https://www.mineralbox.bizhttp://www.phillisverlag.de/Kalender-Shop/Mineralienkalender/https://www.juwelo.de

Autor Thema: dunkelgrauer Flint  (Gelesen 20531 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #15 am: 12 Feb 09, 08:20 »
Zitat
aber genauso zu kieseligem kalkstein
Genau- an verkieselten Kalk dachte ich auch schon. Nur, womit unterscheidet man das?

Uwe

solange noch etwas karbonat enthalten ist sollte 10% salzsäure ne reaktion zeigen. allerdings. bruchfläche erst mal säubern und auf das gestein selbst und keine trennfläche auftragen

Offline -M-

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 746
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #16 am: 12 Feb 09, 12:42 »
Hallo,
das Stück auf Bild 05. würde ich aufgrund der zu erkennenden, sehr typ. Außenhaut , als regulären Flint bezeichnen.
Die Stücke von Bild 01. - 04. sehen für "normalen" Flint schon etwas merkwürdig aus ...

Gruß -M-

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #17 am: 12 Feb 09, 14:11 »
Hallo,

nein mit Salzsäure reagiert er nicht
Gruß Marie

Offline Blackminer

  • ***
  • Beiträge: 468
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #18 am: 12 Feb 09, 19:47 »

Ich kann erst jetzt antworten.
Erst mal Danke an caliastos, der hat dass, was ich meinte, in die richtigen Worte gefasst! Kluft usw, ist eben eine Frage der Definition. Kommt nur auf die Berufsgruppe an.
Lt. meiner Literatur war der Odenwald auch nicht vereist. Dass es die Alpen waren, ist ja kein Geheimnis.
Der Flint kann doch auch von Süden gekommen sein. Es sind ja Fundstellen, für Flint, im Alpenraum bekannt ...

Offline Mark77

  • ***
  • Beiträge: 336
  • Sine musica nulla vita.
    • Eigene HP Institut für UFG, Tübingen
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #19 am: 12 Feb 09, 19:58 »
Also meiner Meinung nach könnte es auch einfach Muschelkalkhornstein aus dem mm sein.
Laut meinen bisherigen Beschreibungen vom mm-MKH gibt es eine bläuliche Variante davon.

Was den Odenwald angeht und ja Caliastos, klar kann so ein Silex auch über die Moränen, Geltscherschmelze oder was-weiß-ich-wie dort hingelangt sein.
« Letzte Änderung: 12 Feb 09, 22:08 von Mark77 »

Offline caliastos

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.569
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #20 am: 12 Feb 09, 21:30 »
äh, sprach eigentlich davon, dass auch mal ein gletscher hat drauf liegen können, aber odenwald kenne ich sonst nur randlich, nicht in der form.

Offline Chlorkäfer

  • *
  • Beiträge: 5
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #21 am: 04 Mar 09, 15:18 »
NEIN! Das ist weder Flint noch Muschelkalkhornstein und hat schon gleich gar nichts mit dem antstehenden Gestein zu tun. Und Gletschergeschiebe ist ebenfalls völliger Unfug! Der Odenwald war nie vergletschert! Schaut mal in den Diercke-Atlas, S. 115 (Weichsel-/Würmeiszeit), den hat jeder Gymnasiast in Bayern zuhause liegen. Der lag im PEriglazialbereich zwischen Alpen- und Skandinavischer Vereisung! Hier war Tundralandschaft und Lebensraum des paläolithischen Menschen! Hier sind Neandertaler durch die Gegend gezogen und wurden später von unseren eigenen Vorfahren abgelöst. Beide haben zur Artefaktherstellung auf das Material zurückgegriffen, welches unmittelbar vor Ort oder zumindest in Reichweite lag. Es handelt sich dabei um ein angeschlagenes Kieselschiefergeröll aus dem Flusstal. Damit ist es ein typisches paläolithisches Artefakt, wie sie hier bei uns in Unterfranken auf flussbegleitenden Höhenzügen des Mains immer wieder liegen.
Muschelkalkhornstein ist nichts anderes als verkieselter Muschelkalk und daran erkennbar, dass er übersäht ist mit kleinen Oolithen und Muschelschalen. Manchmal wurden auch daraus Werkzeuge hergestellt. Das vorliegende Gestein reagiert natürlich nicht auf Salzsäure, weil es aus Siliziumdioxid besteht, das Zeug ist aus Quarzgel. Kieselschiefer ist der versteinerte Rest von winzigen abgelagerten Meerestierchen, den Radiolarien. Unsere Mittelgebirgsflüsse, speziell der Main hat das Zeug aus dem Frankenwald bzw. Fichtelgebirge herantransportiert.
"Silex" ist in der Tat die Bezeichnung für alle Arten von verkieseltem Gesteinsmaterial. Die Archäologen fassen diese Gesteinsgruppen zunächst ohne Rücksicht auf Verluste zusammen, erst dann wird genauer unterschieden. Es handelt sich dabei also um Silex, genauer gesagt um Radiolart, genauer gesagt um Kieselschiefer. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Geologen und Archäologen nie wirklich Freunde werden können...
Und wie gesagt, so wie das Stück ausschaut, hast du sogar ein richtiges Werkzeug aufgelesen.
Grüße,

Thomas

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #22 am: 04 Mar 09, 16:36 »
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Antwort.

