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Autor Thema: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen  (Gelesen 8138 mal)

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Offline -M-

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Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« am: 26 Feb 09, 14:24 »
Hallo,
kennt jemand diese oder ähnliche Bildungen von dort oder anderswo ?
Die Hohlräume scheinen mir nicht durch weggelöste xx verursacht
(keine Flächen, Kanten - eher oval-rund, Reiskorn-artig) zu sein.
Darüberhinaus hab ich auch keine Füllungen, Reste davon, oder
nachträglich Gebildetes darin entdecken können
Könnte Entgasung die Ursache sein ? 
(BB: ca.5cm)

Gruß -M-


Offline minuwe

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #1 am: 26 Feb 09, 23:39 »
Hätte gleich an Negative von Calcit- Skalenoedern gedacht, habe so was mit Fluorit- Negativen im Quarz. Aber wenn du Perimorphosen o. ä. ausschließt.... Eventuell wurden die Kristalle erst angelöst (rundliche Form), dann hat sich (der Quarz?) darüber gelegt und dann wurde der Calcit weggelöst.
Besteht das Stück aus Quarz?

Gruß
Uwe

Offline -M-

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #2 am: 27 Feb 09, 04:57 »
Hallo Uwe,

bin mir da nicht sicher, ob ich eine Perimorphose wirklich ausschließen kann,
skeptisch macht mich aber nicht nur die eigenartig Form, und Anordnung
der Hohlräume, sondern, daß sie, bei anderen Stücken, auch bis ins angrenzende
Gestein (oder zumindest in Randzonen zum Nebengestein) hinein auftreten.
Sind übrigens teilweise doch gefüllt, wie ich gerade bemerkt habe :
sieht pulv.-erdig-dicht, grau-weiß aus und wird nur teilweise, und im
Gegensatz zu Calzit , etc. eher mäßig, von konz. HCl angegriffen ...
Das Mineral, was die Hohlräume bildet, ist keine Quarz, und scheinbar auch
kein Karbonat, ( jedenfalls nicht an dem Stück, was ich hier gerade zur Ver-
fügung habe ) ... muß ich mir noch mal genauer ansehen.

Gibt´s hier Sammler, die den Bruch gut kennen, oder sonst irgendwas über
die geol.-min.-Situation dort wissen ?

Gruß -M-

Online smoeller

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #3 am: 27 Feb 09, 08:30 »
Hallo,

Hätte jetzt spontan auch an Calcit gedacht. Die jetzige Füllung kann vieles sein, auch Dolomit oder ein Schichtsilikat mit Dolomit gemengt.

War nur in dem alten Bruch (2001, wird/ist jetzt renaturiert, angefangen wurde schon damals. Dort kamen skalenoedrische Calcite bis ca. 8 cm, Pyrit/Markasit und Chalkopyrit vor. Es war ein sehr ergreifender Anblick damals, vor einer Kluft mit unzähligen Calcitdrusen zu stehen, die die gesamte  Bruchwand bedeckte. Leider außerhalb der Reichweite hingen die 8 cm Teile. Aus Bohrungen soll Epidot bekannt geworden sein. Was seitdem in dem neuen Bruch gefunden wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, der war damals erst eine flache Kuhle.

Glück Auf!
Smoeller

Offline -M-

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #4 am: 02 Mar 09, 15:05 »
Hallo,

@Smoeller - Danke für Deine Antwort, etwa aus der Zeit stammt auch dieses
Material. Die Calzit-Wand, wie du sie beschreibst, kenne ich nicht - könnte aber
sein, daß ich damals kurz davor (oder kurz danach) zumindest Teile davon
schon bzw. noch gesehen habe - war aber ohne großen Aufwand auch nicht
mehr zu holen, als einige gute HS mit xx bis ca.4cm.
Epidot hab ich damals auch gehabt, aber nur in kristallinen Krusten.

An Calzit glaub ich nicht so recht, hab aber auch noch keine bessere Theorie.
Leider kann ich den geol. Zusammenhang des Materials nicht mehr genau
rekonstruieren, scheint sich vom Grundmaterial her (soweit ich das an den Stücken
erkennen kann) um ne Art  Serpentinit im Übergang zu ? zu handeln.
Es gibt da Stellen, die sind der Erscheinung nach typ. körniger Serpentinit
(u.a. mit einzelnen Olivin-Relikten), der in der Hauptsache aus Serpentin-mineralen
besteht. An anderen Stellen scheint der Serpentin - wie verquarzt - (d.h. der farblich
übereinstimmend, aber mit dtl. höherer Härte und spröder, statt milder Tenazität)
und enthält teilweise sogar oo Quarz ( Milchquarz und Hämatit-pigmentierten-, roten Q.) ...
Darüber hinaus hab ich noch ein Stück aus der selben Ecke, auf dem sich eine hellgrünliche,
kristalline Kruste (massenhaft, winzigst, kurz-nadelig-spießige xx, mit Mohs ca.4-5) befindet,
die teilweise auch Perimorphosen nach irgendwelchen (vom Habitus her isometr. xx) gebildet
hat.

Jemand schon mal ähnliches Material von dort gesehen ? Jemand ne Idee zu der kristall.
Kruste ?

