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Autor Thema: Bestimmung möglich? - Ziegelei Leubnitz bei Werdau  (Gelesen 9901 mal)

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Online geomueller

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Hallo Fossiliensammler,

als Mineraliensammler mit Fast-Null-Ahnung ;D von Fossilien brauche ich dringend mal eure Hilfe bei der Bestimmung von Pflanzenresten die mir gestern über den den Weg gelaufen sind. In Werdau/Sachsen meinem Heimatort wird zur Zeit eine Umgehungsstraße gebaut. Momentan wird an einer Stelle ein Schallschutzwall aus Fremdmaterial aufgeschüttet. Das Material stammt aus der Grube der stillgelegten Ziegelei Leubnitz bei Werdau. Hier steht Schieferton des Unterrotliegenden an. In dem an transportierten Material, wie natürlich auch in der Grube am Abbauort findet man im Schieferton Pflanzenreste (Zweige, Äste, kleinere Stämme, Wurzelholz). Diese Pflanzenreste und deren unmittelbar angrenzenden Bereiche sind durch Ausbleichung bzw. Reduktionshöfe grünlich gefärbt und heben sich deutlich vom rotbraunen Schieferton ab. Die gefundenen Äste/Stämmchen erreichen Längen bis ca. 40 cm und Durchmesser bis ca. 6 cm, leider sind die sehr harten Pflanzenreste in dem nur schwach verfestigten Schieferton meist zerbrochen. Die Pflanzenreste sind teils sogar verkieselt.

Ist es möglich an Hand der beigefügten Bilder eine Bestimmung vorzunehmen? Morgen werde ich mal versuchen ein Stück quer zu schneiden um eine eventuelle Struktur kenntlich zu machen.

Bin Dankbar für jede Anregung. Hier noch paar Bilder.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 18 Aug 18, 16:29 von oliverOliver »

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #1 am: 13 Apr 09, 20:30 »
...
« Letzte Änderung: 18 Aug 18, 16:29 von oliverOliver »

Online nwsachse

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #2 am: 13 Apr 09, 21:32 »

Evtl. an das Museum für Naturkunde in Chemnitz wenden (Dr. R. Rößler).  Er hat mir auch schon mal bei der      Bestimmung  ähnlicher Pflanzenfossilien geholfen.

http://www.naturkunde-chemnitz.de/index.php?id=natur&pg=home

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #3 am: 14 Apr 09, 15:51 »
Hallo Jörg,
danke für den Tipp, werde in Kürze Verbindung zu ihm aufnehmen. Gestern habe ich noch vergessen zu erwähnen das die betreffenden Schiefertone des Unterrotliegenden der Leukersdorf-Formation zuzuordnen sind. Bin für weitere Hinweise dankbar.

Gruß Jürgen

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #4 am: 15 Apr 09, 16:35 »
Hallo alle,

ich habe mich mit dem oben genannten Herrn Dr. R. Rößler vom Naturkundemuseum Chemnitz in Verbindung gesetzt. Er meint, soweit es sich von Fotos einschätzen lässt, dass es sich um Rhizelithe handelt. Diese Bezeichnung war für mich auch neu. Im Netz habe ich folgende Erklärungen für Rhizelith gefunden:

1. Felswurzler
2. gefüllte Gänge von abgestorbenen Wurzeln
3. versteinerte Baumwurzeln.

Ist zwar alles irgendwie das gleiche aber in der Deutung dann doch auch verschieden interpretierbar ???

Was meint ihr dazu?

Gruß Jürgen

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #5 am: 22 Apr 09, 16:59 »
Hallo alle,
na die Diskussion hier geht ja voll ab :-\ , habe mir die gewünschten Infos wo anders besorgt.

Falls dieses Thema doch noch irgend jemanden interessieren sollte hier noch ein paar Bilder. Hammer als Größenvergleich.

Zur Zeit sind noch sehr gute Fundmöglichkeiten gegeben! Nichts für Ungut. ;)

mfG Jürgen
« Letzte Änderung: 18 Aug 18, 16:32 von oliverOliver »

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #6 am: 22 Apr 09, 17:01 »
...
« Letzte Änderung: 18 Aug 18, 16:32 von oliverOliver »

Offline triassammler

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #7 am: 22 Apr 09, 20:55 »
Hallo Jürgen!

Im Netz habe ich folgende Erklärungen für Rhizelith gefunden:

1. Felswurzler
2. gefüllte Gänge von abgestorbenen Wurzeln
3. versteinerte Baumwurzeln.

Ist zwar alles irgendwie das gleiche aber in der Deutung dann doch auch verschieden interpretierbar ???

Um die Diskussion am Leben zu erhalten:
1. passt bei der Fundsituation nicht, das war mal eine Schwemmlandebene, und der Synonymbegriff bezieht sich auch eher auf rezente Pflanzen
2. und 3. lassen sich durch das Vorhandensein bzw. Fehlen von fossiler Pflanzensubstanz auseinanderhalten.
Ob es sich bei den Objekten um verkieselte Pflanzenreste handelt, erschließt sich mir aus den Bildern nicht ohne weiteres. Da würde ich doch gern eine Makroaufnahme einer gesäuberten Bruchfläche oder am besten einer angeschliffenen Fläche sehen. Den Härtetest für Quarz besteht das Material? (Dabei zu beachten: wenn es kein Quarz, sondern eine Sedimentfüllung wäre,  kann dieses durchaus eingeschwemmte Quarzkörner enthalten und punktuell ebenfalls Metall ritzen).

An sich ist das Sediment wegen seiner geringen Porosität nicht gerade geeignet, um Holzreste zu verkieseln...

Ansonsten ist es durchaus möglich, dass verfaulte Wurzeln Hohlräume hinterlassen haben, die sekundär mit Sediment verfüllt wurden; Reduktionsvorgänge von verbliebenen Resten organischer Substanz können dabei durchaus auch zur Fällung von Kalk u. a. geführt haben, was Härteunterschiede zum umgebenden Sediment erklären könnte.


Gruß,
Triassammler

Online geomueller

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #8 am: 23 Apr 09, 20:25 »
Hallo triassammler,
habe gerade nicht viel Zeit, deshalb nur kurze Antwort. Bei meiner "Fundsache" ;D handelt es sich um gefüllte Gänge von abgestorbenen Wurzeln, also 2. Der Großteil des ehemaligen Wurzelhohlraumes ist mit manganfleckigem tonig-schluffigem Sediment gefüllt. In fast allen Stücken befindet sich ein durchgängiger röhrenförmiger Kanal der mit Calcit gefüllt ist. Und außerdem sind alle Stücke teilweise bzw. geringfügig (schwach) verkieselt, was man deutlich an der Härte und an der selten auftretenden Chalcedonbildung sieht. Eine vollständige Verkieselung hat aber nicht stattgefunden.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 24 Apr 09, 16:12 von geomueller »

Offline triassammler

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Re: Bestimmung möglich?
« Antwort #9 am: 23 Apr 09, 20:55 »
Hallo Jürgen,

ja, von der Beschreibung her klingt das nach einer mineralisierten Sekundärverfüllung.

Gruß,
Triassammler

 

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