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Autor Thema: Taschendosimeter - taugt der was?  (Gelesen 16507 mal)

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Offline caliastos

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #15 am: 06 Jun 08, 20:30 »
@ hg

also wenn es nun schon so genau sein muß, dann korrigiere ich das mal gleich ganz kleinlich. "kein" mineral ist radioaktiv, auch pechblende nicht.

radioaktiv sind nur bestimmte elemente, die ein mineral zum teil aufbauen


aber da es an sich kein einziges mineral gibt, in dem keine einschlüsse oder fremdatome sind, so würde ich das halt nicht so genau nehmen. und bei den millarden von atomen ist es recht unwahrscheinlich kein radioaktives oder instabiles atom beim kristallwachstum zu erwischen.

org-verbindungen und v.a. k-40? also bisher hörte ich immer nur c-14 und bei anorg k-40.

Offline Hg

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #16 am: 06 Jun 08, 20:49 »
nun, caliastos; dann erklär mir doch bitte mal, was an natürlicher Radioaktivität der Organimus noch so alles verstoffwechseln und einbauen soll. Warum finde ich im Kunststoff praktisch keine Untergrundstrahlung? (siehe Diagram; achja.....Ereignisse sind nicht mit Bq zu verwechseln!)
Ein Kollege von mir wollte einmal den Zusammenhang von Polonium im Tabak und Lungenkrebs bei Rauchern nachweisen. Irgendwann hat er dann aufgegeben.
Ich hatte schon Wasser aus unserem Bach nach Radioaktivität untersucht. Allerdings bin ich dann recht schnell auf die Nachweisgrenze von wenigen mBq gestoßen. Nach deiner These habe ich da wohl was falsch gemacht. In der Lahn finden sich dagegen immer ein paar Bq (nicht viel, aber gut messbar). Nach einzelnen Atomen unter 10x zu suchen ist völlig unsinnig.

Offline Anka

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #17 am: 07 Jun 08, 17:47 »
Ich möchte nochmal betonen, dass es nicht meine Absicht ist/war, hier jetzt zu diskutieren, ob solche Mineralien gut oder schlecht, gefährlich oder ungefährlich sind. Ich kann da (inzwischen) selber ganz gut entscheiden, was ich für mich selber gut finde und was nicht. Ich respektiere es, wenn ein Sammler Freude an etwas deutlicher radioaktiven Mineralien hat, aber genauso erwarte ich auch, dass ein Sammler respektiert, dass ich als Nichtsammler mich lieber mit anderen Dingen umgebe. Es tut mir leid, wenn manche Leute hier genervt sind, weil das Thema überhaupt angesprochen wurde, anscheinend ist es nicht gerne gesehen.

Mir ging es mit meiner Frage hier eigentlich wirklich nur darum, ob das Dosimeter für meine Zwecke geeignet ist. Nichts weiter.

Offline caliastos

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #18 am: 07 Jun 08, 20:44 »
die frage des dosimeters sollte an sich beantwortet sein. es dient eben nur dazu die aufgenommene strahlendosis festzustellen, nicht aber um die radioaktivität eines stoffes zu bestimmen. dafür wurde es nicht konzepiert. das kannst du in gewisser weise mit anderen instrumenten vergleich. ein druckmesser, der nur 10 bar anzeigt, wird dir bei 40 bar auch nichts bringen. denn er wurde nicht für den bereich konzepiert. man kann zwar werte ablesen, nur dann denkt man man hätte 10 statt 40 bar.

es bringt  demnach nichts mit einem unpassenden instrument die falsche größe zu messen. zu messender wert und instrument müssen schon zusammenpassen.


du kannst also sozusagen deine abbekommene strahlendosis feststellen, aber nur bedingt aussagen zur radioaktivität geben. außer dein dosimeter sollte zwischen den strahlungsarten umstellbar sein und du würdest die dosis in strahlung umrechnen.



@hg

also an sich kann jedes "passende" element eingebaut werden. inkompatible nicht, aber sie könnten kompatible strahler erzeugen. aber das ist nunmal extrem gering. insbesondere bei organismen, da diese sich regelmäßig erneuern. blei und co lagert sich ja auch nicht überall ein. von Pb, K, C,  usw. gibt es ja auch strahlende isotope. minerale sind was ganz anderes, da reichert sich strahlendes material viel länger an, v.a. die mit hoher halbwertszeit.
nachweisgrenze ist übrigens das stichwort. nicht meßbar heißt eben niemals nicht vorhanden. aber finde mal das eine strahlende atom in hunderten liter wasser pro sekunde. die strahlung ist vernbachlässigbar, aber nicht null.

