https://www.chiemgauer-mineralien-fossiliensammler.de/https://fossilsworldwide.de/https://www.edelsteine-neuburg.de

Autor Thema: Frage zu Mixit  (Gelesen 7175 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.426
Frage zu Mixit
« am: 06 Apr 09, 14:41 »
Mixit bildet bekanntlich nadlige Aggregate. Gibt es aber auch derben Mixit ?

Ich habe neulich auf (bzw. unter der Oberfläche) der Pucherschacht-Halde etwas "grünes" gefunden. Malachit und Chalkopyrit ist von dort nicht bekannt. Die grünen Aggregate sind zwar derb-strahlig aber nicht nadlig. Sie bilden oft die Randzone von kleinen Bismutiniteinschlüssen in quarziger Matrix. Gegen HCl ist dieses Mineral erstaunlich resident. Aber wie gesagt, die Aggregate sehen nicht wie die typischen Mixitaggregate aus.

Gruß
Uwe

Offline Kerloc

  • ***
  • Beiträge: 213
  • Kristalle sind wunderschöne Gebilde der Natur !
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #1 am: 06 Apr 09, 16:10 »
Hi Uwe,

laut meiner Mineralien Enzyklopädie bildet Mixit auch erdige Aggregate, Überzüge und derbe Massen.
(Buch: Mineralien-Enzyklopädie von Petr Korbel und Milan Novak)

Grüßle Martin

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.369
  • Diplom-Mineraloge
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #2 am: 06 Apr 09, 16:38 »
Hallo,

Mixit kann auch als Krusten, oder als kompakte Aggregate mit strahligem Bau oder keulenartige Aggregate vorkommen. Habe da an die 100 MM von Wittichen (Schwarzwald), bei denen alle diese Aggregatformen vorkommen. Schneeberg ist ja von der Paragenese her sehr ähnlich.

Das auf dem Foto hier ist Mixit von Wittichen.

Wenn es eher olivgrün ist, kommt auch Namibit in Frage. Mixit ist eher blaugrün.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.426
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #3 am: 06 Apr 09, 17:49 »
Hallo Martin und Sebastian,

danke für Eure Antworten. Endlich wieder mal 'nen neuen Beleg in der Lokalsammlung.

Gruß
Uwe

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.426
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #4 am: 08 Apr 09, 20:58 »
Ich komme noch mal auf meine Frage zurück (vielleicht sollte dieser thread nach "Minerale bstimmen verschoben werden ?).

Die Antwort von user "smoeller" hat mich die nochmals kritisch mit meinem Stüfchen vom Pucherschacht beschäftigen lassen. Da die strahligen Aggregate an einer Stelle oliv- bzw. pistanziengrün sind (siehe Bild Pucher a) könnte es sich wohl bei dieser Paragenese um Namibit handeln, welcher vom Pucherschacht beschrieben ist. Die übrigen Aggregate sind deutlich blaugrün und kömmen in inniger Verbindung mit Bismutinit vor (siehe Bild Pucher b).

Ich würde mich feuen, wenn andere Schneebergsammler Ihre Meinung dazu bekannt geben. Möglicherweise hat jemand Namibit vom Pucher.

Gruß
Uwe

Offline -M-

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 746
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #5 am: 08 Apr 09, 21:13 »
Hallo Uwe,
gegen Namibit scheint mir der erwähnte strahlige Habitus zu sprechen - so weit ich weiß, bildet N. keinen nadelig-strahligen, sondern
platttig-tafelige xx-Aggregate.
Würde mal überlegen, ob nicht doch noch was ganz anderes in Frage kommen könnte (nach Mixit sieht es mir nämlich auch nicht aus).

Gruß -M-

edit: wieso protestiert eigentlich niemand ? Scheinbar gibt es doch nadelig-strahligen Namibit ( bei Mindat ) ...
« Letzte Änderung: 08 Apr 09, 22:07 von -M- »

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.369
  • Diplom-Mineraloge
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #6 am: 08 Apr 09, 22:33 »
Hallo,

Namibit bildet schon strahlige Aggregate. Aber danach siehts mir hier nicht aus.

Schau mal hier: [entfernt] (musst allerdings angemeldet/eingeloggt sein wegen der Fotos, seite 13 hat den Namibit). Aber der Lutz ist ja auch hier im Forum unterwegs.

Mixit kann durchaus auch hellgrün sein, allerdings sollte man solche Aggregate untersuchen lassen, ist dann meist Agardit oder Zalesiit. Das auf dem 2. Bild ist vermutlich kein Mixit. Aber nur von einem Foto her kaum zu sagen. Preisingerit kann auch grün (meist eher bräunlich-/gelblichgrün) sein, auch  ein amorphes Mineral käme infrage (sowas wie Pitticit).

Glück Auf!
Smoeller
« Letzte Änderung: 18 Aug 09, 14:12 von Stefan »

Offline Stänlsucher

  • ***
  • Beiträge: 409
  • Jeden Tag erleben
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #7 am: 09 Apr 09, 03:13 »
Glück Auf,
das hell grüne könnte Austinit sein??Konichalcit wäre auch noch möglich!?Namibit glaube ich weniger,zu hell.
Foto ist nicht besonders,aber ich arbeite daran  :-\
Namibit

Glück Auf
Lutz

Offline raritätenjäger

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.837
  • Mineraliensammler
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #8 am: 09 Apr 09, 19:18 »
Hallo,

ich denke, Olivenit wäre bei Bild a auch möglich. Ich habe jedenfalls ein Stüfchen, welches dem sehr gleicht. Nur kommt es vom Roten Berg...

