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Autor Thema: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?  (Gelesen 14035 mal)

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Offline DonMineral

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Hallo Achat Freunde,

Midelt und die ganze Region wird seit den Franzosen und danach immer wieder von anderen ausgebeutet. Alle machen Geschäfte auf Kosten der Menschen hier, aber die Gewinne fließen in andere Länder. Das ist alles ungeheuerlich und nicht mehr zu akzeptieren. Ich lebe hier seit 7 Jahren und sehe die Dinge eben anders.
Die Nomaden sammeln die  Achat und wissen dann nicht weiter. Wenn man eine ganze Tonne kauft sind die Knollen sehr günstig.  Im Handel kostet dann bei den Händlern eine geschnittene und polierte Hälfte 20€ oder mehr. Das steht alles in keinem Verhältnis und man muss sich fragen, ... wem gehören die Achate hier in Marokko eigentlich?.

Man könnte das alles günstiger aufziehen,  und an die Sammler anbieten, wenn man hier schneiden und schleifen würde, die überflüssigen Transporte von schlechtem Material, was man erst nach dem Schneiden erkennt, kann man so vermeidenden.
Die Schweizer schleifen im Land, die Deutschen auch, die Brasilianer und Argentinier auch, überall bleibt ein grosser Teil der Gewinne im Land und verschafft den Menschen im Land denen die Bodenschätze gehören auch Arbeitsplätze und Einkommen in der Verarbeitung des Produktes bis es fertig ist  ..warum nicht auch in Marokko ?

Das ist alles kein seriöses Geschäftsgebahren mit den Marokkanern.
In meinem Bestreben nach einem Fair Trade im Mineralienhandel mit Marokko und den Menschen hier, bin ich bestrebt hier eine Mineralien und Achatschleiferei aufzubauen.
Ich suche nette Menschen die ähnlich denken und mir dabei helfen ...

Wenn ich dann hier erfolgreich schleife brauche ich natürlich auch Vertriebswege und werde an die Sammler verkaufen und da brauche ich natürlich noch Hilfe bis das mal läuft.

Ich wende mich daher an die Sammler die selbst schleifen und die deutschen Achat Spezialisten,  mir bei dem Aufbau einer Achatscheleiferei in Midelt zu helfen mit Tat und Wissen und Kontakten zur Seite zu stehen.
Es muss doch möglich sein das in einem oder 2 Jahren auf die Reihe zu bekommen und fachgerecht zu können oder Leute hier einzuarbeiten die das mit den entsprechenden Maschienen schaffen.. Sie bearbeiten ja auch den Gips und in Erfoud die Fossilien und machen Waschbecken und Schalen daraus, .
Sie bearbeiten die anderen Mineralien zu Eiern und Kugeln hier, sie können das also.

In Midelt liegen 4 Tonnen Achate aus herum, weiteres Material bei den Nomaden in Sidiy Ayat, wenn man ihnen beibringt die Knollen achtsam zu behandeln werden sie das auch tun und man bekommt gute Qualität.

Ich will nicht den Samariter spielen und sagen dass ich nichts verdienen will, falls mich wieder jemand angreifen sollte, ich muss hier auch leben und meine Projekte über Wasser haltem, aber ich habe in meinen Jahren schon einigen Menschen eine Arbeit und Existenz ermöglichen können und es macht Freude zu sehen wie es ihnen etwas besser geht.., aber ich möchte einen gross Teil der  Gewinne dann hier in die Farmprojekte stecken  und auch für die Kinder der  Nomaden Arbeitsplätze schaffen in der Verarbeitung der Bodenschätze, das macht doch SINN.
Denn ich bin der Meinung die Achate gehören den Nomaden hier, und die sollen einen größeren Anteil daran haben, das ist gerecht und kommt auch den Sammlern zugute.
Im Okt-November will ich dann selbst nach Deutschland fahren auf Messen um  auch die Achate an die sammler direkt zu verkaufen.
Icxh will auch hier Exkursionen für Sammler veranstalten und das selbst sammeln anbieten..

Also, wenn  jemand  eine Möglichkeit sieht  mir zu helfen und zur Seite zu stehen würde ich mich sehr freuen und wir sollten das mal hier ausgiebig diskutieren..
Vielleicht kann man eine Interessengruppe bilden mit ein paar Freunden--Achate schleifen in Marokko.. da könnte man dann auch Kurse abhalten für andere deutsche Sammler die selbst schleifen wollen oder die keine Maschienen haben die könnten dann hier mit den Berbern schleifen..

