Das Problem bei den EDX-Analysen ist, dass der Fehler sehr hoch sein kann, z.B. abhängig von der Oberfläche der Probe, Lage zum Detektor, Besputterung, Präparation, Peaküberlagerungen (z.B. Pb, S), Elemente, die nicht gemessen werden können oder wo die Messung kaum sinnvolle Ergebnisse liefert (B, Li, C, N) usw. Dann hat man noch das Problem bei kristallwasserhaltigen Mineralen, erstens entwässern die gerne im Vakuum bzw. unterm Elektronenstrahl und zweitens müsste man zur Unterscheidung Sauerstoff messen, und das ist auch alles andere als genau. Dann hat man noch das Problem mit Elementen, die in unterschiedlichen Wertigkeiten auftreten können wie Eisen oder Mangan. Die EDX kann das nicht berücksichtigen. Natürlich gibt es auch sehr gute EDX-Analysen, aber man muss eben einen hohen Fehler unter Umständen einkalkulieren.
Bei so einem automatischen Programm müsste man also einen sehr weiten Fehlerbereich setzen und noch nicht gemessene Elemente und unetrschiedliche Wertigkeiten berücksichtigen. Das würde dazu führen, dass sehr viele Minerale vorgeschlagen werden, was nicht sehr hilfreich sein würde. Setzt man den Fehlerbereich aber sehr eng, wird man sich unweigerlich eine Menge Fehlbestimmungen einhandeln.
Und ganz abraten kann man nur davon, aus einer EDX-Analyse ein Mineral X herauszurechnen und dann aus dem Rest ein zweites Mineral zu basteln. Da sind Fehlbestimmungen vorprogrammiert. Das funktioniert nur in Einzelfällen und außerdem versucht man ja gerade durch die Punktanalyse, nur ein Mineral zu erwischen (auch wenn das nicht immer gelingt).
Ich habe auch ein Excel-Speadsheet, mit dem man aus den Gewichts-% der Komponenten (Oxide) sich direkt Formeln ausrechnen kann mit diversen Möglichkeiten, hier zu variieren, z.B. auf bestimmte Anzahl von Kationen, Anionen oder Sauerstoff zu rechnen. Das hilft oft gut weiter.
Glück Auf
Thomas