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Autor Thema: Radioaktive Mineralien  (Gelesen 48717 mal)

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Offline Krizu

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #60 am: 19 Nov 08, 11:00 »
Hallo,

offiziell: Nein, Radon als Edelgas diffundiert sehr gut.
In der Praxis: Ja, der Luftaustasuch ist unterbunden, wenn die Naht mit z.B. Tesafilm verklebt ist.

Wenn du mal eine Nebelkammer in Aktion siehst, stellt du dir die Frage nach dem Radon ausserhalb der Dose nicht mehr ;-)

MfG

Frank

Offline cmd.powell

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #61 am: 20 Nov 08, 03:09 »
Hallo,

da kann ich Dir leider nicht beistimmen. Ob die geringen Dosen wirklich nicht schaden oder besonders schädlich sind ist meines Wissens nicht klar.

Den Reparaturmechnismus der Zellen kenne ich wohl, aber die Effizienz und die Fehlerfreiheit der Reparatur ist auch nicht klar, meine ich.

MfG

Frank

Naja, ob man nun das Pech hat, das das eine Teilchen, was man grade eingefangen hat, einen irreparablen Schaden an dem Erbgut einer Zelle verursacht, was letztlich dazu führt, das man an Krebs stirbt, wird man niemals verneinen können. Kann passieren, kann aber auch nicht passieren. Tatsache ist aber, das wir permanent Strahlung ausgesetzt sind, ob mit Torbernit in der Vitrine oder nicht. Dieser Strahlung gegenüber hat sich schon von der Evolution her eine Toleranz entwickeln müssen, sonst gäb es uns nicht. Sicherlich ist es auch so, nur weil wir eine gewisse Toleranz gegenüber Strahlung haben und bestimmte Zellschäden nicht tödlich enden, sondern vielleicht sogar zu vorteilhaften Mutationen führen, gibt es uns. Preiset nicht Gott, preiset die Strahlung, die hat uns gemacht - ok, ok, nicht die Strahlung alleine, es gibt auch genug nichtradioaktive Mutagene...

Wenn du mal eine Nebelkammer in Aktion siehst, stellt du dir die Frage nach dem Radon ausserhalb der Dose nicht mehr ;-)

...und machst Dir wahrscheinlich allgemein weniger einen Kopf um radioaktive Mineralien.

@berthold: Und wie kommt das Polonium in den Tabak und sonst in kein anderes Genussmittel ? Und das Polonium der (einzige ?) Grund für Raucherkrebs sein soll, höre ich hier zum ersten Male und - sorry - glaube ich nicht. Oder hängt das Krebsrisiko bei Dieselruß auch mit Polonium zusammen ?

Offline berthold

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #62 am: 20 Nov 08, 10:16 »
Hallo,

Zitat
@berthold: Und wie kommt das Polonium in den Tabak und sonst in kein anderes Genussmittel ? Und das Polonium der (einzige ?) Grund für Raucherkrebs sein soll, höre ich hier zum ersten Male und - sorry - glaube ich nicht. Oder hängt das Krebsrisiko bei Dieselruß auch mit Polonium zusammen ?

Also nochmal OT:

Wie das Polonium in den Tabak kommt und warum es derart angereichert wird, dafür gibt es verschiedene Theorien (Anreicherung über die Trichome der Tabakpflanzen, Anreicherung über Düngung), unbestritten ist aber: Es ist da. Nach Untersuchungen des Forschers Constantin Papastefanou von der Aristoteles Universität in Thessaloniki, ist die Radioaktivität in Tabak bis zu tausend Mal höher als jene durch Caesium-137 in Blättern von Tschernobyl. 1).

Dass es ein keinem anderen Genussmittel drinnen ist - wer hat das behauptet? Polonium wird in vielen Lebensmitteln und Genussmitteln drinnen sein, es ist jedoch eine Frage der Konzentration und der Aufnahme.