Bis bald in der Hoffnung auf eine nette positive und gutgemeinte Ratschläge.

euer Don Ronaldo in Midelt

« Letzte Änderung: 15 Jan 09, 15:39 von DonMineral »

Offline schleifer

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #1 am: 16 Jan 09, 15:58 »
Hall Don Ronaldo
Das klingt alles sehr schön. Das ganze hat allerdings wieder einen Nachteil für die Schleifereien die sich in Deutschland befinden und von ihrer Arbeit auch leben müssen. Sicherlich wirst du keinen Professionellen finden, der bereit ist die in langen Jahren erlernten Kenntnisse so ohne weiteres auf die Schnelle weiterzugeben.
Des weiteren bezüglich Einkauf und Verkauf. Einkauf 500kg, davon zu deutsch 60% Schrott, weil alles mit in die Lieferung fliegt.
Liegt mein Einkauf schon mehr als doppelt so hoch. Schneiden, schleifen, polieren, Strom, Schleifscheibenabnutzung, Schleifmittel, Polierscheiben, Poliermittel (Spitzenpoliermittel liegt bei 150.- € kg).+ Arbeitszeit ergibt den Endpreis ohne Verdienst. Bleibt also im Endeffkt bei 3.- € /kg/Achat und 20.- € Verkaufspreis für den Schleifer selbst so gut wie nichts hängen. Normale Handwerkskalkulation. Ich weis nicht ob man in Marokko noch billiger produzieren kann, ohne den Leuten einen Hungerlohn zahlen zu müssen. Meine bisherigen Lieferanten aus Marokko waren immer sehr zufrieden mit den abgewickelten Geschäften. Fair Trade !
Gruß Robert

Offline Ralf

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #2 am: 16 Jan 09, 22:50 »
Irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor.

Kann es sein, dass Du entweder vor einiger Zeit hier unter einem anderen Account schon mal sowas angerissen, oder mich direkt kontaktiert hast ?

Damals wie heute scheint mir da sehr viel Wunschdenken und heiße Luft hinter zu stecken.

Aber egal, ich will mir nochmal die Mühe machen und versuchen es Dir zu erklären.
Robert hat ja schon ein paar Eckpunkte angerissen.

Wenn ich in der Vergangenheit Rohmaterial aus Marokko gekauft habe, so hatte das nicht selten max. 20 & vielversprechende Qualität. Will heißen, weitgehend unbeschädigte Knollen, die einen Sägeversuch rechtfertigen. Davon waren wieder max. 10 % schleifwürdig. Das bedeutet in diesem Fall, dass man eine gesägte und geschliffene Hälfte mit Gewinn verkaufen kann. Der Rest ist rissig, mit großem Quarzzentrum oder schlicht weg unattraktiv.
Ich weiß nicht wievielen Marokkanischen Händlern ich unverletzte Mandeln unter die Nase gehalten habe um ihnen zu erklären wie gutes Material aussehen muss. Vergeblich.
Weiter. Wenn Rohmaterial kommt, dann stammt es meist aus Asni, Tizi´n Tischka oder Zaer Zaiane ( Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen ). Damit kann ich Dich totschmeißen. Der MArkt ist mit diesem Material derart gesättigt, dass nur noch außergewöhnliche und absolute Top-Spitzenstücke mit Gewinn zu verkaufen sind. Davon aber kommen von diesen Fundstellen auf 100 Kg grade mal 1.
In den USA stand ich vor zwei Jahren vor tonnen von Achaten aus Asni. Auch da wirst Du das Zeugs nicht los.
Was bitte willst Du in Marokko schleifen lassen ? Und wem willst Du das verkaufen ?

Ähnlich wie es Dir schon bei den Mineralien gesagt wurde, liegt hier der Knackpunkt ganz woanders.

Schwing die Hufe und entdecke neue Fundstellen. Das ist es, was der Markt will. Von Jaspisen in Schmuckqualität oder versteinertem Holz mal ganz zu schweigen.

Anstatt also zu versuchen ausgelutschtes in Marokko nachzumachen, lass Die mal was Neues einfallen.
Du hockst doch förmlich drauf.

Und nochwas zu den Ratschlägen, wie man eine Schleiferei aufbaut.

