Hallo Eric,
bin gerade aus dem Habachtal zurück...

Die Situation hat sich in den letzten 2-3 Jahren für Sammler verschlechtert, da der Grundstücks-
bzw. Waldbesitzer die Faxen dicke hat und in Polen Umwelt- und Naturschutz zunehmend an
Bedeutung gewinnt. Es wurden bis zu 5 m tiefe, nicht gesicherte Löcher im zersetzten Ryolith
gebuddelt, gefährlich für (unbedarfte)Sammler und Forstleute. Es wurden Bäume unterhöhlt und
sogar die Schienen der stillgelegten Bahnstrecke unten an der Straße als "bergmännischer Verbau"
genutzt. Soviel dazu. Die Achatkugeln sind 3 bis 40 cm groß und meist in Rottönen gebändert.
Oft sind Hohlräume mit traubigem/nierigem Chalcedon und/oder Rauchquarz oder Amethyst ausgefüllt.
Einige der polnischen Sammler verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit dem sammeln, schneiden, polieren
und verkaufen der Stücke und kommen mit dem Fahrrad zur Fundstelle.
Auf Grund der begrenzten Transportkapazität schlagen sie die Kugeln vor Ort auf und lassen für sie uninteressante
Stücke liegen. So gibt es ausreichend Lesefunde, wenn Du willst im Zentnerbereich.
Bei den Lesefunden solltest Du es auch bewenden lassen, egal ob am Berghang oder bei den Bahnschienen,
da inzwischen die Forstbehörde und die Polizei öfter mal "vorbeischaut". Und wer mit (größerem) Werkzeug erwischt
wird, bekommt eine Anzeige und Ordnungsstrafe. Wie hoch? Keine Ahnung. Bei Ausländern wird auch gerne bar abkassiert,
da Polen und Deutschland meines Wissens nach noch immer kein Rechtsverfolgungsabkommen haben.
Übernachten kannst Du bei der Anreise in Görlitz und in Polen in Löwenberg (Lwowek Slansk).
In Polen muß auch tagsüber mit Licht gefahren werden und man sollte die angegebenen Geschwindkeiten einhalten, sonst wirds
teuer.
Die meiner Meinung nach schöneren Achate gibt es ein paar Kilometer weiter in Plocki Gorne, sehr farbenfrohe und formenreiche
Exemplare, mit dem Sammeln sieht es dort aber noch schlechter aus.
Löwenberg ist im Juli Polens "Mineralienhaupstadt", dieses Jahr konnte ich leider nicht hinfahren aber im Rathaus läuft noch bis
Jahresende eine Sonderausstellung mit den fantastischen Funden aus dem Granit von Striegau, welche von den Arbeitern und
im Nachgang von den Mannen von Spirifer Minerals getätigt wurden(z.B. rosa Fluorit auf Quarz). Zum Apetit holen schau mal unter
Spirifer Minerals im Netz.
Last but not least: Einige Polen verkaufen ihre Achate direkt am Strassenrand, die Tische sind beim durchfahren des Dorfes nicht zu
übersehen und die Preise sind sehr moderat.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein

Gruß Frank