Prof. Wolfgang Stoll schreibt:  2)
Zitat
Diese Eigenart  (gemeint ist die Po-Sammler-Eigenschaft) von Tabak hatte auch schon skurrile Nebenwirkungen. Es ist üblich, nach der Blatternte von Tabak die Pflanzenreste auf den Feldern zu verbrennen, worauf wegen des hohen Restgehaltes der Asche an düngewirksamen Stoffen, vor allem Kalium,  diese auch für Nachbarkulturen wie z B. Spargeln verwendet wird. So auch  geschehen irgendwo in der Rheinebene in den 60er Jahren. Mit dem Anlaufen der Plutoniumverarbeitung damals im Kernforschungszentrum Karlsruhe war es Sorgfaltspflicht, alle Mitarbeiter routinemäßig im Monatsabstand durch Analyse von Urinproben auf allfällige Plutonium - inkorporation zu untersuchen. Irgendwann in einem Juni wurde von der medizinischen Abteilung Alarm gegeben, weil plötzlich bei zwanzig der damals etwa 100 Beschäftigten angeblich Plutonium im Urin gefunden wurde, dabei allerdings auch bei Büropersonal, das mit der Hantierung von Plutonium nichts zu tun hatte. Erst nach Tagen konnte nachgewiesen werden, dass es sich um kleine Mengen Polonium der „Spargelesser“ gehandelt hatte, da die beiden zu messenden Alphaenergien (5,304 MeV bei 210-Polonium gegen 5,147 MeV bei 239-Plutonium) nur 3% auseinander liegen und messtechnisch damals noch schwer zu trennen waren.

Dass Polonium im Zigarettenrauch mit Sicherheit Raucherkrebs auslöst ist seit den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt, es gibt hunderte von Studien und war auch bei den Prozessen in den USA gegen die Zigarettenindustrie im Gutachten 3) Mit Sicherheit ist Polonium nicht der einzige Grund von Raucherkrebs, einige Untersuchungen sehen z.B. die polycyclischen Aromaten (Anthracen, Benzo(a)fluoren, Benzo(a)pyren, Phenanthren, Pyren ...) sowie die tabaktypischen Nitrosamine (z. B. das N-Nitroso-dimethylamin, -methylethylamin, -nortnicotin, -diethanolamin und 1-Nitrosopyrrolidin und -piperidin) als gefährlicher an. Die Zusammenhänge sind aber komplizierter da im Zigerettenrauch auch Stoffe drinnen sind die die (Krebs-)Selbsheilungskräfte der Zelle schwächen (z.B. Benzo(a)pyren schädigt das Gen p53).

Die Gefahren, die vom Diesel-Feinstaub ausgehen sind m.W.n. in keiner Form mit Polonium oder Radioaktivität in Zusammenhang zu bringen (würde mich bei einem fossilen Brennstoff und der Halbwertszeit von Polonium auch sehr wundern).

Gruß
Berthold

Quellen:
1) http://www.suchtmittel.de/info/nikotin/002068.php
2) http://www.mathias-braun.de/index.php?id=181
3)  http://legacy.library.ucsf.edu/tid/vmm56c00
« Letzte Änderung: 20 Nov 08, 10:28 von berthold »

Offline cmd.powell

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #63 am: 21 Nov 08, 19:16 »
Dass Polonium im Zigarettenrauch mit Sicherheit Raucherkrebs auslöst ist seit den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt, es gibt hunderte von Studien und war auch bei den Prozessen in den USA gegen die Zigarettenindustrie im Gutachten 3) Mit Sicherheit ist Polonium nicht der einzige Grund von Raucherkrebs, einige Untersuchungen sehen z.B. die polycyclischen Aromaten (Anthracen, Benzo(a)fluoren, Benzo(a)pyren, Phenanthren, Pyren ...) sowie die tabaktypischen Nitrosamine (z. B. das N-Nitroso-dimethylamin, -methylethylamin, -nortnicotin, -diethanolamin und 1-Nitrosopyrrolidin und -piperidin) als gefährlicher an. Die Zusammenhänge sind aber komplizierter da im Zigerettenrauch auch Stoffe drinnen sind die die (Krebs-)Selbsheilungskräfte der Zelle schwächen (z.B. Benzo(a)pyren schädigt das Gen p53).

Ah, ok, das glaube ich schon eher. Das Polonium im Körper mit Sicherheit Krebs verursacht/verursachen kann, glaube ich natürlich auch. Nur nach Deinem vorletzen Post hörte es sich in meinen Ohren so an, als wenn das Polonium im Tabakrauch einzig und alleine für Krebs bei Rauchern verantwortlich wäre. Polycyclische Aromaten werden - unter anderem - auch für das cancerogene Potential von Dieselruß verantwortlich gemacht. Diesbezüglich fand ich ja mal eine Studie vom Flughafen Hannover so lächerlich, worin Biodiesel auf keinen Fall gesundheitsgefährdend wäre und in jedem Falle besser als "normales" Diesel. Das Zeug wurde eine Zeit lang in den GPU's verwendet (GPU = Ground Power Unit = unabhängige Stromversorgung für Flugzeuge). Viele Mitarbeiter hatten sich nämlich über den extrem unangenehmen "Frittenbudengeruch" beschwert. Naja, das Biodiesel ansich mag ja nun wirklich harmloser sein als normales Diesel, die Verbrennungsrückstände werden sich aber die Hand reichen können. Besonders wenn man mal die schwarzen Wolken gesehen hat, die aus einer typischen GPU kommen. Naja, und wenn da noch eine evtl. Poloniumbelastung hinzukäme, da Biodiesel ja nun ein landwirtschaftliches Produkt ist... Ich glaube, das hat noch nie jemand untersucht und da wäre ich auch nie drauf gekommen. Inzwischen ist das Thema Biodiesel aber eh vergessen und es rußt wieder das olle "normal"-Diesel - hust.