Mal ganz Klartext geredet.

Glaubst Du allen ernstes, ich oder ein anderer gewerblicher Schleifer hätte jahrelang herumexperimentiert, tausende Euro in Maschinen und Material investiert, hunderte Versuche gestartet, das richtige Kühlmittel oder Poliermittel zu finden, um dieses Wissen mal eben nach Marokko zu verschenken. Und dann damit zu leben, dass dort günstiger produziert wird als hier ????

Da geb ich Dir den Rat, es so zu machen wie die Schleifer hier in Deutschland. Grundwissen aneignen und dann ausprobieren und durch Versuch und Irrtum professionell werden.
Das Grundwissen kannst Du Dir hier im Forum zusammenlesen, da gibt es genügend Themen aus denen Du lernen kannst, wie man einen Achat in zwei Hälften sägt und halbwegs gut schleift und poliert. Das musst Du dann nur so verfeinern, dass sich eine gewerbliche Verarbeitung rentiert.

Wenn Du irgendwann mal gutes neues Material ( Achat, Jaspis oder Holz ) gefunden hast, wirst Du ganz sicher keine Absatzprobleme haben. Und wenn doch, schreib mich an.

Sorry für die klaren Worte.

Offline Ralf

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #3 am: 16 Jan 09, 22:55 »
Ich hab mich übrigens richtig erinnert Don Ronaldo, ähh Don Mineral

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?action=profile;u=11672

Offline triassammler

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #4 am: 17 Jan 09, 02:53 »
Hallo!

Grundsätzlich begrüße ich Ansätze, nicht nur die Ausbeutung von Bodenschätzen den Einwohnern eines Landes zu überlassen, sondern auch deren Veredelung bzw. Weiterverarbeitung. Die mir bisher bekannten Beispiele im Mineralien- und Fossiliensektor lassen dabei aber fast durchweg im Ergebnis zu wünschen übrig: Triebfeder ist immer, mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Gewinn zu erzielen bzw. die Kosten der Verarbeitung (und damit die Sorgfalt) so niedrig zu halten, dass große Mengen mit möglichst konkurrenzfähigen Preisen produziert werden. Das bedeutet: Meistens kaputtpolierte Ammoniten und unsachgemäß geschliffene Hölzer aus Madagaskar, zu Tode gedremelte und "verschönerte" Fossilien aus China und eben die allseits berüchtigten Fossilfälschungen aus Marokko.
Sofern diese Arbeiten sachgemäß im Herkunftsland ausgeführt werden würden, wären die Preise selbst bei Direktexport ähnlich hoch, als würde das Rohmaterial erst z. B. Deutschland aufwändig bearbeitet. Maschinen, Verbrauchsmaterial etc. von hohem technischem Standard, der zu auch bei uns akzeptablen Ergebnissen führt, kosten global etwa gleich viel. Der einzige Faktor, der zu Einsparungen führen kann, ist der Arbeitslohn. Aber genau das soll beim Ziel Entwicklungshilfe ja nicht der Fall sein!

Wenn ich Ralfs Rechnung richtig verstehe, sind max. 2% der Achate marktfähig, der Rest ist naturbedingt Ausschuss? Und diese 2% kosten dann 20,- €?
Dann ist Dein Grundgedanke, DonMineral, lediglich eine Methode, ein Problem zu verlagern: Nämlich das des Ausschusses. Statt 98% nicht brauchbares Material unverarbeitet zu - stückzahlmäßig betrachtet - Niedrigstpreisen zu exportieren, regst Du an, durch die Verarbeitung vor Ort diesen Ausschuss gleich im Land zu lassen und nur die brauchbaren 2% der Fundmenge zu exportieren. Die Kosten für den Ausschuss (die Einheimischen wollen ja für ihr gesamtes Sammelgut bezahlt werden, und auch der spätere Ausschuss will ja auch erst mal aufgesägt werden!) musst Du aber auf diese 2% umlegen. Für sich genommen erzielst Du damit zwar für jeden tatsächlich exportierten Achat einen deutlich höheren Einzelpreis, aber die Exportmenge an sich sinkt gewaltig. Unterm Strich bleibt alles beim Alten.
Das ist zugegeben recht grob über den Daumen gepeilt (und berücksichtigt keine Fracht- und Zwischenhändlerkosten), erteilt aber der Vorstellung, dass sich mit  Deiner Idee plötzlich die von Sammlern ausgegebenen Beträge vom deutschen Markt direkt nach Marokko umleiten und dort in voller Höhe und vor allem vor Ort für die Verbesserung der Lebensumstände einsetzen lassen, eine klare Absage. Nach Bezahlung von Maschinen, Ersatzteilen und Verbrauchsmaterial (dieses Geld geht wiederum überwiegend an nicht-marokkanische Hersteller) bleibt höchstens ein geringer Lohn für die Einheimischen. Großartige Projekte lassen sich damit sicher nicht realisieren.