Hatte auch  den "Neandertaler" im Auge. War aber  nur eine Vermutung von mir....
 Kaum 2 km entfernt befinden sich zwei Hügelgräber.
Bei dem zweiten Fund lagen Splitter dabei. Und auch diese kleinen seltsamen Schlackenteile. Weis der Geier....vielleicht gehören sie zusammen.

Egal wie ich freu mich über deine Antwort

Maria

Tapir

  • Gast
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #23 am: 04 Mar 09, 16:50 »
Also wenn es Neandertaler waren dann gehören weder die Schlackenteile noch die Hügelgräber dazu.... ;)

Zitat
Das vorliegende Gestein reagiert natürlich nicht auf Salzsäure, weil es aus Siliziumdioxid besteht, das Zeug ist aus Quarzgel. Kieselschiefer ist der versteinerte Rest von winzigen abgelagerten Meerestierchen, den Radiolarien.

Quarzgel ist eher SiO2 (bzw 4) x n H2O, oder? Und Kieselschiefer sind nicht immer biogen gebildet worden (s.u.). 8)

Da es sich bei dem Stück nicht um einen definierten Werkzeugtyp handelt, ist es höchstens ein "benutzter Gesteinsbrocken", laut archäologischer Definition. Da das Gebiet anscheinend mit Fremdmaterial kontaminiert ist könnte es sich durchaus auch um kreidezeitliche Feuersteine handeln (Ich habe Feuersteingerölle aus der norddeutschen Kreide auch schon in den südlichen Alpen gefunden, beim "human impact" hilft dann auch der beste ungenaue Schulatlas nichts... Egal in welchem Bundesland man ihn liest ;) )

Zitat
Bei dem zweiten Fund lagen Splitter dabei.

Könnte es sein, dass den dann jemand kurz vor dir schon gefunden hat? Die Schlagflächen sehen nämlich verdächtig frisch aus für jungsteinzeitliche o. auch bronzezeitliche Werkzeuge.....

Mich erinnert das Gestein an die Kieselschiefer der Büchenbergfolge im Harz. Diese sehr harten, splittrig brechenden Kieselschiefer sind häufig auch noch als Gerölle anhand ihrer orthogonalen Form, die auf der Klüftung beruht, zu erkennen. Sie haben eine hellgraue Farbe. Petrographisch handelt es sich bei ihnen um sedimentierte Kieseltuffe (HAAGE 1967) mit hohem Glastuffanteil die unter oxidierenden Bedingungen abgelagert wurden. Feldspäte wurden in Quarz und Tonminerale umgewandelt (ZELLMER 1996). Mitunter sind Radioloarien zu erkennen, die jedoch, im Vergleich zu den Ahrensfelder Kieselschiefern, nicht gesteinsbildend auftreten. Sie verwittern gelblich und mitunter ist an angewitterten Stücken noch die ursprüngliche Schichtung zu erkennen.

Bei den verkieselten Bereichen des Muschelkalks kenne ich mich nicht aus, kann diese also nicht per se ausschließen. Aber bei verschlepptem Material kann das Zeug aus allen möglichen Regionen kommen. Siehe die Flinte von Helgoland oder die Feuersteine aus Deutschlands ältester Bergbaufolgelandschaft: dem Aachener Stadtpark ;) )




Zitat
Die Archäologen fassen diese Gesteinsgruppen zunächst ohne Rücksicht auf Verluste zusammen

Danke für diesen Satz ;)


edit: Schreibfehler... :(
« Letzte Änderung: 04 Mar 09, 17:28 von Tapir »

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #24 am: 04 Mar 09, 17:32 »
Hallo Tapir,
Zitat:
Könnte es sein, dass den dann jemand kurz vor dir schon gefunden hat?

Es gibt nichts das es nicht gibt........aber  kaum vor zu stellen.  Bei uns gibt es nur die "Marie" die quer über den Acker schlappt ;)
Bei all dem angelieferten  Schutt sollte der sich nicht auch  auch irgendwie auf den Feldwegen spiegeln? Ich habe die ältesten Feldwege "zerlegt"
Jo grauer splittriger Muschelkalk den find ich und manchmal noch nicht mal den.
Aber man kann ja nicht wissen wieviel Apelwoi der Bauer intus hatte und den Acker anstatt  mit Saat
mit Geröll bestückt hat ;D
Wie gesagt nichts das es nicht gibt...das Menschenleben gibt es ja schon ne Weile ;)

Gruß Marie

Offline Chlorkäfer

  • *
  • Beiträge: 5
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #25 am: 04 Mar 09, 19:01 »
Hallo zusammen,

ich bitte sauber auseinanderzuhalten: Neandertaler - Grabhügel - Schlacke, v.a. wenn 2 km dazwischen liegen.