Gruß
Andreas

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.426
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #9 am: 09 Apr 09, 20:00 »
Je mehr Minerale als Möglichkeit genannt werden, um so mehr komme ich ins Grübeln. Inzwischen habe ich Namibit als Möglichkeit verworfen. Da (lt. Literatur) das Vanatium aus Oberflächenwässern stammen soll, bilden sich Pucherit und Namibit auf Kluftflächen bzw. in Rissen. Das fragliche Mineral ist, bzw. war in eisenschüssigen Quarz eingeschlossen.

Ich verlasse mich bei meinen Überlegungen auf eine Übersicht der Minerale Erzgebirgischer Fundstellen, bei denen beim Pucherschacht die beigefügte Auflistung enthalten ist. Möglich wäre daher, wegen des hohen Eisengehaltes, bei dem olivgrünen Mineral Segnitit. Das kräftig grüne Mineral halte ich weiterhin für Mixit, da es in den winzigen Einschlüssen von einem gelben Kern (Bisumtinit ?) ins grüne übergeht. Irgendwie muß da Wismut mit im Spiel sein. Da würde nun allerdings der von Andreas ins Spiel gebrachte Olivenit dazu passen, zumal der Rote Berg ja nicht weit vom Pucher entfernt ist und auch die Matrix meines Stückes sehr dem Material vom Roten Berg ähnelt.

Tja lieber -M-, das grüne Mineral sieht tatsächlich nicht wie Mixit aus. Deshalb habe ich ja diese Diskussion los getreten.

Ich werde wohl noch einige Zeit über meinem Stüfchen grübeln. Erst mal danke für alle Antworten.

Gruß
Uwe

Offline raritätenjäger

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.837
  • Mineraliensammler
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #10 am: 09 Apr 09, 20:17 »
Ich tendiere nach reiflicher Überlegung auch mehr zu Konichalcit, habs nochmal verglichen, sieht meinem recht ähnlich. Aber wie so oft wird man um eine tiefergreifende analyse nicht herumkommen, was Schneeberg angeht...

Gruß
Andreas

Offline Stänlsucher

  • ***
  • Beiträge: 409
  • Jeden Tag erleben
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #11 am: 09 Apr 09, 23:27 »
Glück Auf,
Da (lt.Literatur) das Vanatium aus Oberflächenwässern (Torf -Moor) stammen soll,bilden sich Pucherit und Namibit auf Kluftflächen b.z.w. in Rissen.Diese Aussagen der "älteren Literatur" wird leider immer wieder gebracht,ist aber nicht mehr aktuell.
1.Wie soll das "Wasser" Bi gelöst haben  ??? und und und ! Es ist richtig,dass das Torf und Moor in diesen Bereich,"Pucherschacht"Vanatium enthält,aber wo sind diese " V-Wässser" am "Güldenen Falk" - "Sauschwart" oder "Ritterzeche",wo auch Pucherit gefunden wurde!!??Nur mal ein denk Anstoß ;).(Ich hab da schon so verschiedene Untersuchungen machen lassen und da gibt es auch richtig plausible Erklärungen.Die könnten wir auch mal zur Diskussion stellen,wenn ich mehr Zeit habe.)
Konichalcit wurde auch schon vom "Pucherschacht" bestimmt und das Stück in meiner Sammlung sieht Deinem von der Farbe her genau so aus.
Bei dem anderem Stück könnte es auch Bismutit? (Kern) mit dem grünem = Sillenit,in Frage kommen!??Also geh lieber zur ANALYSE,die kann Dir es genau sagen  ;D. so ist das mit Schneeberg eben  ::)

Glück Auf
Lutz

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.426
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #12 am: 10 Apr 09, 11:33 »
Hallo Andreas und Lutz,

seht Ihr, wenn man lange genug diskutiert kommt doch mitunter Klarheit auf. Sillenit wäre eine gute Möglichkeit, da dieser ja oft eingewachsen ist. Kommt der aber so smaragdgrün vor ?

Die ANALYSE erkennt es sofort, sie ist aber ein ziemlich teures Mädchen  ;D

Gruß
Uwe


Offline Doc Diether

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 1.040
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #13 am: 10 Apr 09, 11:50 »
ich kann kaum an die Geschichte des Vanadiums im Oberflächenwasser glauben. Wo hat das Oberflächenwasser denn das Vanadium her?
Im Schwarzwald (Hechtsberg) kommt der V aus dem Nebengestein Gneis.
Glück Auf!
Doc Diether

Offline smoeller

  • ******
  • Beiträge: 5.369
  • Diplom-Mineraloge
Re: Frage zu Mixit
« Antwort #14 am: 10 Apr 09, 12:15 »
Hallo,

V im Oberflächenwasser ist auch eher nicht richtig. Es dürfte aus den Frucht- und Fleckschiefern stammen, die im Schneeberger Gebiet als Nebengestein der Gänge auftreten.

Bi3+ ist in Wasser schwer löslich, es kommt in der Regel nicht einmal als freies Ion vor, sondern als [BiO]+-Komplexion, das sofort mit anderen Ionen (z.B. [CO3]2- zu Bismutit) reagiert. Deswegen besitzt Bi nur eine kurze räumliche Beweglichkeit. Meist finden Verwitterung und Ablagerung der Sekundärminerale am selben Ort statt (z.B. die häufigen Pseudomorphosen von Bismutit nach Emplektit oder ged. Bi).

Konichalcit halte ich auch für möglich, aber was ist mit anderen Cu-Mineralen wie Cornwallit, Cornubit, Malachit. Alles genauso grün, die Unterschiede sind sehr gering, eine rein optische Zuordnung ohne umfangreiches (analysiertes) Vergleichsmaterial sehr riskant.

Glück Auf!
Smoeller