechpartner.

Offline Krizu

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #16 am: 21 Nov 08, 20:06 »
Das Problem bei einer "normalen" EDX-Analyse ist, das Du Dich von einem Kriställchen trennen müsstest. Auf dem Foto sehe ich grade mal zwei Kristalle, das wäre ja schon ein herber Verlust, wenn es tatsächlich Samsonit ist. Man kann sicherlich auch die ganze Stufe unter das REM bringen, ist aber je nach Stufengröße auch nicht ganz trivial.

Hallo,

normale Probengröße ist 20cmx20cm mit ca 5cm Höhe, das Gewicht ist da eher hinderlich ;-)

Zitat
Hinzu kommt, das man die Stufe elektrisch leitend machen sollte, was ich bisher immer mit Gold gemacht habe. Danach ist die Stufe dann golden. Kohlenstoff geht auch und soll unsichtbar sein, dazu kann ich aber nichts mehr sagen. Gut, man kann sie auch nicht sputtern, vielleicht findet man dann aber die Probestelle nicht, weil man nicht mehr viel sieht.

Dafür gibt es heute den Niederdruckmodus  8) Und C sieht man auch  :'( zumindest bei mir früher.

Zitat
Wo ich auch noch ein Problem sehe ist, das die Kristalle in einem Hohlraum stecken. Hier kann es sein, das die für die Analyse nötige Röntgenstrahlung in der Matrix hängenbleibt, das bekommt man aber vielleicht durch geschicktes Drehen und Neigen in Griff.

Nein, meistens nicht. Das Problem ist, dass der e-Strahl senkrecht von oben kommt und die Röntgenstrahlung under einem Winkel um geschätzte  60° abgenommen wird.
Zur Wiederfindung:  Man schneidet sich aus den Klebepads vom REM einen kleinen Keil, der als Pfeil auf die Stelle zeigt :-) Suchen mit dem Materialkontrast (besser im Niderdruckbereich) und schon ist man fertig  :-X

Im Ernst, dadurch, dass der Kristall so im Loch sitzt ist die Sache schwer.

MfG

Frank

Offline thdun5

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #17 am: 21 Nov 08, 20:37 »
Das Stück ist 4,5 x 3,5 x 2 cm groß; damit wäre durchaus eine EDX-Analyse möglich. Das Kriställchen möchte ich schon gerne an der Stufe belassen.

Zitat
Das Problem ist, dass der e-Strahl senkrecht von oben kommt und die Röntgenstrahlung under einem Winkel um geschätzte  60° abgenommen wird.
Zur Wiederfindung:  Man schneidet sich aus den Klebepads vom REM einen kleinen Keil, der als Pfeil auf die Stelle zeigt :-) Suchen mit dem Materialkontrast (besser im Niderdruckbereich) und schon ist man fertig 

Im Ernst, dadurch, dass der Kristall so im Loch sitzt ist die Sache schwer.

In dem "Loch" ist rechts neben dem Kristall noch etwas Platz, sodass man da dieses Klebepad anbringen könnte.

Wie sieht es denn mit einer Elektronenstrahlmikroanalyse (ESMA) aus?

Offline Krizu

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #18 am: 21 Nov 08, 21:28 »
Hallo,

nicht das Klebepad ist das Problem, sondern das Loch.

Der Strahl kommt von oben, trifft den Kristall, die Kugel im Loch und die Röntgenstrahlung gestrichelter Pfeil kommt nicht raus.

ESMA und REM-EDX, REM-WDX, Mikrosonde usw usw sind eigentlich nahezu das gleiche...

Frank

Offline raritätenjäger

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #19 am: 24 Nov 08, 10:43 »
Hallo,

Der genaue Fundort des Original-Samsonits war übrigens die Stollnfirste auf der 29. Strecke, Samsoner Gang.

Gruß
Andreas

Offline cmd.powell

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #20 am: 25 Nov 08, 02:40 »
Öhm, mal eine Frage zu den Samsoniten ? Gibt es die auch in Calcit eingewachsen oder sind die immer nur freistehend in Drusen ? Ich hab da jetzt durch Zufall einen Kristall auf einer Stufe gefunden, die über einige "Umwege" in meine Sammlung geraten ist, bei dem könnte es sich vielleicht, ggf. mit etwas mehr Glück (man beachte die Vorsicht in meiner Ausdrucksweise  8) ) ebenfalls ein Samsonit sein könnte. Die Stufe stammt aus der Sammlung der TU Braunschweig und wurde von einem Bekannten dort aus einem Bauschuttkontainer gefischt (die TU hat sich da wohl von Teilen ihrer Sammlung getrennt). Fundort von dieser und einer Hand voll weiterer Stücke ist - nach einem alten Zettel - St. Andreasberg, mehr weiß ich leider auch nicht. Der Kristall hat schon gewisse Ähnlichkeiten mit den mir bekannten Samsonitabbildungen (allerdings nicht allen), scheint monoklin zu sein und ist nicht transparent oder durchscheinend. Was ich allerdings nicht weiß ist, ob es das Mineral auch in Calcit gibt, da der Kristall definitiv im Calcit saß.

Offline -M-

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #21 am: 26 Nov 08, 13:59 »
Hallo,
also davon, daß der Samsonit aus Andreasberg auch in Calzit eingewachsen vorgekommen wäre, habe ich
bisher noch nichts "gehört". Allerdings war Calzit als Gang-bildendes Min. in unmittelbarer Nähe des original-
Fundpunktes bekanntermaßen anwesend - von daher kann man es vermtl. nicht ausschließen.
Was ist denn sonst an der Stufe noch dran ? (Mn-oxide, ... ? )
Ist der fragliche x (längs-) gestreift ? Hat der echte Kopflächen ?
Was die Transparenz angeht :  kannst du vlt. nur deshalb nicht feststellen, weil er angelaufen ist (bin mir da zwar nicht 100%
sicher, aber ich würde mal ganz stark annehmen, daß die bei S. schon vorhanden sein sollte - nur, ob man die auch erkennt
hängt nat. u.a. von der Stärke des Materials ab ... ich würde sowieso eher von internen Reflexen (wie bei Hübnerit), als von
einer durchscheinenden Transparenz ausgehen, aber die sollten dann m.M.n. - wie schon gesagt- auch vorhanden sein )
Naja, nehme mal  an, du wirst ihn früher oder später sicherlich mal analysieren (lassen) -  hoffe, du gibst dann das Ergebnis
hier bekannt - vor allem, wenn es wirklich S. sein sollte.

Gruß -M-

edit: zitat: "...(allerdings nicht allen)..." - ähm, was entspricht denn nicht den dir bekannten Abbildungen ?
         Falls mgl., würde mich mal ein Bild davon interessieren.
« Letzte Änderung: 26 Nov 08, 14:26 von -M- »

Offline thdun5

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Re: Bestimmung von Grube Samson / St. Andreasberg
« Antwort #22 am: 26 Nov 08, 18:18 »
Ich meine schon einmal Samsonit in Museen gesehen zu haben. Dies waren Stücke von dem original Samsonit-Fund. Die Kristalle waren da z.T. freistehend und auch in einer weißen Grundmatrix eingelagert. Ob es sich bei dieser Grundmatrix um Calcit gehandelt hat, weiß ich nicht; wäre aber durchaus möglich.

Zu meinem Stück:
Wenn ich jemanden gefunden habe, der des Kristall analysieren kann, werde ich das auf jeden Fall machen und das Ergebnis auch hier mitteilen.

 

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