Zitat
Vielleicht kann man eine Interessengruppe bilden mit ein paar Freunden--Achate schleifen in Marokko.. da könnte man dann auch Kurse abhalten für andere deutsche Sammler die selbst schleifen wollen oder die keine Maschienen haben die könnten dann hier mit den Berbern schleifen..

Wer seine heimischen Funde schleifen will (habe ich das richtig verstanden?), reist sicherlich nicht damit nach Marokko, weil dort günstige Schleifkurse angeboten werden. Allein die Frachtkosten...  ::)

Dann kann ich mir nicht vorstellen, dass es viele Achatfreunde gibt, die die Reisekosten auf sich nehmen, plus die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, um die 2% verwertbarer Achate zu suchen und dann auch noch vor Ort zu schleifen - der Preis für ein Einzelstück wird damit ja... absurd! Das machen höchstens eingefleischte Liebhaber, die einmal im Leben ihr eigenes Stück am Ursprungsort sammeln wollen. Und wie viele davon gibt es? Lässt sich darauf ein tragfähiges Geotourismusgewerbe gründen?  ???

Ähnliche Konzepte gibt es bereits für Studien- und Sammelreisen. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie ausgesprochen teuer und nur für bestimmtes Klientel bezahlbar sind. Dies ist aber weniger das Klientel, das mit Eseln und einem Kanister in die Wüste zum Selbersuchen reiten will. Hier wollen Jeeps, einigermaßen komfortable Unterkünfte, standardgemäße Verpflegung und ein Rahmenprogramm geboten sein! Und die Zeitdauer der Reise... Wie lange dauert es, wenigstens einen guten Achat zu finden? Wenn man als Einzelperson Wochen mit der Suche verbringen muss, um nur ein gutes Stück zu finden, ist das sicherlich nicht attraktiv. Bei Sammelreisen werden gezielt nur Fundorte angefahren, die gute Funde in kurzer Zeit garantieren. Alles andere ist nicht realistisch, wer hat schon die Zeit dazu?

Kann Geotourismus als solcher überhaupt als Grundlage für den wirtschaftlichen Aufschwung einer Region dienen? Meiner Ansicht nach nein - dafür ist das Marktsegment viel zu unbedeutend.

Wie Ralf so treffend bemerkt: Neuartige Funde aus Marokko sind gefragt, für die der Markt bereit ist, tiefer in die Tasche zu greifen. Dann lassen sich solche Funde schon ab Herkunftsland zu höheren Preisen verkaufen.
Ich persönlich warte noch immer darauf, auf Börsen mal die erwiesenermaßen in Marokko zu findenden Trias-Ammoniten zu sehen (keine Spur davon bisher). Und bitte nicht geschliffen oder vermackt oder brachial aus der Matrix gebrochen. Da würde bei mir der Geldbeutel aufgehen - für ein unpräpariertes Stück sogar noch großzügiger!

Um die Frage des Threads zu beantworten:
Zitat
Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
Den Marokkanern. Und es ist ihre Sache, zu welchen Preisen sie sie verkaufen. Danach haben sie keinerlei Recht mehr, sich darüber zu beschweren, was im Rest der Welt mit diesen Achaten gemacht wird und zu welchen Preisen sie dort gehandelt werden. Wenn höhere Preise im Herkunftsland erzielt werden sollen, muss man ab Quelle teurer verkaufen. Wenn dadurch die Nachfrage und damit die Umsätze sinken, zeigt das, dass man kein gefragtes bzw. konkurrenzfähiges Produkt liefert, marktwirtschaftlich gesprochen. Und darum scheint es ja hier zu gehen.

Gruß,
Triassammler

Offline Ralf

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #5 am: 17 Jan 09, 08:34 »
Wenn ich Ralfs Rechnung richtig verstehe, sind max. 2% der Achate marktfähig, der Rest ist naturbedingt Ausschuss? Und diese 2% kosten dann 20,- €?

