Hi Slugslaye !
Tumor würde ich jetzt nicht gerade sagen. Ich denke man kann das mit einer Einkapsulierung im menschlichen Körper vergleichen. Wenn jemand zB eine Pistolenkugel im Körper stecken hat, die inoperabel ist (frag mal Kriegsveteranen) dann entstehen Weichgewebe um den Fremdkörper. Diese Weichgewebe sind normalerweise Bindegewebe. Da der menschliche Körper aber die Veranlagung für Mineralisation nur für Knochen und Dentin kennt, kann er keine Perle bilden. Anders die Perle der Muschel. Durch die ständige Filterung des Meerwassers (und das sind mehrere hundert Liter pro Tag) ist die Wahrscheinlichkeit einen großen Fremdkörper "aufzunehmen" relativ groß. Damit das Weichgewebe im Inneren des Körpers nicht verletzt wird, ummantelt die Muschel den Stein mit Perlmutt. Ergo ist es kein Tumor sondern ein raffinierter Schutzmechanismus. Ob man das als Missbildung ansehen kann weiß ich nicht.
Conchiolin ist eine organische Substanz, die die Aragonitkristalle zusammenhält. Es ist eng verwandt mit Keratin (siehe Haare, Elfenbein,...) Conchiolin wird schichtweise abgesondert, was Streifen im Perlmutt erzeugt. Perlen und Perlmutt bestehen im engerne Sinn aus dem gleichen Material: Aus Aragonit und Conchiolin, nur ist das Verhältnis etwas anders. Bei Perlen ist das Verhälnis etwa 10:1, bei Perlmutt 2/3 Aragonit und ein paar Prozent Conchiolin.