Hallo matse,
bei der Fundschicht handelt es sich um den unteren Unterjura, den Lias alpha 3, in Südwestdeutschland klassisch "Gryphaeenkalke" oder "Gyphaeenbänke" genannt. Woher der Name stammt, liegt angesichts Deiner Funde auf der Hand...
Von "Muschelkalk" als Gesteinstyp sollte man hier nicht sprechen, das ist eine Formationsbezeichnung, die nichts mit dem Jura zu tun hat. Passender wäre Schillkalk oder Schalentrümmerkalk.
Gryphaeen haben keine lebenden Verwandten mehr, sondern sind in der Unterkreide ausgestorben. Im Jura gibt es mehrere Arten, die zeitlich aufeinander folgen. Besonders häufig sind sie in Deiner Gegend in den genannten Gryphaeenkalken, und gelegentlich finden sie sich im Mitteljura (G. dilatata). Im Oberjura sind sie recht selten, weil die Lebensbedingungen nicht besonders geeignet waren.
Um den flachen "Deckel" zu finden, muss man manchmal die Mündung der gekrümmten Schalen etwas freilegen - oft wurde der Deckel vom Sediment in die Schale hineingepresst oder ist hineingerutscht.
Sehr oft wurden die losen Deckel auch von der Strömung irgend wo anders hin verdriftet, während die schweren Schalen an Ort und Stelle liegen blieben.
Gruß,
Triassammler