Das betrifft natürlich bekannte Fundorte, von denen massenhaft Material auf dem Markt ist. Für ein außergewöhnliches Stück werden auch sehr gute Preise gezahlt. Dennoch bleibt es im günstigsten Fall ein Nullsummenspiel.

Bei neuem Material sieht die Sache schon etwas günstiger aus.

Ansonsten gebe ich Dir vollkommen Recht.

Offline caliastos

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #6 am: 17 Jan 09, 16:22 »
na aber selbst neues oder selten angebotenes material hat so seine macken was den absatz betrifft. habe hier auch diverse schöne, rissfreie und auch große stücke aus nun wirklich selten angebotenen fundorten. insgesamt schon seid 2003. von den doppelten hälften, die ich an sich zu eigenkosten abgebe ließen sich bislang 2 stücke verkaufen.

ist auch so nicht einfach. und dann eben wie schon erwähnt die qualitäten. solange nicht eine bestimmte qualität kommt kann man den verkauf vergessen. man kann dann froh sein die kosten reinzubekommen. gewinn ist utopisch. was ich gemerkt habe wenn man rohsteine kauft ist, dass der kauf von kg-ware ein problem darstellt. sucht man nicht selber jedes stück einzeln aus, so hat man wirklich bestenfalls die besagten 20% gutes material. und selbst da sind nicht immer treffer dabei. anders gesagt: kauf so 10kg und dir bleibt ca. 1kg schleifwürdiges material. und das muss erst den verlust und die kosten einbringen um gewinn zu schaffen. auf die art wird das nichts.

allerdings kenne ich auch ein gegenbeispiel von einem bekannten, der selber sammelt. dieser nimmt nur material mit, welches gut aussieht und lässt den rest zurück. selber wähle ich davon nun wieder gutes material aus. das ergebnis: bislang sind es 80% gutes material, dass schleifwürdig ist. dennoch wird man stücke nicht so einfach los, aber in der hinsicht ist das auch egal.

wenn ich nun sagen wir 20€ für 1kg material hinlegen muss, von dem 10% schleifwürdig ist, dann verliert man viel geld. da zahle ich lieber die 30€ für 80% gutes material. beides dennoch für hiesige verhältnisse stattliche preise.
nun die frage: bei wem würdest du selber kaufen?
bisher habe ich überall, wo die qualität passte und man selber durch aussuchen diese steigern konnte mehr gekauft. fehlt die option des aussuchens ging das schon ziemlich zurück. blinde kg-käufe wurden meist wieder eingestellt, wenn die qualität nicht passte.


alles ist auch immer eine frage der qualität. wenn diese nicht stimmt kauft keiner. aber qualität hat nunmal ihren preis. egal in welchem land.

Offline DonMineral

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #7 am: 18 Jan 09, 17:40 »
@ralf
du erinnerst dich richtig, wir hatten schon 2006 einen regen Schriftwechsel über eine Zusammenarbeit  und Belieferung, die leider aus verschiedenen im Geschäftsleben üblichen unterschiedlichen Meinungen nicht zustande kam. Das ist öfter so und an sich nicht weiter tragisch..
Mein Grunddenken in dieser Thematik hat sich aber nicht geändert. Dass nicht alle alte Hasen mit Jahrzehntelangem gepflegten Fachwissen hallo rufen und hierher kommen habe ich auch nicht erwartet..aber das ist ein Forum und man kann ja suchen und Diskutieren..es gibt ja nicht nur 3 die in Deutschland Achate schleifen   irgend einen oder einige werde ich vielleicht finden  wollen wir wetten.
Deinen Wunsch nach Fundorten gehe ich nach..und werde mal an anderen Stellen suchen . Die Achatgtegend zieht sich von Ahouli in Richtung Boulmane da haben sie was gefunden...
wenn es soweit ist werde ich mich melden.



