Hallo Freunde des Kieselholzes,
kürzlich habe ich eine größere Ladung Kieselhölzer aus der bayrischen Molasse bei Neuburg/Donau, die ausreichend klein waren und nach vorläufiger Einschätzung eigentlich keine irgendgearteten Details erkennen ließen, einfach mal "in den Spirator geworfen" und getrommelt. (Für die Freunde der Trommelsteine: Die meisten Stücke erwiesen sich dabei als so inhomogen, dass eine gute Politur nicht zu erzielen war - kein lohnenswertes Rohmaterial.)
Dabei zeigte sich, dass bei manchen Stücken unter einer Verwitterungsrinde durchaus interessante Details verborgen waren. Besonders überrascht war ich allerdings, als ich in einem Stück mit recht gut erhaltener Zellstruktur Insektenfraßgänge mit Koprolithen entdecken konnte. Zwar sind diese so klein, dass ich das untenstehende Foto durch das Stereomikroskop machen musste - aber es sind doch relativ deutlich drei verfüllte Fraßgänge zu erkennen.
Eine Frage hätte ich an unsere Kieselholzspezialisten: Die auf dem Bild ebenfalls erkennbare Zellstruktur erweist sich als ziemlich einheitlich, so dass ich dazu tendiere, dieses Stück (vorläufig!) als Gymnospermenholz anzusprechen. Was meint ihr?
(Zusatzinformation: Die Hölzer dieser Fundregion stammen aus dem Miozän, und Gymnospermenhölzer sind gegenüber den Angiospermen in der Minderzahl.)
Gruß,
Holger