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Autor Thema: Kein Baddelyit  (Gelesen 9001 mal)

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Offline Gerdchen

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #1 am: 16 Jan 09, 20:01 »
Ist ein typischer Baddelyit vom Fundort Kreimbach bei Wolfstein. Die Baddelyite kamen dort in kleinen Hohlräumchen in einem Aplitgang vor. Die Stufen wurden damals entweder an der Uni Mainz und/oder Göppingen bestimmt. Möglich, dass auch ein Teil der Stufen bei Herr Müller in Schaid bestimmt wurden (weiß ich aber nicht genau).
In jedem Fall wurden die Stufen an verschiedenen Orten untersuch und als Baddelyit analysiert.
 
Gerdchen

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #2 am: 16 Jan 09, 20:26 »
Hmm. Baddeleyit in einem Aplit wäre theoretisch möglich, muß aber zugeben, dass ich noch etwas skeptisch bin.

Weiß jemand, ob das irgendwo publiziert wurde und mit welchen Methoden der Baddeleyit bestimmt wurde?

In der Mindat-Mineralienliste für Kreimbach ist der Baddeleyit nicht drin, nur in der Mineralienatlas-Liste (ohne Referenz, daher ziemlich nutzlos).

Offline thdun5

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #3 am: 16 Jan 09, 20:38 »
Hallo,

auf Seite 48 ist der Baddeleyit als XRD-Analyse vom Steinbruch Kreimbach erwähnt.

http://www.mgas.de/fundstellen/Bergbau-PSL/Mineralien_SNPLH.pdf

Offline TKMineral

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #4 am: 16 Jan 09, 21:28 »
Hallo,

Also der Baddeleyit asu Kreimbach wurde wie thdun5 schon erwähnt von Dr. Müller via XRD bestimmt. Im naheliegenden Steinbruch bei Jettenbach konnte ich vor 2 Jahren optisch ebenso aussehende Kristalle von gelblicher bis fast rötlicher Farbe in langen, dünnen Nadeln finden. Damals war auch mein Sammlerkollege Benno im Bruch und meinte es wären auch Baddeleyit xx. Da dieser von Jettenbach noch nicht analysiert war, habe ich eine Probe zu Herrn Blass geschickt und nach der EDX Untersuchung kam einwandfrei Zirkon heraus. Da ich auch jede Menge Material Herrn. Müller überlassen habe, dürfte dieser wohl auch noch irgendwann eine XRD davon anfertigen können.

Gruß

TK

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #5 am: 16 Jan 09, 21:34 »
Merci für den PDF-Link.

Interessant, dass die optisch identischen xx von Jettenbach sich als Zirkon erwiesen.

Wenn jemand einen einzelnen X von Kreimbach für eine Einkristalluntersuchung opfern will, bitte bei mir melden.
Günter Blass wäre sicher auch bereit, einen X von Kreimbach kostenlos mit EDS zu analysieren.

Offline smoeller

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #6 am: 16 Jan 09, 21:57 »
Hallo,

Baddeleyit wäre schon möglich, aber eher nicht zusammen mit Quarz, denn

ZrO2 + SiO2 -> ZrSiO4

Baddeleyit existiert daher eher in SiO2-untersättigten, quarzfreien oder quarzarmen (dann aber in räumlicher Trennung) Gesteinen.

Hier das Phasendiagramm als Anhang.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Gerdchen

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #7 am: 16 Jan 09, 22:03 »
Wenn`s nicht eilt kann ich welche raussuchen. Hab noch ne ganze Kiste undurchsuchtes Material im Keller.
Aus dem Steinbruch Rammelsbach (nicht weit entfernt) wurden ebenfalls fast identisch aussehende Kriställchen gefunden und von Herr Blass als Fluorapatit bestimmt.
Gerdchen

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #8 am: 17 Jan 09, 16:53 »
 @Gerdchen: Nein, hätte keine Eile.