ähm? im kunststoff untergrundstrahlung?also die definition von untergrundstrahlung, die mir bekannt ist, ist strahlung die von außerhalb kommt, also von den versuchaufbauten und allem drum herum und nicht aus der probe selbst. oder meinst du damit die strahlung die die substanz selbst aussendet?

dein diagramm würde ich so deuten: du hast den piek im kaliumarmen glas. kalium dient dabei generell im glas als flußmittel. ohne wäre die schmelztemperatur des glases bei schönen 1775°C und nicht bei um die 1000°C (je glas halt). kaliumarm heißt aber eben auch nicht kaliumfrei. da hast du folglich immer auch einen gewissen anteil des isotopen kalium 40.

polyethylen aber ist ein kaliumfreie verbindung und als rohstoff dient ja meistens erdöl. der hauptstrahler ist da wenn der kohlenstoff. aber dessen lausige halbwertszeit senkt die vorhandene strahlung erheblich. nimm mal die jungen kohlenwasserstoffe der tertiären molasse. schon mal ausgerechnet wie viele atome seit der molassebildung zerfallen sind? gewaltig viele. da ist logischerweise wenig strahlungsmaterial übrig. so viel fremdatome kommen auch nicht rein. da ist der unterschied zu heftig. kalium und kohlenstoff sind an sich krasse strahlungsgegensätze.

Offline Anka

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #19 am: 07 Jun 08, 22:31 »
@caliastos: Wie gesagt werde ich das nochmal vergleichen, sollte ich die Gelegenheit haben, mit einem richtigen Geigerzähler zu messen. Das interessiert mich schon, wie sehr sich das unterscheidet...

Es war jetzt aber schon so, dass die höheren Werte eigentlich immer bei den Stücken auftraten, bei denen ich es auch vermutet habe, daher hoffe ich jetzt einfach, dass das Ergebnis bei ähnlichen (noch nicht von mir "entdeckten") Mineralien dann auch ähnlich gewesen wäre.
Wenn nochmal so ein Kandidat wie der Curit in der Sammlung gewesen wäre, hätte ich das jedenfalls gemerkt... (ich muss aber dazu sagen, dass der Curit auch vorher nie im Haus aufbewahrt wurde, da hat mein Vater schon aufgepasst).

Ich bin jetzt allerdings mit dem Sortieren nach Fundorten (zumindest grob nach Gegenden) eh so ziemlich durch, d.h. ich brauche mich nun auch nicht mehr so lange in den betroffenen Räumen aufhalten.

Offline caliastos

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #20 am: 08 Jun 08, 11:50 »
nun, warum ich das messen mit dem dosimeter kritisch finde hat folgenden grund:

du erfaßt ja damit die strahlendosis. doch die "noch gesunde" dosis pro jahr richtet sich v.a. nahc der art der strahlung. alpha-strahlung verpaßt dir eine höherer dosis wegen der kerngröße als beta-strahlung. aber ich reichweite ist schlecht. gamma-strahlung hingegen geht durch alles durch. würdest du dich aber nun in einem raum mit strahlenden stufen aufhalten und das mit einem abstand von 1m zu den stufen und einer glastür, so würdest du kaum strahlung von den alpha-strahlern erwischen. die anderen strashler aber würden dir schon strahlung verpassen. würdest du aber in 1cm abstand postion besziehen, so hättest du fiel schneller deine jahresdosis erreicht.

aber solange du keine großstufen hast, daran herumknabberst oder hämmerst, lüftest usw., so sollte das an sich nicht so wild sein. man bedenkte: im bayerischen wald leben die menschen mit einer deutlich höheren untergrundstrahlung. denen geht es auch gut. oder die vielflieger. was dir eine flugstunde an strahlung reinhaut ist mehr als deine stufen so schaffen würden. aber dennoch sollte man halt strahlungsquellen nicht unbedingt in der wohnung haben. finde die uranminerale zwar auch toll, aber zugelegt habe ich mir keine. ich mag eindosen nicht so recht. aber anders hält man einen teil der strahlung nicht so ab. und bei meinem staub hier müßte ich die dauernd sauber machen und würde partikel der stufen aufwirbeln.

Offline Hg

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #21 am: 08 Jun 08, 15:52 »
@caliastos
das Ganze führt zu weit von der eigentlichen Fragestellung weg. Von mir daher noch ein paar abschließende Worte.

