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Autor Thema: Sandrosen "färben"  (Gelesen 8166 mal)

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Offline triassammler

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Re: Sandrosen "färben"
« Antwort #15 am: 08 Feb 09, 23:51 »
@couchmolch & caliastos:

Sandrosen entstehen durch Gipskristallisation in Lockersedimenten. Der Kristallisationsdruck beim Wachstum verdrängt dabei das Sediment, die Kristalle sind also weitgehend "rein" mit nur sehr wenigen sedimentären Verunreinigungen. Farbgebend ist eher der Staub, der im Gegensatz zu den Sandkörnern in der Tat in die Kristalle integriert wird. Oberflächlich haften Körner in schwacher Bindung an, die für die sandige Optik des Äußeren sorgen, bei weiterem Kristallwachstum aber ebenfalls nach außen verdrängt werden würden.
Couchmolch hat also recht, Sandrosen weisen keine makroskopische Porosität auf. Auch wenn - was nicht der Fall ist - eine Sandrose eine nennenswerte Beimengung von Sandkörnern besäße, wäre deren intergranulare Porenräume durch den Gips zuzementiert und damit wirkungslos.

Gips - genau wie Calcit - besitzt aber eine gewisse intrakristalline Porosität, die, wenn auch gering, bei geeignetem Moleküldurchmesser eines Färbemittels wirksam zur Färbung ausgenutzt werden kann. Dies ist hier also der effektive Faktor. Maßgebend ist hier auch die Dauer, die man dem Prozess zur Diffusion des Farbstoffs gewährt. Eine oberflächliche Färbung mit Eindringtiefen von wenigen Millimeterbruchteilen ist so sicherlich gegeben.

Gruß,
Triassammler

Offline caliastos

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Re: Sandrosen "färben"
« Antwort #16 am: 09 Feb 09, 00:36 »
also bei den sandrosen, die ich hier habe brauche ich nicht mal eine lupe um den feinsand und den schluff zu erkennen, der eingewachsen ist.

von, wie gesagt, sichtbarer porosität spricht ja auch niemand. sandrosen nimmt die esotherikecke nicht umsonst gerne für düftölspeicher her. schon mal versucht so ein teil wieder zu säubern? alles was nicht hochkristallin ist wie ein ganz dichter granit hat poren bis zum abwinken selbst ein dichter kalkstein.
man könnte sagen, daß z.b. ein achat keine porosität aufweist. klarer fall von denkste. die stücke von rio grande werden gerne gefärbt. ohne porosität ginge das nicht. nur einkristalle sind relativ porenarm. bei sandrosen kann man das vergessen. ins wasser stellen und zusehen wie der wasserrand wandert.

zu sagen ein stoff ist nicht porös wäre nicht ganz korrekt. hatte letztens mal einen einkristall von halit, der eigentlich intakt aussah. von wegen, löchriger als ein schweizer käse.

Offline Geomaxx

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Re: Sandrosen "färben"
« Antwort #17 am: 09 Feb 09, 00:54 »
Hi alle
ich nehm für so angepickte Ecken Paraloid, gelöst in Aceton, das ich so auch fürs Konservieren von porösen Knochen und Zähnen benutze. Das dunkelt nicht so extrem nach wie Öl und macht das Stüfchen auch nicht fettig oder ranzig
...aber wer's ohnehin in Duftöl badet, dem wirds so und so wurscht sein...
Glück Auf!
non-esoteric GEOMAXX

Offline Helicat135

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Re: Sandrosen "färben"
« Antwort #18 am: 09 Feb 09, 12:45 »
Jetzt weiß ich immer noch nicht, ob die mit den ganz schmalen Blättern, die nahezu rund sind, normal oder einfach nur abgeschlagen sind?!?

Offline Philip Blümner

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Re: Sandrosen "färben"
« Antwort #19 am: 09 Feb 09, 13:33 »
Bevor ihr euch wieder fetzt  :-\:

ich werde es mal probieren mit dem Öl.
Habe noch eine kleine Sandrose aus Tunesien, Habe sie zu Beginn meiner Sammelzeit geschenkt bekommen. Sie ist fast vollständig rund und - wenn ich´s mir so überlege, sind wohl alle Blättchen abgeschlagen.
Kann das sein oder gibt es solche Variationen?
Habe die schon mehrfach gesehen aber andereseits kenne ich auch sehr viele mit sehr langen Blättern...  ???

Eine "Variation" wird das wohl mit Sicherheit nicht sein, eher die Folge unvorsichtiger Behandlung. Sand- bzw. Gipsrosen sind nicht wirklich bekannt für hohe Härte.

 

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