Gruss Don Ronaldo

Offline caliastos

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #8 am: 18 Jan 09, 20:34 »
aber generell nicht vergessen:

egal ob alter oder neuer fundort, in beiden fällen sollte die qualität stimmen wenn man was draus machen will. schlecht vorsortiertes material bringt absolut nichts. zudem lohnt auch immer ein zweigleisiges fahren. nur verarbeitetes material zu exportieren macht das ganze nicht unbedingt attraktiver. für mich selbst wird das sogar zunehmend unattraktiv. inzwischen steht für alle achate, die ich mir früher mal gekauft hatte eine überarbeitung der politur an. die alte kann ich nicht mehr sehen. früher ist es einem nicht so aufgefallen, aber inzwischen kaufe ich nur noch wenig material verarbeitet. der schliff ist meist lausig und das nacharbeiten sollte sich noch lohnen.

deinen optimusmus in sachen schleiferwissen will ich ja nur ungern trüben, aber die chance jemand zu finden, der dir das einfach so verrät wird gering sein. wie ralf sagte, so hat doch jeder schleifer seine persönlichen taschenspielertricks, mit denen er sich gegenber der konkurrenz behauptet. die würden einen teufel tun und diese verraten. man sägt nie den ast ab auf dem man sitzt. die meisten werden dir vermutlich die standarttechniken erklären und das wars. die findet man auch hier im forum. damit kommt an sich jeder weiter. schleifen und schneiden ist nicht die kunst. das schafft jeder halbwegs begabte handwerker. die kunst liegt in der politur. zwar gibt es auch hier standarts für material xy, aber das ist nur ein bruchteil des möglichen.
versetze dich mal in die lage eines schleifers und stelle dir die frage ob du einfach so deine erkenntnis aus 10 jahren kostspieliger experimentiererei jemand anderen verraten würdest, der plant kommerziell zu arbeiten. vermutlich würdest du das auch nicht so einfach rausrücken. dieses wissen ist das kapital der schleifer. genausogut könnte man bei coka cola um das rezept des gleichnamigen getränkes bitten. das macht keiner, da man sich somit nur selbst ein ei legt.


unabhängig davon wäre brauchbares und preislich korrektes rohmaterial aus marokko noch weiterhin interessant. halt nur kleine mengen für den privatgebrauch.

Offline Vega

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #9 am: 19 Jan 09, 22:22 »

unabhängig davon wäre brauchbares und preislich korrektes rohmaterial aus marokko noch weiterhin interessant. halt nur kleine mengen für den privatgebrauch.


ich denke du müsstest sowieso klein anfangen ..    ein paar trommelsteine  und   paar stücke würde ich auch nehmen .. 

Offline DonMineral

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #10 am: 23 Jan 09, 18:38 »
Vielleicht miuss ich mich mal an die Schweizer wenden, die sind vielleicht nicht so auf ihre gesammeltes Fachwissen bedacht.
Ist das wirklich so schlimm, wenn man sein Wissen preisgibt an andere...man kann doch auch eine Cooperation bilden, dass man sein Wissen einbringt und beim Aufbau hilft, dafür liefert der andere Part das Material und verkauft es an keinen anderen..das gibt es doch auch in anderen Geschäften.. Beim Teppichknüpfen geben hier auch die alten Frauen ihre Kunst an die jungen weiter
Gruss Don Ronaldo

Offline schleifer

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #11 am: 23 Jan 09, 18:55 »
Hallo Ronaldo
Ich kann doch hier Teppichknüpfen in einer Familie nicht mit dem Know How des Schleifens vergleichen, zumal es hier doch darum geht, daß mein erarbeitetes Können nicht umsonst weitergegeben werden kann, noch dazu an Personen die für die Zukunft meine Konkurrenz bedeuten.
Wenn jemand das Schleifen richtig erlernen möchte, sollte er sich um einen Ausbildungsplatz bei einer entsprechenden Schleiferei bemühen. Denn es gehört nicht nur das Dranhalten eines Steines an eine Scheibe zum Können sondern auch die damit verbundenen Grundlagen. Diese sind nunmal nicht in einem 14 tägigen Crashkurs zu erwerben.
Gruß Robert

Offline trommeln

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #12 am: 23 Jan 09, 19:00 »
Die Schweizer geben gerne weiter was sie übers Trommeln wissen *lach
aber wir haben keinen Achat im Land... und ich kenne niemanden, der Steine bearbeitet.. tut man allles in Idar-Oberstein machen lassen..
Schweizer-Arbeitszeit ist wohl die teuerste überhaupt...

