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Autor Thema: Schwarz Weiß Granit?  (Gelesen 13082 mal)

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Offline Blackminer

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #15 am: 12 Feb 09, 20:08 »
Jetzt mal ganz unbedarft in die Runde geworfen! 

Lt. R.Walter "Geologie von Mitteleuropa" S. 209, sind nicht unwesentliche Teile des Odenwalds aus flasergranitoiden Gesteinen aufgebaut.
Solch ein Gestein liegt doch nahe! 
Nach meinem Verständnis ist das ein Granit oder Granodiorit, der etwas Metamorphose "abbekommen" hat und für den es zum Gneis "nicht gereicht hat".

Offline berthold

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #16 am: 12 Feb 09, 21:10 »
Hallo,

Zitat
Solch ein Gestein liegt doch nahe!
 

da würde ich mich nicht dagegen wehren, wobei Gesteinsbestimmung via Foto schon echt problematisch ist  ;). Der Ilmenit würde jdenfalls da gut reinpassen.

Gruß
Berthold

Offline minuwe

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #17 am: 13 Feb 09, 00:11 »
Hallo Berthold, alles richtig was du schreibst. Habe den alten Schinken  ;) nur zitiert, weil da der "Ilmenit" im Odenwald als besonders eisenreich beschrieben wurde und- sorry- 30 Gewichtsprozente Unterschied zu anderen Fundstellen, dazu reichen die alten Verfahren allemal. Ilmenit ist nicht falsch, aber eben recht ungenau, da bereits die letzten 200 Jahre der Ilmenit in Untervarietäten untersetzt ist. Dabei ist egal, wenn alle paar Jahre sich die Bezeichnungen ändern. Und es gehtt hier nicht unbedingt um Gemische, sondern Mischkristalle. Wenn es jetzt schon nur noch für die gesamte Gruppe "Ilmenit" gibt, gibt es in zehn Jahren womöglich nur noch "Eisenmineral"  ???  Du verstehst, was ich meine? Wir sind doch sonst so peniebel. Und trotzdem: entkräfte, dass reiner Ilmenit nicht magnetisch ist, hier bleibt ein Haushaltmagnet hängen. Deshalb behaupte ich weiter: Mischkristalle.

Es dreht sich hier ja, wie in Marias anderen Threads, hauptsächlich um den Magnetismus, und der scheint in der Gegend viele Gesichter zu haben.

Gruß
Uwe
« Letzte Änderung: 13 Feb 09, 00:28 von minuwe »

Offline berthold

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #18 am: 13 Feb 09, 10:12 »
Hallo Uwe,

so ganz klar ist mir nicht was Du meinst.

Zitat
Und trotzdem: entkräfte, dass reiner Ilmenit nicht magnetisch ist, hier bleibt ein Haushaltmagnet hängen.

Also reiner Ilmenit ist paramagnetisch und hat m.W.n. eine magnetische Suszeptibilität von 8042K in 10-6 SI, also weit mehr als z.B. Biotit und das sollte für den "Haushaltsmagnet" reichen.

Zitat
Und es gehtt hier nicht unbedingt um Gemische, sondern Mischkristalle. Wenn es jetzt schon nur noch für die gesamte Gruppe "Ilmenit" gibt, gibt es in zehn Jahren womöglich nur noch "Eisenmineral"  Huh  Du verstehst, was ich meine? Wir sind doch sonst so peniebel.

Es geht um beides, Mischkristalle und mehrphasige (typischerweise Entmischungen) Verwachsungen. Ich habe da mal ein Diagramm angehängt: Ternäres System: Rutil (TiO2 ) – Wüstit ( FeO) – Hämatit, Maghemit (Fe2O3 ). Dabei muss man sagen dass bestimmte Mischkristalle (z.B. Ilmenit-Hämatit um mal in der Mitte durchgzugehen) nur überhalb bestimmter Temperaturen existieren und sich unterhalb dieser Temperatur eben entmischen. Dazu kommt dass die Endglieder ja recht unterschiedliche Kristallstruktur haben, für eine Mineraldefinition ist aber nicht nur die chemische Zusammensetzung sondern eben auch der Struktur von Bedeutung. Die IMA benennt logischerweise nur die Endglieder bzw. die strukturell und stöchiometrisch eindeutig greifbaren Phasen als Mineralien. Die Natur macht allerdings in der Regel keine sauberen Endglieder, deswegen werden alle dem jeweiligen Endglied nahestehenden (nächststehenden) Phasen (Mischkristalle) ebenfalls mit dem Namen des Endglieds belegt. Also "Eisenmineral" wird nicht kommen.

