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Autor Thema: Anisotropie  (Gelesen 7676 mal)

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Offline Philip Blümner

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Anisotropie
« am: 28 Oct 04, 14:38 »
Hallo!

Kann mir jemand den Begriff Anisotropie erklären, und zwar auf eine andere Weise, als es im Lexikon steht? Vielleicht in anderen Worten?


Gruß
Philip

Offline berthold

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Re: Anisotropie
« Antwort #1 am: 28 Oct 04, 15:11 »
Hallo,

ja, Anisotropie sagt, dass eine (in der Regel aber mehrere) physikalische Eigenschaft(en) in unterschiedlicher Richtung untersiedliche Werte hat. Typischens Beispiel: Die Ritzhärte ist bei vielen Kristallen von der Richtung (zu den Kristallachsen) abhängig, ebenso die Lichtbrechung, die Wärmeleitung, die Druckfestigkeit ...

Das ist durch den in Kristallen vorhandenen regelmäßigen Gitteraufbau begründet. Anders ist das z.B. bei Glas (ist ja kein Kristall, eher als eine extrem zähe Flüssigkeit zu verstehen), da sind die Eigenschaften in allen Raum-Richtungen gleich (und dazu sagt man dann Isotropie).

Alles klar ?

Gruß

Berthold

Offline Philip Blümner

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Re: Anisotropie
« Antwort #2 am: 28 Oct 04, 15:13 »
Hmm, danke schonmal. Das werde ich mir noch ein paar Mal durchlesen lassen. Beispiel Glas: Ist das der Grund warum Glas eine geringere Härte hat als Quarz?

Offline berthold

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Re: Anisotropie
« Antwort #3 am: 28 Oct 04, 15:36 »
ja und nein.

Glas hat keine kristalline Struktur, auch deswegen ist -salopp ausgedrückt- die Bindung zwischen den einzelnen Atomen bzw. Molekülen weniger fest, was dazu fürht das die (Ritz-) Härte auch kleiner ist. Liegen die Atome in einem Kristall (oder amorphen Festkörper) bei hoher Bindungskraft dicht beieinander haben wir eine große Härte. Bei vielen (dann anisotropen) Kristallen (z.B. Glimmer) halten die Bindungen in einer Richtung besser, in einer anderen Richtung (siehe auch Spaltbarkeit) schlechter.

Gruß

Berthold

Offline Philip Blümner

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Re: Anisotropie
« Antwort #4 am: 28 Oct 04, 16:55 »
Das klingt plausibel.

Und wie siehts dann aus mit der Anisotropie von Opalen, jetzt gezielt Hyalit?

Offline berthold

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Re: Anisotropie
« Antwort #5 am: 28 Oct 04, 21:59 »
ähh, nein, Opal ist isotrop, ich denk mal auch der Hyalit. Opal (auch Hyalit) ist amorphes wasserhaltiges Siliciumdioxid, und bildet keine Kristalle, die anisotrop sein könnten.

Gruß

berthold

Offline Philip Blümner

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Re: Anisotropie
« Antwort #6 am: 29 Oct 04, 14:08 »
Danke schön, ich komme mit den Begriffen noch nicht ganz klar.

Bei ebay wurde eine Fluorit-Stufe aus China angeboten, bei der mit einer Anisotropie hoch geworben wurde, was bedeutet das in dem Falle?

Offline berthold

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Re: Anisotropie
« Antwort #7 am: 29 Oct 04, 15:06 »
Hallo,

nun bei Fluoritkristallen ist die Anisotopie immer gleich. Das ist so als würde ich mit der Härte oder dem spez. Gewicht werben, ist natürlich blanker Unfug - klingt aber recht wissenschaftlich. Mach Dir doch mal die Mühe, da nachzufragen, was der Verkäufer hier meint, vermutlich wird das lustig.  ;D

Gruß

Berthold

Offline as

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Re: Anisotropie
« Antwort #8 am: 29 Oct 04, 15:30 »
Hallo,

im Zusammenhang mit Fluorit wird manchmal von Anisotropie
bei den seltsamen Gebilden, die sich bei Auflösung von Kristallen entstehen gesprochen.
Von Elmwood/Tennessee sind diese Gebilde bekannt, die oft auch als "Pyramidenwurzeln" bezeichnet werden.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Begriff Anisotropie hier richtig verwendet wird.
Auch habe ich von chinesischen Stufen in derlei Hinsicht noch nichts gehört.
Ich würde auch mal den Verkäufer anfragen.
Mal schauen, was er drauf hat, oder ob alles nur "Verkaufsmasche" ist.

Gruß

as

Offline wolfilain

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Re: Anisotropie
« Antwort #9 am: 29 Oct 04, 16:11 »
hi

das glas keine kristallstruktur hat und eine zähe flüssigkeit ist sieht man
zb daran das die fensterscheiben in alten häusern langsam nach unten "laufen"
ergo die scheibe wird oben langsam immer dünner und unten immer dicker
quasi wie ein tropfen.
es hat ja auch eine oberflächenspannung.

Offline Erik

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Re: Anisotropie
« Antwort #10 am: 29 Oct 04, 16:57 »
Hi Philip,

ein gutes Beispiel für Anisotropie ist der Disthen. Der hat in der Längsrichtung [001] ungefähr die Härte 4,5 - 5, quer dazu [010] die Härte 6,5 - 7...

Calcit ist optisch anisotrop - daher kommt die Doppelbrechung

Gruß, Erik

Offline Philip Blümner

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Re: Anisotropie
« Antwort #11 am: 30 Oct 04, 08:40 »


Leider ist die Auktion schon vorbei, Chris hatte sie mal beobachtet, vielleicht hat er es noch inner Liste.

Offline Chris18

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Re: Anisotropie
« Antwort #12 am: 31 Oct 04, 12:10 »

Offline Erik

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Re: Anisotropie
« Antwort #13 am: 31 Oct 04, 17:45 »
Zitat
Fluorit - Anisotropie
??? ???

Ob der wußte was er da schrieb?

Gruß, Erik


Offline as

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Re: Anisotropie
« Antwort #14 am: 01 Nov 04, 10:02 »
Vieleicht hat ja Herr Seroka (Collector)
als ausgesprochener Fluorit-Experte hierzu eine Idee?

Gruß

as