Hallo,
2. Gerade der Schneeberger "Kastenquarz" ist recht locker und sehr klüftig, da besitzen Volatile (z.T. kohlensäurehaltiges Wasser) eine hohe Mobilität. In der Tat sind die meisten Wismut-Sekundärminerale Bismutit und Beyerit (in der letzten Zeit hat sich gerade im Schwarzwald viel Bismutit als Beyerit herausgestellt). Kohlensäure kann wiederum nur dort auftreten, wo entweder CO2 aus dem Boden (Vegetation/Luft), aus der Luft selber oder aus der Verwitterung von Calcit oder anderen Karbotaten ins Wasser geht. Die Löslichkeit von CO2 (und von Calcit) ist vom Druck und vom pH-Wert abhängig. Risse/Klüfte im Gestein brauchen nur µm breit zu sein, damit Flüssigkeit eindringen kann. Nur, wenn zu wenig CO2 vorhanden ist, bildet sich natürlich kein Bismutit. Kenne jetzt allerdings nicht das Stabilitätsdiagramm für Bi-Oxide (wahrscheinlich noch nicht einmal im Detail erforscht). Eine Bildung von Quarz nach Bismutit ist eher unwahrscheinlich. Vermutlich würde die quarzabscheidende Lösung sauer und warm sein müssen und dann den Bismutit umwandeln, Eulytin könnte eine Folge sein. Es gibt aber auch sehr junge Quarze, die im kalten Zustand wachsen, die allerdings meist nur winzige xx, keine ganzen Massen.
1. Jein. Schwer zu sagen. Grundsätzlich kann natürlich ein Element mit großer Wahrscheinlichkeit in Sekundärmineralien auftreten, das in der Lagerstätte auch in den Primärmineralen vorkommt. Aber:
i)Zufuhr volatiler Elemente (z.B. Phosphor) aus zersetztem Apatit (Nebengestein) oder aus Pflanzen- oder Tierresten führt zur lokalen Bildung sekundärer Phosphate (z.B. der Einzelfund von Pyromorphit in der arsenreichen Lagerstätte im Weiler bei Lahr/Schwarzwald, wo sonst immer reiner Mimetesit vorkommt)
ii)es waren ursprünglich Erzminerale vorhanden, die heute vollständig/zu großen Teilen weg sind und daher zunächst unentdeckt bleiben (z.B. das Auftreten von Adamin und Austinit sowie Zn-haltigen Gliedern der Tsumcoritgruppe in der Grube Silberbrünnle im Schwarzwald, wo bisher nur einzelne Zinkblendekörner gefunden wurden)
iii) Die Erzminerale treten nur als winzige Einschlüsse in anderen auf (dies ist wohl der Fall beim Bindheimit, wo meist Fahlerz in mikroskopischen Mengen im Galenit vorkommt und dann das Antimon liefert). Wir müssen uns von der Vorstellung befreien, das ein äußerlich (makroskopisch) reiner Einzelkristall (z.B. Galenit) dies auch mikroskopisch ist. In der Regel finden sich in sulfidischen Erzen immer Einschlüsse, z.B. Stannin im Freiberger Sphalerit, Fahlerz im Galenit, auch Silber oder Matildit können in Galenit vorkommen (so dass Akanthit auch auf Galenit gebildet wird, der äußerlich kein Silber enthält).
iv)auch Kationen können volatil sein (z.B. Na+, K+, Ca2+) und von weit her zugeführt werden. Wasser, das durch Erdschichten fliesst, nimmt diese Elemente mit sich. Solche Wässer können dann Minerale wie Calcit (als Sinter), Aragonit, Pikropharmakolith usw. absetzen. Dabei kann, aber muss das Ca nicht aus der Lagerstätte stammen, auch eine Herkunft aus überlagernden Sedimenten kann in Frage kommen. Selbst kalte, aufsteigende Lösungen kommen infrage, die auch P, As, Ca, U usw. zuführen können.
Glück Auf!
Smoeller