Gruß -M-


Offline -M-

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #5 am: 04 Mar 09, 10:14 »
Der vermeintliche Serpentinit scheint wohl eher in Richtung Diabas zu gehen.
Die Serpentin-anteile, die Olivin-Relikte, Farbe, Gefüge, sonstiger Mineralbestand, etc.
scheinen mir dazu passend ... Könnte das stimmen ? (nicht vom Bild irritieren lassen,
darauf ist von dem Diabas selbst nichts zu sehen)
 
Wenn ja, wäre es dann nicht evtl. denkbar, daß es sich bei dem Stück auf dem Bild
um eine Art (Diabas-) Tuff handelt ?

Keiner eine Idee bezüglich der erwähnten kristallinen Kruste ?


Gruß -M-

Offline Blackminer

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #6 am: 04 Mar 09, 16:54 »
Hallo M!
Mit deiner Vermutung Diabas liegst du richtig.
Das dort abgebaute Gestein ist mal ein Diabas gewesen, der durch Metamorphose ein bissel beeinflusst wurde.
Hab gestern ein ähnliches Stück, wie deins, gefunden. Würde auf weggelösten Calcit tippen.

Der neue Steinbruch in Seifersdorf ist, leider, nicht so fündig wie der alte Bruch. Ab und zu werden mal Calcitklüfte angeschossen, welche aber nicht die großen Kristalle bringen.

Viele Grüße!

Offline -M-

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #7 am: 05 Mar 09, 18:09 »
Hallo Blackminer,
Danke für deine Antwort.

Ja, grob gesagt geht es in dem Bruch wohl um einen Diabas - aber bisher habe ich leider kaum etwas
konkreteres, was speziell den Bruch angeht, rausbekommen können.
Was die erwähnte grünliche-kristalline-Kruste (mit nadeligen-spießigen xxM.) angeht, halte ich mittlerweile
Pumpellyit für nicht unwahrscheinlich. (obwohl sie mir dafür fast ein wenig zu hell-grün sind ... )
Was die Hohlräume angeht, glaube ich nicht so recht an "weggelösten Calzit" - wirklich ausschließen kann
ich ihn aber auch nicht.
Daß bisher alle, die sich hier zu Wort gemeldet haben, am ehesten an ex-Calzit-xx denken, hat nat. ein
gewisses Gewicht, zu der Frage, ob es vlt. ne Art Tuff sein kann (die Hohlräume also durch Gas verursacht
sind) kam, zumindest hier, aber bisher weder ein Argument dafür, noch dagegen ... und ob der Fakt, daß ich
bisher keine wirklich ähnlich aussehenden Bilder von Diabas-Tuffen finden konnte, nun besonders schwer
wiegt, oder eher nicht, kann ich nicht wirklich einschätzen - deshalb die Frage diesbezüglich.

Spezielle Untersuchungen zur Geologie / Mineralogie des Bruches scheint es nicht zu geben – jedenfalls
habe ich dazu bisher keine Hinweise finden können ... weiß da vlt. jemand mehr ?

Gruß -M-

PS: aus dem Diabas-bruch im Seidewitztal soll es ähnliches Material geben, hab ich gerade erfahren
« Letzte Änderung: 06 Mar 09, 02:36 von -M- »

Offline -M-

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #8 am: 07 Mar 09, 15:49 »
zitat: "...Was die erwähnte grünliche-kristalline-Kruste (mit nadeligen-spießigen xxM.) angeht, halte ich mittlerweile
Pumpellyit für nicht unwahrscheinlich. (obwohl sie mir dafür fast ein wenig zu hell-grün sind ... )..."

Nur für den Fall, daß es sonst noch jemanden interessiert:

Wahrscheinlicher, da rel. typ. in zersetzten basischen Gesteinen, ist wohl Prehnit (als Produkt zersetzter Plagioklase)

Gruß -M-

Online smoeller

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #9 am: 08 Mar 09, 10:20 »
Hallo,

Zu dem grünen Mineral: wenn es nadelig-spießig ist, wohl kein Prehnit, sondern Epidot/Klinozoisit oder Pumpellyit. Habe einige Pumpellyit-MM aus dem Schwarzwald, die auch eher hellere graugrüne Farben zeigen. Liegt daran, dass nicht immer Fe dominiert, sondern oft Mg, was hellere Farben bringt. Eine genaue Unterscheidung ist oft schwierig.

Glück Auf!
Smoeller

Offline -M-

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Re: Stbr.Seifersdorf, bei Freiberg, Sachsen
« Antwort #10 am: 08 Mar 09, 15:26 »
Hallo Smoeller,
da hast du nat. Recht - hatte ich wohl einen kleinen "Aussetzer".
Die recht charakteristischen Formen von Prehnit xx sind mir ja
eigentl. schon geläufig - keine Ahnung wie ich darauf kam, daß
Prehnit auch nadelig-spießige xx bilden würde ...vermtl. zu
lange am Bino gesessen ... und zu versessen auf eine evtl. passende
Alternative zu Pumpellyit oder Epidot / Klinozoisit.

Danke für´s "Wach-rütteln"
Gruß -M-

 

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