Offline caliastos

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #13 am: 23 Jan 09, 19:03 »
auch die schweizer werden wohl ähnlich verfahren. ein schönes beispiel sind auch da chinesen. produkpiraterie ist da auch sehr verbreitet, preisgegeben wird aber auch da nichts.

bei den schleifern ist es so, dass die natürlich ab und an tricks verraten. nur kaum für kommerzielle zwecke. ist überall so. du kannst dir ein auto kaufen, aber der hersteller wird dir nicht die farbrezeptur verraten oder andere technische daten. oder McD, klassisches beispiel ist die von vielen begehrte süs-sauer-soße. wird nur für diesen kunden produziert, für niemand sonst, niemand gibt das rezept preis außer an nachfolger, die sich erst beweisen müssen. das ist immer das kapital der wissenbesitzer. mit einem namen allein verdient man nicht zwangsläufig geld.
was man nicht patentrechlich vor unerlaubten nutzen schützen kann bleibt geheim. wenn man sich die patentverletzungen ansieht weis man auch warum.

das ganze war schon immer so, selbst vor jahrhunderten haben die großen meister manche geheimnisse für sich behalten.


was auch ein gutes beispiel ist, ist die erdölindustrie. die rücken auch viele ihrer daten nicht raus. oder die kali & salz. haufenweise geologische erkenntnisse. aber die werden um kein geld der welt herausgegeben. die nötigen geologen werden dort angelernt und tragen ihr wissen mit sich herum. das gesamte firmenwissen bleibt aber unter verschluss. unabhängig von den kosten.


schleifen ist ein lernprozess und keine "see and do nummer". dazu braucht es erfahrung und investment und die zeit wissen zu vermitteln und zu sammeln. von jetzt auf gleich geht das nicht. jeder schleifer hat entsprechend aufwand betrieben um sein wissen zu sammeln, welches er nicht verschenken wird um sich konkurrenz zu produzieren.

Offline triassammler

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Re: Achate Marokkos - wem gehören die eigentlich?
« Antwort #14 am: 25 Jan 09, 12:13 »
Zitat
dass man sein Wissen einbringt und beim Aufbau hilft, dafür liefert der andere Part das Material und verkauft es an keinen anderen..das gibt es doch auch in anderen Geschäften..

Entschuldigung, ich will keine Vorurteile verbreiten, aber nachdem ich das Geschäftsgebaren marokkanischer Händler in St. Marie, München und auf anderen Börsen gut kenne, wäre ich seeeehr misstrauisch, was irgendwelche Verschwiegenheitsverpflichtungen angeht.
Nach der Diskussion um die Echtheit eines Meteoriten ("Nice choice, but here is bigger one, much better specimen!" [Basalt mit Wüstenlack] wurde das von mir ausgesuchte kleinere, echte Stück mit dem Kommentar "You get it for half price, ok?" gewogen. Den half price habe ich bekommen - dafür war die Waage dahingehend manipuliert, dass sie das doppelte Gewicht angezeigt hat!

Mein Eindruck: Ich kriege die Story vom Pferd erzählt, hauptsache, ein Geschäft kommt zustande. Das soll jetzt keinesfalls unterstellen, dass sich DonMineral nicht von sich aus bemühen würde, Abmachungen einzuhalten, aber schlussendlich muss jeder einzelne Arbeiter bzw. Know How-Träger dazu verpflichtet werden, und ich würde mich wundern, wenn sich alle daran hielten...
Was macht man, wenn ein angelernter Schleifer sich mit dem erworbenen Know How selbstständig machen will? Schließlich kann man ihm nicht verbieten, das Erlernte auch weiterhin anzuwenden. Im Technologiesektor kann ich ausscheidenden Mitarbeitern die Mitnahme von firmeneigenen Blaupausen, Programm-Quellcode etc. verbieten, und/oder eine befristete Mitbewerberklausel in den Vertrag einbauen (keine Beschäftigung bei einem anderen Unternehmen des gleichen Sektors für einen Zeitraum von n Jahren ab Ausscheiden) aber was der Mitarbeiter im Gedächtnis hat, kann ich nicht zurückhalten.
Schließlich verpflichten sich auch chinesische Subunternehmer ausländischer Firmen zum Schutz von Betriebsgeheimnissen - und hintergehen ihren Contractor bei der erstbesten Gelegenheit, sobald es für sie opportun ist.

Zweifellos erklärt sich dies nicht aus Bosheit, sondern eher aus kulturellen Unterschieden, die man auch nicht verurteilen oder abwerten kann, es ist eben so. Aber die Fakten bleiben bestehen...

Gruß,
Triassammler

 

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