Hallo,
also, ich denke es kommt immer auf den Einzelfall an, als Hobbyfotograf und Buchautor kenne ich das Spiel von beiden Seiten.
Mich würde viel mehr interessieren warum sich heute jeder mit einer Digitalkamera für einen Fotografen hält.
In der Regel geht es nicht um 0815-Knipsfotos, die wird keiner für ein Buch klauen oder kaufen. Der Wert eines Bildes hängt in erster Linie nicht vom Beruf der Person ab, die auf den Auslöser gedrückt hat (Aufwand, Schöpfungshöhe...). Ich kenne eine ganze Menge Fotografen die noch nie durchs Mikroskop fotografiert haben geschweige denn die Mehrebenentechnik beherrschen. Wer in Bildportalen Bilder tatsächlich verkauft (nicht nur anbietet) ist faktisch (Nebenerwerbs-) Fotograf.
Viele Autoren sind schlichtweg dankbar wenn sie Bilder nicht bezahlen müssen.
Richtig, aber in wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird sowieso nicht gezahlt (Bildzitat) jedoch muss da die Quelle genannt werden. Grauzone sind Schulbücher und Vorlesungsscripte (besonders wenn sie im web veröffentlicht werden). Und wie war es mit dem Rest in der "vor_web-Zeit"? Richtig, da hat der Autor die Bilder machen lassen oder von einer Agentur gekauft - aber eben nicht von anderen geklaut.
Wieviel ein Autor vom Verlag bekommt hängt von vielen Umständen ab, der Autor handelt normalerweise einen Autorenvertrag aus. Ich habe das mal für ein Buch durchgerechnet (wo ich alle Infos habe) und komme in die MFM-Größenordnung.
wenn alle ihre Bilder nur noch kostenpflichtig anbieten würden dann gäbe es in Zukunft keine bebilderten Bücher mehr
sorry, das ist schlicht Unfug. Viele Autoren machen ihre Bilder heute selbst.
Festzuhalten bleibt dass das Urheberrecht das Verwertungsrecht in die Hand des Fotografen gelegt hat, unabhängig davon ob er das als Beruf- oder Hobbyfotograf aufgenommen hat. Und der Preis für eine Fotolizenz z.B. für eine Veröffentlichung in einem Buch wird immer Verhandlungssache sein.
Ich halte das so:
- bei nichtkommerziellen Projekten mit denen ich mich inhaltlich identifizieren kann stelle ich das Bild auf Nachfrage in der Regel kostenlos zur Verfügung
- bei kommerziellen Projekten (z.B. Werbung) mit denen ich mich inhaltlich identifizieren kann halte ich mich an die MFM-Gebühren
- bei Projekten die ich aus bestimmten Gründen nicht unterstützen möchte gebe ich -auch gegen viel Geld- keine Lizenz.
- bei aller erlaubten Nutzung verlange ich eine Quellenangabe
- gegen jede unerlaubte Nutzung gehe ich (mit den MFM-Gebühren) vor (und verlange ggf. z.B. im web die Entfernung)
Zumal ich den Preiskatalog für undurchsichtig und die Preise für überzogen halte.
Undurchsichtig, bzw. unübersichtlich mag sein. Aber überzogen? Ich denke gerade an Mineralienfotos in digitaler Mehrebenentechnik, an Fotos untertage wo man zur Ausleuchtung eine Tonne Ausrüstung reinschleppen musste, an Naturaufnahmen von seltenen Tieren wo man monatelang auf Pirsch gehen musste... Und ich denke an die Kosten meiner Fotoausrüstung bzw. deren Wertverfall.
Wenn jemanden mein Foto zu teuer ist - muss er es ja nicht nehmen. Wenn er zu dumm oder zu faul zum fragen ist muss er auf jeden Fall zahlen.
echt traurig, was hier für Meinungen kursieren
Kann ich nur zustimmen, deswegen auch mein Einspruch in roter Farbe.
Gruß
Berthold