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Autor Thema: SEE-Mineralien  (Gelesen 3617 mal)

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Offline ingo

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SEE-Mineralien
« am: 26 Nov 08, 11:58 »
Hallo Wissende
Was bitte sind SEE-Mineralien, Pyrochlor und Rinkit sollten dazu gehören. Was darf ich mir unter SEE vorstellen?
Danke und Gruß
Ingo

Offline berthold

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #1 am: 26 Nov 08, 12:00 »
Hallo,

SEE (und REE) steht für Seltene Erden Elemente.

SEE-Mineralien sind Mineralien, die SEE in der Formel haben, die wichtigsten sind: Allanit, Bastnäsit, Betafit, Gadolinit, Monazit, Pyrochlor und Thorit

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 26 Nov 08, 12:06 von berthold »

Offline ingo

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #2 am: 26 Nov 08, 12:12 »
Danke sehr hab verstanden, damit kann eigentlich das Thema geschlossen werden.
Gruß Ingo

Offline cmd.powell

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #3 am: 28 Nov 08, 03:22 »
Ergänzend kann man vielleicht noch sagen, das nach der - inzwischen nicht mehr ganz so - neuen Regel der IMA das häufigere SEE in Klammern hinter dem Mineralnamen vermerkt wird. Das führt nicht selten dazu, das es mehrere Spezies eines Minerals gibt. Als Beispiel: Agardit-(Ce), Agardit-(Y), Agardit-(La) etc..

Offline berthold

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #4 am: 28 Nov 08, 08:54 »
Hallo,

Zitat
das häufigere SEE in Klammern hinter dem Mineralnamen vermerkt wird. Das führt nicht selten dazu, das es mehrere Spezies eines Minerals gibt.

nein, nicht mehr Spezies eines Minerals sondern einfach mehr Mineralien. Problematisch ist, dass die SEE-Mineralien gerne "im Rudel" auftreten, aufgrund ähnlicher Eigenschaften mal dieses, mal jenes Element im Gitter vermehrt an der gleichen Stelle eingebaut wird was dann eben eine neue Mineralart ist. Für uns Sammler (Systematiker) bedeutet das, dass wir diese Mineralien (ohne Analyse) nicht sicher benennen können. Ich habe im Moment z.B. folgende Analyse auf dem Tisch:

Si: 3.98 (weight %)
O:  32.13
P: 9.53
Ca: 2.80
Fe: 19.81
La: 9.12
Ce: 18.95
Pr: 3.69

Gruß
Berthold

Offline smoeller

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #5 am: 28 Nov 08, 09:47 »
Hallo,

Benannt wird immer nach dem Element, bei welchem Element/(Summe der Elemente auf dem entsprechenden Kationenplatz) am größten ist. Das wäre hier im Beispiel Ce. Achtung!! Z.B. beim Agardit kann REE3+ durch Ca2+ oder Bi3+ ersetzt sein. Diese Minerale heißen jedoch dann Zálesiit bzw. Mixit. In Bertholds Beispiel wäre dies Ce.

Glück Auf!
Smoeller

Offline berthold

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #6 am: 28 Nov 08, 14:29 »
Hallo,

Zitat
In Bertholds Beispiel wäre dies Ce

ja, richtig, aber wer sagt denn dass in dem Beispiel Ce, Pr und La auf der gleichen Gitterstelle sitzen (und sich da ersetzen)? Wenn das nicht der Fall ist  -und das vermute ich hier- wird das ganz schön komplex. Siehe z.B. die Jahnsit-Gruppe :P

Gruß
Berthold

Offline ingo

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #7 am: 28 Nov 08, 18:33 »
Gut das ich mal gefragt habe, super, an euch alle herzlichen Dank. Das erspart mir fast ein Studium, hier fühl ich mich gut aufgehoben.
Lieben Gruß
Ingo

Offline smoeller

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #8 am: 28 Nov 08, 18:55 »
Hallo,

Im Normalfall sitzen jedoch die SEE auf demselben Gitterplatz und ersetzen sich gegenseitig. Es gibt aber immer Ausnahmen, zu denen ich leider nichts sagen kann. Gerade die SEE (oder REE (rare earth elements) im englischen Sprachgebrauch, zunehmend auch in Deutschland) sind einzigartig im Reich der Elemente. Hier ist der Unterschied im Ionenradius innerhalb der Reihe so gering, dass ein Einbau von verschiedenen Elementen ohne weiteres möglich ist. Allerdings findet oht eine Aufteilung in leichte (Ce, La, Nd,.. bis Gadolinium) und schweren Seltenen Erden (von Gd bis Lu) statt. Dies ist insbesondere in der Geochemie von Bedeutung, da sich z.B. im Granat bevorzugt schwere REE anreichern. Das kann bei Basalten zur Abschätzung von Schmelztiefen benutzt werden (ab 80 km Tiefe Granatperidotit, dann fallende Kurve für die Konzentration von REE im Basalt).
Monazit hingegen baut vorwiegend leichte REE ein, Xenotim schwere REE, Allanit leichte REE.
Auch treten alle diese Elemente vorwiegend als dreiwertig positive Ionen auf, nur Ce tritt (in geologisch bedeutender Menge) als Ce4+ (unter oxidierenden Bedingungen, Eu als Eu2+ (für Ca in Anorthit z.B. oder in Fluorit) auf.

Glück Auf!
Smoeller


Offline cmd.powell

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Re: SEE-Mineralien
« Antwort #9 am: 29 Nov 08, 03:31 »
Hallo,

Zitat
das häufigere SEE in Klammern hinter dem Mineralnamen vermerkt wird. Das führt nicht selten dazu, das es mehrere Spezies eines Minerals gibt.

nein, nicht mehr Spezies eines Minerals sondern einfach mehr Mineralien. Problematisch ist, dass die SEE-Mineralien gerne "im Rudel" auftreten, aufgrund ähnlicher Eigenschaften mal dieses, mal jenes Element im Gitter vermehrt an der gleichen Stelle eingebaut wird was dann eben eine neue Mineralart ist. Für uns Sammler (Systematiker) bedeutet das, dass wir diese Mineralien (ohne Analyse) nicht sicher benennen können. Ich habe im Moment z.B. folgende Analyse auf dem Tisch:

Si: 3.98 (weight %)
O:  32.13
P: 9.53
Ca: 2.80
Fe: 19.81
La: 9.12
Ce: 18.95
Pr: 3.69

Gruß
Berthold

Ja, das ist richtig, es sind unterschiedliche Minerale - per Definition. Ich bin selber Systematiker und zugegeben etwas genervt von dem "Kationengetuschel", aber das soll jetzt auch nicht zu einer Diskussion ala "wann ist es ein neues Mineral und wann nicht" ausarten, jedenfalls nicht hier. Ich wollte meine leichte Abneigung zu dieser Nomenklatur durch die Blume etwas zum Ausdruck bringen - ist offenbar angekommen...