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Autor Thema: Diabas oder Melaphyr?  (Gelesen 10581 mal)

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Offline Stefan

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Diabas oder Melaphyr?
« am: 20 Jan 09, 23:46 »
Ist das nicht eher ein Diabas als ein Melaphyr?

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Birkenfeld, Landkreis/Herrstein-Rhaunen, Verbandsgem./Niederwörresbach/Steinbruch Juchem
Diabas oder Melaphyr?


Gruß Stefan

Offline Erik

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #1 am: 20 Jan 09, 23:53 »
Eigentlich nicht, im Juchem gibts keinen Diabas, da passt das Alter auch gar nicht. Wegen der grünen Farbe meinst Du?

Gruß, Erik
« Letzte Änderung: 21 Jan 09, 00:01 von Erik »

Offline Stefan

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #2 am: 21 Jan 09, 00:08 »
Ja korrekt wegen der grünen Farbe. lt. Definition soll Melaphyr unvergrünt sein.

Zitat: "Melaphyre sind jedoch im Gegensatz zu Diabasen nicht vergrünt."

http://www.geodienst.de/melaphyr.htm

Gruß Stefan
« Letzte Änderung: 25 Mar 13, 12:38 von oliverOliver »

Offline stoanklopfer

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #3 am: 21 Jan 09, 03:55 »
Also, meines Wissens ist ein Diabas ein metamorphes (!) Ganggestein (und damit Intrusivgestein!) mit andesitischer Zusammensetzung. Melaphyre (alter Begriff) sind auf jeden Fall Eruptivgesteine (basaltischer Chemie), die durch den hohen Blasenanteil charkaterisiert sind ("Mandelstein"), welcher in einem Ganggestein kaum vorhanden sein dürfte.

Gruß
stoanklopfer

Offline Kupperdroll

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #4 am: 21 Jan 09, 09:38 »
Hallo,Stephan!

Ich würde dsiese Stufe zum Melaphyr rechnen,weil es einem Mandelstein doch sehr ähnlich ist,Wir haben bei uns, vor eineiger Zeit ,eine Melaphyrschicht beim Strassenbau angerissen.Er ist sehr dunkel,aber stellenweise sehr Schattierungsreichs.Ich glaube auch,dass man eine Farbe als grünlich bezeichnen könnte.Muss mich nochmal umschauen.

Gruss!

Offline Stefan

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #5 am: 21 Jan 09, 09:47 »
Wenn das ein Melaphyr, was ich nicht wirklich bezweifle, dann wäre es bei Geodienst angebracht die Definition anpassen, da oben genannter Satz dann überhaupt nicht passt.

Auch wir müssten dann die Farbe um grün erweitern.

Gruß Stefan

Offline felsenmammut

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #6 am: 21 Jan 09, 12:38 »
Glück Auf!

Ist die Vergrünung beim Diabas nicht vor allem auf Epidot zurückzuführen? Diabas wird ja häufig auch als Grünstein bezeichnet.
Beim Melaphyr ist mir kein Epidot bekannt, der mit der Gesteinsentstehung im Zusammenhang steht. Für die Grünfärbung beim Melaphyr ist (bestimmt nicht ausschließlich, aber wesentlich) Delessit verantwortlich.

Das Felsenmammut

Offline TKMineral

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #7 am: 21 Jan 09, 15:32 »
Hallo Stefan,

das Stück sieht genau so aus wie manche Melaphyre , die hier bei mir in der Ecke vorkommen. Denke mal die grüne Farbe kommt vom Delessit , der vorallem im Steinbruch Juchem als kleine Mandelfüllungen gar nicht selten ist.

