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Autor Thema: Hab wieder mal was zum Bestimmen / 1-Glaukonit, 2-Quarz mit Hämatit  (Gelesen 5349 mal)

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Offline Lapislazuli

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Hallo, ich war im letzten Oktober im Steinbruch am Grünten bei Rettenberg (liegt bei mir gleich um die Ecke). Nun werte ich gerade meine Funde aus und bräuchte wieder eure Hilfe.
Neben Pyrit habe ich auch ein undefinierbares Material mit einer Farbe zwischen dunkelgrün und blau gefunden. Dies kam nur an einer Stelle auf dem Seewerkalk vor. Den Pyrit habe ich überall gefunden. Kann mir jemand sagen, um was es sich handeln könnte? Bilder folgen.

PS: Ich habe mehrere Stücke mitgenommen, falls jemand Interesse daran hat, bitte melden.
« Letzte Änderung: 23 Oct 16, 15:57 von oliverOliver »

Offline Lapislazuli

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #1 am: 10 Jan 09, 12:23 »

Online smoeller

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #2 am: 10 Jan 09, 12:25 »
Hallo,

Das auf den letzten Bildern dürfte Glaukonit sein, ein grünes Tonmineral, typisch für flachmarine Sedimente.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Lapislazuli

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #3 am: 10 Jan 09, 12:34 »
Danke für die schnelle Antwort! :) Im übrigen zeigen alle Bilder das gleiche Mineral, die ersten zwei Bilder sind aber im nassen Zustand aufgenommen worden. Vielleicht kommen ja noch andere Vorschläge dazu rein.

Ich hab auch noch einen roten Stein gefunden. Bilder folgen.

Offline minuwe

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #4 am: 10 Jan 09, 16:39 »
Sieht nach Quarz mit Hämatit aus. Wie ist der Strich des roten Minerals? Ist das Rote deutlich weicher wie das Übrige?

Gruß
Uwe

Offline Lapislazuli

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #5 am: 10 Jan 09, 20:28 »
@minuwe: Ja, das Rote scheint weicher zu sein wie der Rest. Gibt auch einen roten Abrieb, vom Untergestein war aber leider kein Abrieb möglich. Hab ich das richtig verstanden, das Grundgestein ist also Quarz mit Hämatitanteil? Für Hämatit spricht wohl auch, das dort in der Nähe vor langer Zeit Eisenerz abgebaut wurde. Jetzt hat man sogar einen alten Stollen wieder zugänglich gemacht und ein Schaubergwerk eingerichtet.

Glück Auf

Edgar

Offline Lapislazuli

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #6 am: 10 Jan 09, 20:34 »
Noch ein Nachtrag zu dem grünblauen Gestein: Dürfte sich tatsächlich um Glaukonit handeln. Tritt nach meiner Recherche gern in Kalkstein auf. Von der Farbe passt es sehr gut und von der Härte auch. :)

Glück auf

Edgar

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #7 am: 10 Jan 09, 21:07 »
Hallo,

Ja, das rote ist Hämatit, sog. Rötel oder Ocker (also feinstkörniger Hämatit), wohl auf Quarzsandstein oder Quarzit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline triassammler

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #8 am: 10 Jan 09, 21:27 »
Noch ein Nachtrag zum Glaukonit  ;)

Schließe mich meinen Vorrednern an. Glaukonit in Sedimenten zeigt üblicherweise leichte Sauerstoffarmut im Wasser bzw. bodennahen Wasserschichten an. Das massige Auftreten in dem Handstück ist scheinbar auf beginnende Drucklösung (-> Wegführung von Kalkstein -> Anreicherung von Glaukonit) zurückzuführen.

Gruß,
Triassammler

Offline Lapislazuli

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #9 am: 10 Jan 09, 21:35 »
@ triassamler: hab ich das jetzt richtig verstanden, der Druck ist weniger geworden, dadurch ist das Glaukonit aus dem Kalkstein ausgetreten und hat sich in Spalten angesammelt? Oder war der letzte Satz anderst gemeint?

Glück auf

Edgar

Offline triassammler

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #10 am: 10 Jan 09, 21:58 »
@Lapislazuli: Genau umgekehrt: Der Druck ist durch Erhöhung der Sedimentauflast gestiegen. Das führt dazu, dass besonders an Kontaktflächen von einzelnen Schichten (in diesem Fall eine Glaukonitlage in Kontakt zu einer Kalkschicht), wo Wasser zirkuliert, Kalk leichter löslich wird als unter Normalbedinungen. Der Kalk wird an der Kontaktfläche aufgelöst und weggeführt, der unlösliche Glaukonit bleibt konzentriert zurück. Gleichzeitig führt der Druck dazu, dass sich Stylolithen (Erklärung s. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stylolith) bilden - bei diesem Stück erst angedeutet durch eine unebene Kontaktfläche. Die unebene Kontaktfläche sorgt dafür, dass der Glaukonit in unregelmässigen Massen statt als ebene Schicht auftritt.

Glaukonit gehört zur normalen Hintergrundsedimentation und tritt meistens erst makroskopisch in Erscheinung, wenn das Hauptsediment (in diesem Fall Kalk) ausbleibt. Dies kann auf Grund von schlechten Lebensbedingungen für kalkproduzierende Organismen der Fall sein (s. Stichwort Sauerstoffarmut in meiner letzten Antwort). Dann nimmt der Glaukonitanteil im Sediment relativ zum Kalk zu und wird als grüne Gesteinsfärbung sichtbar. Durch o. g. selektive Drucklösung wird die Glaukonitkonzentration noch erhöht, es entsteht so etwas wie das abgebildete Stück.

Gruß,
Triassammler

Offline Lapislazuli

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Re: Hab wieder mal was zum Bestimmen
« Antwort #11 am: 10 Jan 09, 22:40 »
Danke für die ausführliche Beschreibung triassammler und natürlich allen anderen Schreibern auch :D. Ist wirklich interessant gewesen zu erfahren, wie so etwas entsteht. Durch das richtige Hintergrundwissen wird so ein Stück doch erst richtig interessant, vorher hab ich mir nicht viel dabei gedacht. Werde es auf jeden Fall in meine Sammlung aufnehmen.

Glück auf

Edgar

 

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