Hallo Conny,
die Fringeliterhaltung kommt in so ziemlich jeder kalkigen Crinoidenlagerstätte vor, die nicht von Formationswasser ausgewaschen wurde. Oft wird die Fringelitfärbung durch diagenetische anorganische Imprägnationen überprägt und ist dann nicht mehr erkennbar. Viel vom Fringelit geht aber auch verloren, wenn man zur Präparation KOH einsetzt, was den Farbstoff zerstört. Der Calcit der Stielglieder ist zu porös, um das KOH nicht eindringen zu lassen.
Seit ich Seelilien aus dem Muschelkalk nur noch durch Sandstrahlen präpariere, zeigt fast jede aus einigermaßen frischem Material geborgene Krone an den Armen Reihenmuster aus dunklen Punkten, die einen Teil des ursprünglichen Farbmusters der Tiere darstellen. Seelilien von den gleichen Fundstellen, die ich blöderweise zuvor mit KOH präpariert habe, zeigen diese Muster durchweg nicht mehr und sind im Gegensatz zu den gestrahlten deutlich bleicher. Diese Erhaltungsart ist also durchaus gängig und wird erst durch Verwitterung und unsachgemäße Präparation zerstört.
Für seine Seelilien mit Fringelit bekannt ist auch der Mittel-/Oberjurasteinbruch Liesberg im schweizerischen Solothurn. Ich habe von dort tieflila gefärbte, massive Wurzelstöcke, an denen damals im Aufschluss kein Mangel herrschte.
Andererseits sind die Crinoiden des süddeutschen Oberjuras durchweg weiß gebleicht. Dies hat vermutlich mit der hohen Porosität des Gesteins zu tun, die es Grund- und Formationswasser ermöglicht hat, einzudringen und den Farbstoff über längere Zeiträume auszuwaschen bzw. zu zersetzen.
Fringeliterhaltung ist also eher eine Frage der Lagerstätte und des Erhaltungszustands als der erdgeschichtlichen Altersstellung oder bestimmter Crinoidengattungen.
Gruß,
Triassammler