Gruß

Thomas

Offline Erik

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #8 am: 21 Jan 09, 17:43 »
Hallo Stefan,

Nur "Vergrünt" ist auch ein bißchen unglücklich, besser trifft es der Begriff "Spilitisierung". Diabas entsteht aus basaltischen Gesteinen durch grünschieferfazielle Metamorphose bzw metasomatisch. Dabei wandeln sich Plagioklas,  Pyroxene, Olivin und Gesteinsglas in (v.a.) Albit, Chlorit, Epidot und Amphibole um, das Gefüge wird dabei auch wesentlich grobkristalliner. Da Chlorit, Epidot und viele Amphibole eine grüne Farbe besitzen, ist dann natürlich auch der Diabas grün gefärbt. Daher "Vergrünung". Das heißt aber natürlich nicht, dass andere Gesteine nicht auch grün sein dürfen. Ich nehme auch an, dass die (evtl etwas untypische?) grüne Färbung des Gesteins im Stbr. Juchem durch Delafossit hervorgerufen wird..

Ein Ganggestein ist Diabas aber auch nicht zwingend - kann natürlich ebenfalls vorkommen, genauso gibt es aber auch Pillow-Lava-Diabase.

Gruß, Erik

Offline caliastos

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #9 am: 21 Jan 09, 18:54 »
würde an sich auch sagen melaphyr. ist wohl auch nicht mehr der frischerste. irgenwo habe ich was ähnliches. auch grünlich.

farbe allein ist jedenfalls kein kriterium. das gestein bruahct nur mal eine übergebraten bekommen und schon sieht es farblich anders aus.

kenne da für einen basalt ein nettes beispiel. abhängig von der tageszeit hatte da ein basaltröhre mal eine schwarzgrüne farbe, mal eine schwarzrote. im kunstlicht wieder schwarzbraun. bringt also nichts die farbe zu nehmen. erwähnen ja, da sie hinweise auf bestimmte minerale gibt, aber bestimmen nur nach mineralbestand, gefüge und co,

Offline stoanklopfer

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #10 am: 22 Jan 09, 09:53 »
....genauso gibt es aber auch Pillow-Lava-Diabase.

M.W. sind das Basalte, keine Diabase! Diabas ist das Intrusiväquivalent zum Andesit.

stoanklopfer

Offline Erik

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #11 am: 22 Jan 09, 11:12 »
Nein, Diabas ist alterierter (+/- paläozoischer) Basalt. Das Intrusiväquivalent zu Andesit ist Diorit.

Im Anhang ist ein Aufschluss aus dem Diabasbruch Bad Berneck, Frankenwald zu sehen. Zugegebenermaßen erkennt man auf dem Bild zwar nicht, dass es sich um Diabas handelt, die Pillow-Struktur ist allerdings gut zu sehen..

Gruß, Erik
« Letzte Änderung: 22 Jan 09, 11:28 von Erik »

Offline smoeller

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #12 am: 22 Jan 09, 12:21 »
Hallo,

Muss Erik insoweit Recht geben. Diabas ist ein vergrünter Basalt. Dabei handelt es sich um submarine Basalte, die den Ozeanboden aufbauen, daher auch die Pillow-Struktur.
Meerwasser dringt zwischen  in die noch heißen Basaltpillows ein, heizt sich auf und wirkt dann als Fluide. Dabei kommt es zu einer grünschieferfaziellen Überprägung.

Die deutschen Vorkommen, insbesondere im Harz, Sauerland oder im Lahn-Dill-Gebiet sind typische Sequenzen von Ozeanboden-Gesteinen devonischen Alters mit Grauwacken, Tuffen, Diabasen und submarinen Erzlagerstätten (Roteisenstein, Sulfidlager (z.B. Rammelsberg, Lahn-Dill)).

Glück Auf!
Smoeller

Offline stoanklopfer

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Re: Diabas oder Melaphyr?
« Antwort #13 am: 23 Jan 09, 02:15 »
Vielen Dank für die Aufklärung, ich hab wieder etwas dazugelernt und ein "eingefahrenes" Denkmuster ablegen können.

stoanklopfer

 

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