Offline Münchener Micromounter

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #9 am: 21 Jan 09, 16:05 »
Mit diesen Baddeleyiten (wenn es denn welche sind) habe ich wohl eine Lawine losgetreten. Ich habe die beiden Stufen, deren Bestimmung Uwe in Frage stellt, von Rüdiger Bungert aus Kaiserslautern, der diesen Steinbruch sehr gut kennt. Ich habe ihn auf die Diskussion im Forum aufmerksam gemacht und ihn gefragt, ob er möglicherweise ein Stück dieses Materials für Untersuchungszwecke opfern kann.

Manfred
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Offline Gerdchen

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #10 am: 21 Jan 09, 19:17 »
@ Manfred,

ist schon in die Wege geleitet. Habe den Fund damals mit Rüdiger zusammen gemacht. Werde in den nächsten Tagen einige Stüfchen heraussuchen und sie dann untersuchen lassen.

Gruß
Gerdchen

Offline Münchener Micromounter

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #11 am: 22 Jan 09, 08:55 »
Danke, dann brauche ich nichts mehr zu unternehmen. Ich bin dann selbst gespannt, welches Ergebnis dabei herauskommt. Zirkon, Apatit, oder vielleicht doch Baddeleyit?

Manfred
für die Münchener Micromounter

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #12 am: 26 Mar 09, 18:36 »
Wir haben das Ergebnis der Proben von Gerdchen:
Kleine, einfache tetragonale(?), blaßgelbe prismatische bis nadelige xx (Kopfflächen nicht erkennbar) in Hohlräumen eines rötlichen feldspatreichen Gesteins
EDS-Analyse von Günter: 48% Si, 53% Zr
SXRD-Analyse von mir: Zirkon

Ich würde daher vorschlagen, den Baddeleyit von Mineralienliste streichen.

Offline Gerdchen

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Re: Kein Baddelyit
« Antwort #13 am: 27 Mar 09, 22:09 »
Danke für die Untersuchungen. Werde bei mir natürlich gleich alles ändern.
Gruß Gerdchen

Offline Uwe Kolitsch

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Antw:Kein Baddelyit
« Antwort #14 am: 10 Mar 10, 16:49 »
Durch den neuen Lapis-Artikel über Kreimbach, in dem sowohl Baddeleyit als auch Zirkon beschrieben werden, sind wir wieder auf diese Problematik gekommen.
Dr. Müller hat freundlicherweise das Literaturzitat und seinen Originaltext zur Baddeleyit-Bestimmung übermittelt:

Müller; G. (1989): Baddeleyit von Kreimbach - MGAS-INFO Nr.7; Saarbrücken, April 1989.
"An miarolitischem Aplitmaterial aus dem Palatinit von Kreimbach (Material von Frau Elisabeth MEIER, Kaiserslautern) fielen zunächst winzige, nelkenbraune xx auf (maximal: 0,9 mm lang, 0,05 mm breit und 0,02 mm dick). Bei nur wenigen freistehenden xx war eine Bestimmung aussichtslos.
Das Material wurde dann mit Flußsäure aufgearbeitet, um Chalkopyrit zu gewinnen. Dabei zeigte sich, daß im Rückstand auch die lattenförmigen xx vorkamen. Als denkbare Möglichkeiten erschienen danach Brookit, Turmalin und Zirkon, alle aber ohne befriedigende Übereinstimmung mit den Eigenschaften des Minerals. Am Ende der Präparation lag eine Masse von nur wenigen mg vor, die aber noch ein brauchbares und eindeutiges BADDELEYIT-Diagramm lieferte. Mit der Mikrosonde konnte der Zr-Gehalt bestätigt werden.
Herr Benno RAHM, Kaiserslautern konnte weiteres Material zur Verfügung stellen, das ebenfalls Baddeleyit enthält. Dieser scheint also durchaus im Vorkommen nicht ganz selten zu sein.
Der Baddeleyit gehört wahrscheinlich zu den Letztausscheidungen des Aplits und vertritt üblicherweise auftretenden Zirkon. Während Zirkon im Magma zu den Frühausscheidungen gehört, könnte hier das Zirkon aus der Umbildung normaler, schwach Zr-haltiger Silikate stammen."

Damit ist also Baddeleyit eindeutig nachgewiesen (Kreimbach-Seite auf Mindat bereits upgedatet).

 

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