Wenn ich an der Nachweisgrenze von menigen mBq scheitere, würde ich nie auf die Idee kommen das untersuchte Stück als radioaktiv zu bezeichnen. Da liefert die kosmische Strahlung eine deutlich höhere Belastung und Hintergrundstrahlung.

Der Kunststoff liefert definitiv eine Untergrundstrahlung, weil in das Kunstofffläschchen der Szinzillator (Gemisch verschiedener org. Aromaten) und das zu messende Stoff gegeben wird (LSC; liquid szintillation counting). Wären da noch wirklich messbare radioaktive Isotope vohanden (egal ob alpha oder beta würden die auch auffallen). Schließlich ist Erdöl auch aus biogener Masse entstanden, oder?
Bei den beta-Spektren spricht man kontinuierlichen Energieverteilungen, da neben dem beta-Teilchen auch ein anti-Neutrino emittiert wird und sich die Energie statistisch auf die beiden Teilchen verteilt wird (Halbwertsbreiten von mehreren hundert Kanälen; bei richtig guten Peaks in der gamma-Spektrometrie wenige Kanäle).
Bei K-40 wird übrigend nicht das beta-Teilchen gemessen, sondern man kann sehr elegant die Cherenkov-Strahlung in Wasser messen  ;)

Offline Anka

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #22 am: 09 Jun 08, 10:02 »
@caliastos: Okay, dann gleicht sich das bei mir ja wieder aus mit der Strahlung - ich hab es in 30 Jahren gerade mal auf einen Flug hin und zurück nach London geschafft... ;D

Nee, ich verstehe schon, was Du sagen willst. Alpha ist denke ich nicht sooo das Problem, weil - zumindest bei den radioaktiven Mineralien, die ich bisher gefunden habe - eigentlich nichts absolut offen rumliegt/-gelegen ist. Alles entweder eingedost oder in stabilen (relativ dicht gepressten) Pappschachteln (da sind die offen rumliegenden Mineralien mit irgendwelchen Schwermetallen drinnen sicher schädlicher...).

Mein Gerät misst ja beta und gamma zusammen, ich komme so beim Curit auch auf einen höheren Wert, als er auf dem Etikett notiert war (leider ist das das einzige Stück, auf dem das drauf stand, und es stand nicht dabei, was gemessen wurde, ich tippe aber auf gamma).
Aber der genaue Wert ist mir eigentlich auch egal - alles was deutlich aktiver ist als der Rest, wird halt jetzt ausgelagert. Also jetzt nicht jedes Steinchen, bei dem mein Gerät anstatt 0,15 µSv/h nun 0,5 µSv/h misst, aber wenn es 1µSv/h oder mehr anzeigt, nehm ich das doch lieber raus. Da ist mir einfach wohler dabei...

Gestern bin ich auf diese Weise dann auch wieder fündig geworden - ein französischer Torbernite, ein kleiner Zeunerit, ein in Küchenpapier eingewickeltes Stück aus dem Erzgebirge mit irgendwelchem Uranglimmer (habs nicht ganz ausgewickelt) - wenigestens war das in einer Gefrierdose aufbewahrt worden - und dann noch ein (für meine Verhältnisse ziemlich aktives) Stück "Antraxolit". Google hat mir schon erzählt, dass das eine uranhaltige organische Verbindung sei, aber was ist das genau? Weiß das jemand zufällig? Der Name scheint nur in östlichen Ländern verwendet zu werden, ich finde da sonst absolut nichts dazu... ???
Da war ich jedenfalls wirklich froh, dass ich das messen konnte (wie verfälscht der Wert auch immer sein mag), denn der Name war mir völlig unbekannt... :P
« Letzte Änderung: 09 Jun 08, 10:12 von Anka »

Offline -M-

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #23 am: 09 Jun 08, 12:39 »
Hallo Anka,
Antraxolit ist soweit mir bekannt, ein natürlicher Asphalt / Bitumen, mitunter auch als Impsonit bezeichnet.

Gruß -M-

Offline Anka

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #24 am: 09 Jun 08, 13:38 »
Hallo -M-,

vielen Dank, das hat mir weitergeholfen!  Wär ich jetzt nicht drauf gekommen...
Da hab ich jetzt auch Infos dazu gefunden, siehe z.B. hier.

Viele Grüße, Anne

Offline -M-

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Re: Taschendosimeter - taugt der was?
« Antwort #25 am: 09 Jun 08, 21:55 »
Hallo Anne,
freut mich, wenn ich helfen konnte.

Gruß -M-

 

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