Offline uwe

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #64 am: 22 Nov 08, 08:57 »
Ehrlich gesagt, mir (und möglicherweise auch noch vielen anderen Forumsmitgliedern) gehen die periodisch wiederkehrenden, unsäglichen Radioaktivitätsdiskussionen auf den Keks. Wer Angst vor Radioaktivität hat sollte unbedingt mit den Sammeln von Mineralen aufhören.

Wir sind doch hier keine Plattform der Grünen.

Uwe

Offline crunchyrocks

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #65 am: 29 Jan 09, 06:06 »
Dass in der Zeit des kalten Krieges ausgerechnet Uran rübergekommen sein soll - hmm glaub ich nicht so recht.  Eher war wohl der Preisverfall auf dem Weltmarkt die Ursache, dass sich die Kleinstlagerstätten nicht rentierten.

Offline caliastos

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #66 am: 29 Jan 09, 08:30 »
ob ein rohstoff abgebaut wird hängt nicht nur vom marktpreis ab. der kann so hoch sein wie nie und dennoch rentiert sich der abbau auf grund der bindung des rohstoffes nicht usw.

Offline triassammler

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #67 am: 29 Jan 09, 08:43 »
Zitat
ob ein rohstoff abgebaut wird hängt nicht nur vom marktpreis ab. der kann so hoch sein wie nie und dennoch rentiert sich der abbau auf grund der bindung des rohstoffes nicht usw.

Wenn der zu erzielende Gewinn die Förderkosten übersteigt wird abgebaut. Schließlich hat niemand Geld zu verschenken.

Gruß,
Triassammler

Offline caliastos

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #68 am: 29 Jan 09, 18:10 »
dem stimme ich definitiv nicht zu. was nützt dir der schönste markpreis und geringe förderkosten wenn du in der aufbereitung so viel energie aufwenden musst um den rohstoff zu bekommen, dass es sich dennoch nicht rechnet.

es gibt z.b. durchaus lagerstätten die sehr reich an bestimmten rohstoffen sind, die dennoch niemand abbaut. nimm einfach mal die methanvorkommen in form der hydrate. sehr viel vorhanden, und wer baut es ab? oder besser, wer kann's denn abbauen?
auf der anderen seite gibt es lagerstätten, deren rohstoff bescheiden gebunden ist, und die aufbereitung das unwirtschaftlich macht.
auch wird nicht alles abgebaut, nur weil der preis hoch ist und die förderkosten gering. sehr oft wird gleiche qualität gewünscht. wer nur das beste abbaut ist schön dumm, weil er den rest später bei fallenden preisen kaum los wird. oder man will den markt nicht überschwemmen um die preise zu ruinieren.

nur weil der preis gerade gut oder schlecht ist, wird nicht gleich die produktion hochgefahren. überlicherweise fährt man mischkalkulationen, die gleiche gewinne garantieren. niemand wird seine ganzen vorkommen und reserven nur wegen steigenden preisen angehen. dir firmen sichern sich im vorfeld claims, die sie erst in 10 jahren abbauen wollen, wenn der aktuelle abbau nichts mehr her gibt.

Offline triassammler

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Re: Radioaktive Mineralien
« Antwort #69 am: 29 Jan 09, 19:09 »
Zitat
dem stimme ich definitiv nicht zu. was nützt dir der schönste markpreis und geringe förderkosten wenn du in der aufbereitung so viel energie aufwenden musst um den rohstoff zu bekommen, dass es sich dennoch nicht rechnet.
Mea culpa, mit "Förderkosten" meinte ich eigentlich die Gesamtkosten. Prospektion, Erschließung, Förderung, Aufbereitung. Ich hätte "Gestehungskosten" sagen sollen.