Hallo,
Wie Berthold und die anderen schon sagten: Kein einfacher Prozess, es gibt viele Faktoren. Insbesondere natürlich Druck, Temperatur, Lösungszusammensetzung (p-T-x).
Letztlich versuchen alle Kristalle, bei gegebenem Volumen eine möglichst geringe Oberfläche zu erzielen. Der ideale Körper wäre eine Kugel, was aber wegen der Kristallstruktur nicht geht (nur amorphe Verbindungen bilden ideale Kugeln, alle Kugeln aus Mineralen sind entweder (zumindest in mikroskopischen Größen) getreppt oder aber Aggregate). Die ideale Form im kristallinen Zustand sind einfache kubische Formen wie Würfel und Oktaeder. Es können aber nicht alle Verbindungen kubisch kristallisieren, da die Struktur (bei Raumtemperatur) zu sperrig, verzerrt oder sonstwie niedersymmetrisch ist.
Gruppentheoretisch und von idealen Kugelpackungen (gleichgroße Kugeln) ausgehend, kann man kubisch und hexagonal holoedrische Strukturen als die beiden höchstsymmetrischen Strukturen betrachten, während alle anderen nur Untergruppen der beiden sind. Solche treten v.a. bei Metallen auf (z. B. Cu, Au, Mg).
Nun versuchen niedersymmetrische Strukturen höhere Symmetrie zu erhalten, was natürlich nicht geht. Aber durch Zwillingsbildung kann eine höhere "Pseudosymmetrie" erhalten werden. Beispiele: pseudohexagonale Drillinge bei Cerussit, Anglesit, Aragonit; oder eben Zeolithe wie Chabasit oder Phillipsit oder Harmotom (bei denen alles von monoklin/triklin über pseudo-orthorhombisch, pseudo-tetragonal bis hin zu pseudo-kubisch denkbar ist).
Eine andere Sache sind Zwillingsdomänen, die dann auftreten, wenn ein Mineral in der (höhersymmetrischen) Hochtemperaturmodifikation kristallisiert und dann auf Raumtemperatur abkühlt (bei der die niedriger symmetrische zweite Modifikation stabil ist). Ich rede hier nicht von displaziven Umwandlungen (z.B. Quarz), bei denen keine Verzwilligung auftritt. Beispiele hier wären Leucit (kubisch-tetragonal) oder Feldspäte (z.B. Mikroklin, Orthoklas).
Glück Auf!
Smoeller