Hallo Mineralroli
den Fluoritnachweis zu führen, dürfte sehr schwer wenn nicht sogar unmöglich zu sein, da meist das letzte Fluorit-Relikt, nämlich die Gerüstwände (d.h. die ehemaligen Flächen des Fluoritkristalls) unter Beibehaltung der früheren Kristallform vollständig durch Quarz ersetzt wurden.
Ob der Quarz nun Amethyst, rosa Quarz oder ob es Chalcedon ist, bleibt eine Frage der Definition. Ob das ursprünglich durch hydrothermale Lösungen entstande Material Fluorit, Calcit oder Baryt war, bevor es von Quarz umhüllt (>Perimorphose) wurde, ist nur dann nachweisbar, wenn noch Reste des ehemaligen Kerns - d.h. Material aus dem erstgebildeten Kristall - vorhanden sind.
Soweit ich weiß, sind diese Perimorphosen vor etwa 35-40 Jahren durch französische Geologen untersucht worden, wobei aus den Gerüstwänden der Perimorphosen Fluorwasserstoff (HF) nachgewiesen wurde, ergo der Schluss nahe lag, dass es sich bei den Gebilden um ehemaligen Fluorit handelt. Ob das nun auf alle der vielen, vielen Perimorphosen zutrifft, das bleibt offen und muss wahrscheinlich von Fall zu Fall analysiert werden.
Neben den hier besprochenen Perimorphosen gibt es auch solche von Quarz nach Calcit, Quarz nach Baryt und Quarz nach Orthoklas.
Die genaue Fundstelle dieser bis zu 50 cm großen Geoden mit eingeschlossenen Amethyst-/Quarz-Perimorphosen ist nicht Sidi Rahal, sondern liegt im Einzugsbereich von Amerzgane, an der Straße von Quarzazate bis südlich des Tizi-n-Tichka-Passes; ein weiterer Fundort ist der SE-Abhang des 4.000 m hohen Ighil M'Goun; alle im Hohen Atlas.
Die Perimorphosen kommen immer in blaugrauen bis schwärzlichen Drusen und Geoden (Achatmandeln) in Basaltaufschlüssen vor.
So, vielleicht hilft das n bisschen weiter. Anbei noch eine Stufe aus meiner Sammlung; die Farbe ist rosarot bis sehr hell purpur; die Größe der Stufe über 20 cm. Sie wurde vor längerer Zeit als Perimorphose von Quarz nach Fluorit bestimmt.
Gruß
collector