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Autor Thema: Gryphaea / Lias  (Gelesen 4693 mal)

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Offline matse

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Gryphaea / Lias
« am: 05 Apr 09, 19:50 »
Hallo Leute,

euch ist diese Muschel sicher bekannt. Da ich mich noch nicht so gut auskenne, aber von dieser Muschelart schon 3 Variationen habe, möchte ich gerne wissen, wie sie heißt.

Das Besondere dieser Muschel ist auch, dass ich sie auf einem größeren gewöhnlichen Muschelkalkbrocken habe und dass die Gesteine der anderen beiden Fossilien verschiedener Art sind. Bei einem der Gesteine handelt es sich um einen schwarzen bröseligen Muschelkalk und bei den anderen Einzelstücken sind ganze Muscheln aus dem Kiesbett der Rems (bei Hussenhofen, Schwäbisch Gmünd) zu finden, und zwar mit versteinertem Sand und ganzer dicker Muschelschale, quasi unbeschädigt, nur vom Wasser abgewaschen. Es handelt sich also um eine Formation, in der Muschelkalk auf Kies und Sand trifft. Ferner befinden sich in der Rems an dieser Stelle auch gelbliche Jurabrocken.

Hier sind die Fotos:
« Letzte Änderung: 25 Mar 13, 15:18 von oliverOliver »

Offline matse

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Re: Name dieser Muschel
« Antwort #1 am: 05 Apr 09, 19:54 »
Hier weiter:

Haldenschreck

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Re: Name dieser Muschel
« Antwort #2 am: 05 Apr 09, 20:29 »
vermutlich gryphaea arcuata lamarck

Offline matse

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Re: Name dieser Muschel
« Antwort #3 am: 06 Apr 09, 09:09 »
Hallo Haldenschreck,

gibt es heute noch eine Art, die mit ihr verwandt ist, so wie zB. bei den Kopffüßern das Perlboot mit dem Nautilus? Da ich diese Muschel gryphaea arcuata lamarck in verschiedenen Formationen habe, müsste sie sich ja auch über zig Millionen Jahre erhalten haben. Das Besondere ist, dass Muscheln normalerweise zwei Schalenhälften besitzen. Von dieser Art fand ich jedoch immer nur den grrümmten "Hauptteil". Aber in der Schale sieht man eindeutig eine Stelle, in der ein Schließmuskel angewachsen sein konnte. Jedenfalls ist die Rems dort voll von diesen Muscheln. Leider nur sehr wenige gut erhalten.

Alles klar, ich habe sie im Web gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Gryphaea

Matse ;)
« Letzte Änderung: 06 Apr 09, 09:15 von matse »

Offline triassammler

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Re: Name dieser Muschel
« Antwort #4 am: 07 Apr 09, 23:28 »
Hallo matse,

bei der Fundschicht handelt es sich um den unteren Unterjura, den Lias alpha 3, in Südwestdeutschland klassisch "Gryphaeenkalke" oder "Gyphaeenbänke" genannt. Woher der Name stammt, liegt angesichts Deiner Funde auf der Hand...

Von "Muschelkalk" als Gesteinstyp sollte man hier nicht sprechen, das ist eine Formationsbezeichnung, die nichts mit dem Jura zu tun hat. Passender wäre Schillkalk oder Schalentrümmerkalk.

Gryphaeen haben keine lebenden Verwandten mehr, sondern sind in der Unterkreide ausgestorben. Im Jura gibt es mehrere Arten, die zeitlich aufeinander folgen. Besonders häufig sind sie in Deiner Gegend in den genannten Gryphaeenkalken, und gelegentlich finden sie sich im Mitteljura (G. dilatata). Im Oberjura sind sie recht selten, weil die Lebensbedingungen nicht besonders geeignet waren.

Um den flachen "Deckel" zu finden, muss man manchmal die Mündung der gekrümmten Schalen etwas freilegen - oft wurde der Deckel vom Sediment in die Schale hineingepresst oder ist hineingerutscht.
Sehr oft wurden die losen Deckel auch von der Strömung irgend wo anders hin verdriftet, während die schweren Schalen an Ort und Stelle liegen blieben.

Gruß,
Triassammler

Offline matse

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Re: Name dieser Muschel
« Antwort #5 am: 08 Apr 09, 11:41 »
Ja, das leuchtet mir ein. Vielen Dank für die Information.

Matse ;)

 

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