Ich möchte in diesem Thread (es ging ja eigentlich um Gesteinsbestimmung) nicht zu sehr OT werden und es mit dieser Antwort beenden. Wenn Du noch weitere Info's brauchst können wir uns aber gerne auf email-Basis austauschen.

Gruß
Berthold

Offline minuwe

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #19 am: 13 Feb 09, 11:51 »
Zitat
so ganz klar ist mir nicht was Du meinst.
Noch verkürzter: Wegen des auffälligeren Magnetismus sind meiner Meinung nach nicht nur reiner Ilmenit (Endglied) sondern auch die in dem mir auch bekannten Diagramm dargestellten beteiligten Mischglieder beteiligt.

Wenn wir jetzt "unter der Decke" weiterflüstern, wem sollte das was bringen, in den einzelnen Punkten widersprechen wir uns nicht, aber als Hobbysammler unterliege ich nicht den Vorschriften der IMA und darf sehr wohl noch Begriffe wie Titanomaghemit verwenden, die sagen einfach etwas mehr mehr aus, man hätte sie sonst nicht irgendwann mal eingeführt. Aber falls du noch Infos hast, sende sie mir bitte.

Gruß
Uwe

Offline Druide

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #20 am: 13 Feb 09, 12:16 »
Hallo,

ich habe ein Stück abgebrochen  und zerkleinert.
Vielleicht  ist auf den Bildern  was zu erkennen.
Gruß Marie

Offline Krizu

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #21 am: 13 Feb 09, 12:40 »
Dabei muss man sagen dass bestimmte Mischkristalle (z.B. Ilmenit-Hämatit um mal in der Mitte durchgzugehen) nur überhalb bestimmter Temperaturen existieren und sich unterhalb dieser Temperatur eben entmischen. Dazu kommt dass die Endglieder ja recht unterschiedliche Kristallstruktur haben, für eine Mineraldefinition ist aber nicht nur die chemische Zusammensetzung sondern eben auch der Struktur von Bedeutung.
Gruß
Berthold

Hallo Berthold, hallo Uwe,

ja, die Mischung (Lösung oder Mischkristalle zwischen FeTiO3 und Fe2O3 ist nur bei hohen Temperaturen vorhanden und über geologische Zeiträume kommt es zu einer Entmischung zu Fe2O3 und FeTiO3.

Aber diese Entmischung ist nicht willkürlich, sondern orientiert als Lamellen, da ein paar Gitterebenen zwischen FeTiO2 und Fe2O3 passen.
http://www.ngu.no/prosjekter/Geode/Tellnes/Images/Tellnes%20Fig%2007%20(MF%2070x).jpg

Ich suche mal Zeug=Ilmenit  dass sein Fe2O3 per Chemie verloren hat und halte den Magneten dran.



MfG

Frank

Offline smoeller

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Re: Schwarz Weiß Granit?
« Antwort #22 am: 13 Feb 09, 12:56 »
Hallo,

@Druide: Sieht sehr nach Quarzdiorit aus. Das weiße ist dann Plagioklas, das grauweiße Quarz und das dunkle Hornblende (vielleicht Biotit). Granodiorite, Quarzdiorite und Dioritgneise sind in den Mittelgebirgen nicht selten, es gibt sie im Spessart, im Erzgebirge und im Schwarzwald und auch im Odenwald. Viele der Gneise sind granodioritisch-quarzdioritisch.

Glück Auf!
Smoeller

 

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