Die ganz alten Steinwerkzeuge sind als Flussgeröll einfach aufgesammelt worden, (nötigenfalls einmal in der Mitte auseinander geknackt), dann einseitig grob retuschiert worden. Reicht zum Zerlegen und läuft als "Chopper". Wenn man schon beidseitige Retuschen erkennen kann, geht es als "Chopping Tool" durch. Solche groben Sachen kommen schon mal vor. Man kann solche Dinger aber auch als Halbfabrikate ansprechen, d.h. da hat jemand getestet, ob das Material was taugt und bei Nichtgefallen das Stück angeschlagen wie es war einfach wieder verworfen. Heißt bei uns dann "angeschlagene Gerölle". Oder es ist ein Kern. Man findet an solchen Plätzen alle möglichen ortsfremden Überbleibsel aus dem besagten Material. Gelegentlich ist dann auch mal ein absolut gut ansprechbares, komplett erhaltenes Werkzeug dabei; manchmal aus Altersgründen patiniert, manchmal nicht, manchmal vom Windschliff dezent überformt,...

Was Marie da gefunden hat, geht, so wie ich das sehe, auf jeden Fall mal als Artefakt durch. Müsste halt dranbleiben und die Fundstelle mal gut im Auge behalten. Hab letzte Woche Ähnliches gefunden und bei genauerer Untersuchung kamen zwei ganze handvoll Trümmerstücke, Kerne, Abschläge, Klingen und sogar ein echt feiner Kratzer herein. Man braucht halt einen Blick dafür...

Marie, schau dich mal hier um: http://www.sucherforum.de/smf/index.php?PHPSESSID=12c262dcbe3c84ea8249515f315bfe7f&board=111.0

Schöne Grüße,

Thomas

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #26 am: 04 Mar 09, 20:25 »
 die  Marie ist dort bekannt. Da hatte  ich diese Funde schon vorgestellt
samt gepinselte Scherbe und allerlei  ;)
Der Flintbeitrag war unbefriedigend.  Aber auch zu verstehen ...alles ist augenscheinlich. Ich bewundere eh alle die  Antworten geben.

 Gruß Marie

Offline Gerhard

  • ***
  • Beiträge: 384
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #27 am: 04 Mar 09, 23:16 »
Hallo
In der Lausitz gibt es viele Flintarten-und nach dem Bruch zu urteilen,ist es ein dunkelgrauer Flint --Feuerstein
oder manchmal auch Silex genannt.
Flint ist ein Sedimentgestein(Kieselstein)bestehend aus Calcedon(siliciumdioxyd)
Flint tritt in vielen Farben auf zB. durch Kohlenstoffeinschlüsse ist er schwarz --- durch Lufteinschlüsse ist er weisslich
usw. Da er ja aus SIC -dioxid besteht also aus Calcedon kann er Jaspisartig-- Opalartig--Achatartig--Quarzig sein.
-also farbenvielfältig
Die beste Prüfung zum erkennen ist eine Schlagprüfung,wobei mit einem anderen harten Stein auf den Flint ein
                                                                                                                                                                             
kurzer harter Schlag ausgeführt wird. Durch diese Schlagenergie breiten sich Wellen aus, die zu einem sehr
scharfen Bruch führen!!!!!!!!  (Augen unbedingt schützen)

Gruss Gerhard

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #28 am: 05 Mar 09, 10:14 »
Hallo Gerhard,

ich habe deinen Rat befolgt, Stein auf Stein ....na das ist ein Ding, das klappt tatsächlich. Ich muß Heunenblut in mir haben ;D
Feinste Splitter gingen ab, scharf wie eine Rasierklinge.  Und das ohne Übung....... :D

Gruß Marie

Offline Druide

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 535
Re: dunkelgrauer Flint
« Antwort #29 am: 12 Jul 09, 10:13 »
Hallo,

 mir ist  aufgefallen  das der "Flint" auf gleicher Höhen liegt
 ich  habe gegoogelgeeartht
und bin die Höhemeter abgeflogen und anschliesend abgelaufen.
Im Wald habe ich Geröll angetroffen.
Abgerollter Sandstein, Kieselschiefer, Hornstein und einen weiteren "Flint".

Wer weis wo dieser dunkle Flint vor kommt?

Und liegt bei diesem Stein eventuell eine Verwandtschaft vor?
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,21853.0.html

Danke für mögliche Antworten

Gruß Maria





.

« Letzte Änderung: 12 Jul 09, 10:49 von Druide »

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge