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Autor Thema: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?  (Gelesen 5860 mal)

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Offline monschterle

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Hallo,

eher ein ungewöhnlicher Ansatz zur Frage: es steht bei einem Pferd mit ungewisser Vorgeschichte eine Szintigraphie an,
Diagnoseaussicht ebenfalls ungewiss. Da die Untersuchung recht teuer ist würde mich interessieren ob diese in der Vergangenheit
evtl. schon einmal durchgeführt wurde.

Ist es möglich mit vertretbarem Aufwand dies festzustellen?

Gruss und Danke
Mandy

Offline Hg

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #1 am: 06 Feb 09, 21:50 »
Hallo,
mir ist leider nicht so ganz klar, worauf die Frage abzielt (auch, ob ein Mineralogie- bzw. Fossilienforum für so eine Frage unbedingt der richtige Ort ist).
Zitat
Da die Untersuchung recht teuer ist würde mich interessieren ob diese in der Vergangenheit evtl. schon einmal durchgeführt wurde.
Beim Menschen ist das heute eine Routinemethode. In der Diagnostik wird beim Menschen 99mTc zur Szintigraphie eingesetzt, da es eine relativ kurze Halbwertszeit hat (siehe auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Technetium#Verwendung).
Gruß,
Andreas
« Letzte Änderung: 06 Feb 09, 21:54 von Hg »

Offline monschterle

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #2 am: 06 Feb 09, 21:56 »
Nun, ich weiss nichts über das Pferd. Sollte aber die Untersuchung schon einmal durchgeführt worden sein, wäre eine weitere nicht nötig, da das Ergebniss
eindeutig wäre. Es gibt keine Aufzeichnungen etc. nur das Pferd als eventuelle "Strahlenquelle"...

In Wikipedia habe ich gelesen dass dieses 99mTc zu 99Tc zerfällt, mit einer Halbwertszeit von 220.000 Jahren.
Wie gesagt bin völliger Laie...

Offline aca

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #3 am: 06 Feb 09, 23:06 »
Hallo,

ich versuche mal zu "übersetzen".

99mTc hat eine Halbwertszeit von 6 Stunden.
99Tc hat eine Halbwertszeit von 211000 Jahren.

Das heisst, man kann sehr kleine Mengen 99mTc nehmen, weil es für kurze Zeit einen
ziemlichen Rabatz veranstaltet und sehr stark strahlt.
Die freiwerdende Gamma-Strahlung wird den Körper aber zum grössten Teil
ohne Wechselwirkung verlassen (und dabei gemessen).
Dabei entsteht dann 99Tc, dass wesentlich langsamer zerfällt
(zu 99Ru, das selbst nicht radioaktiv ist).

In der Zeit, in der das Pferd noch lebt (< 20 Jahre), würde von dieser relativ kleinen Menge
dann etwa 1/10000stel zu Ru zerfallen, wenn nicht der Grossteil ohnehin
wieder ausgeschieden würde (es setzt sich also z.B. nicht in den Knochen fest oder so).

Die Methode ist also insgesamt ziemlich harmlos und man wird nach ein paar
Tagen Schwierigkeiten haben, die Radioaktivität überhaupt noch zu messen.

Amir

Offline monschterle

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #4 am: 06 Feb 09, 23:09 »
Hallo,

danke für die Antwort. Ich hatte gehofft das man es noch nachweisen könnte.

Mandy

Offline berthold

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #5 am: 06 Feb 09, 23:36 »
Hallo,

Zitat
Ich hatte gehofft das man es noch nachweisen könnte.

nachweisen - mit entsprechendem Aufwand (Gammaspektroskopie) - vermutlich schon.

Gruß
Berthold

Offline Hg

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #6 am: 07 Feb 09, 05:24 »
Zitat
nachweisen - mit entsprechendem Aufwand (Gammaspektroskopie) - vermutlich schon.
nein; 99Tc ist ein reiner beta-Strahler (noch dazu ein sehr weicher beta-Strahler; no gamma). Der Nachweis bzw. die Messung erfolgt dann "am einfachsten" über LSC (und das macht nicht wirklich Spaß so etwas zu suchen  :-X).
Gruß,
Andreas

Offline berthold

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #7 am: 07 Feb 09, 10:43 »
Hallo,

Zitat
nein; 99Tc ist ein reiner beta-Strahler (noch dazu ein sehr weicher beta-Strahler; no gamma).


hmm, wenn ich nudat richtig lese kommt da schon auch gamma vor (von 2.1 bis 322 keV). O.k. nicht viel  ;) aber eben nicht Nichts.

Gruß
Berthold

Offline trommeln

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #8 am: 07 Feb 09, 19:13 »
Das Tc für die Szintigrafie ist mit so kurzer Halbwertszeit, dass du nach wenigen Tagen nichts mehr nachweisen kannst.
Eine Untersuchung geht so vor sich: Man bekommt das Tc gespritzt und muss dann 3 Stunden warten. Danach hat sich das TC im Skelett oder so verteilt und kann gemessen werden. Nach weiteren 3 Stunden ist es schon langsam wieder schwierig.. Das Tc ist so eingestellt, dass es an etwas angehängt wird. Also nierengängig, knochengängig oder lebergängig.. und so wird es auch wieder ausgeschieden.. also über die Nieren. Du hast nach kurzer Zeit die Blase total voll von dem Zeugs und eben.. am nächsten Tag ist der Körper entleert!

Ob ihr eine 2. Untersuchung machen möchtet ist egal.. tut dem Tier nicht weh, nur deinem Geldbeutel.. da aber Pferde sehr teuer sind, kann sich der Aufwand doch lohnen.

Offline Hg

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Re: Technetium bei Szintigraphie - wie lange nachweisbar?
« Antwort #9 am: 09 Feb 09, 17:02 »
Hallo Berthold,
nachdem ich jetzt mir mal einen gamma-Katalog durchgeblättert habe, mit der Nuklidkarte verglichen habe und auch mal nudat angeschaut habe........über Gammaspektromerie wird man 99Tc nur finden, wenn das eine ordentliche (richtig ordentliche) Aktivität  hat. Die stärkste Linie bei 89.6 keV tritt gerade mal mit einer Übergangswahrscheinlichkeit von 0,0010 % auf. Die anderen Linien liegen irgendwo im E-4 bis E-6-Bereich.
Gruß,
Andreas