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Autor Thema: Mineralienfotografie - Reflexionen und Polfilter  (Gelesen 14097 mal)

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Offline Xyrx

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Hallo berthold und -M-,

ich finds einfach super das auch mal Kritik kommt! Danke.
Meines Erachtens liegt es daran, das ich zu wenig Bilder verwendet habe und dann das Ergebnis wirklich zu sehr nachgeschärft. Andererseits habe ich die Bilder recht dolle komprimiert. Auch das ist ein Fehler.

Wie stehts mit dem Licht bei solchen Aufnahmen, megaviel oder doch eher dezentes "Schummerlicht"? Bei Ducku sehe ich einen Blaustich, hast du Halogen- oder Glühlampenbeleuchtung?

Viele Grüße
Xyrx
« Letzte Änderung: 08 Apr 09, 17:04 von Xyrx »

Offline -M-

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Mineralienfotografie - Reflexionen und Polfilter
« Antwort #1 am: 08 Apr 09, 19:58 »
Hallo Xyrx,

generell sollte man nicht an Licht sparen. Allerdings gibt es auch Fälle, wo geringe Unterbelichtung
sinnvoller ist. Nämlich z.B. dann, wenn man recht viele Stellen mit Total-Reflexion im Bild hat, denn
das läßt sich durch Nachbearbeitung eigentlich nicht mehr korrigieren (leichte Unterbelichtung dagegen schon).
Wenn man diese starken Reflexionen generell vermeiden oder genauer kontrollieren will(was auch nicht immer das Wahre sein muß), sollte man mit Pol-filtern experimentieren.

Gruß  -M-
« Letzte Änderung: 16 Apr 09, 09:56 von Schluchti »

Offline Thomas Noll

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #2 am: 09 Apr 09, 15:46 »
Hallo,
dem Problem der Reflexionen versuche ich im Moment mit Transparentpapier beizukommen. Meine aber das dies tw. zu Lasten des Kontrasts und der Schärfe geht. Die Bilder werden irgenwie "milchiger".
Ansonsten Pyromorphit, Dörnberg, Ramsbeck, Bb. 11 mm, 33 Aufnahmen.

Gruß Thomas

Offline Stefan

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #3 am: 09 Apr 09, 16:07 »
Polarisationsfilter vor Mikroskop oder Kamera (keine Folie) und Polarisationsfolie vor den Lampen lässt die Reflektion nahezu verschwinden. Vor allem lassen sich diese sehr individuell einstellen. Wichtig ist dann allerdings ausreichend Licht, da die Filter natürlich Helligkeit raus nehmen.

Gruß Stefan

Offline Thomas Noll

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #4 am: 09 Apr 09, 16:21 »
Hallo Stefan,
Polarisationsfilter und Folie parallel einsetzen oder entweder oder? Polarisationsfilter Mikroskop Bezug über Mikroskop-Dealer und Polarisationsfolie über Fotogeschäft?

Gruß Thomas

Offline Krizu

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #5 am: 09 Apr 09, 20:02 »
Hallo,

den Winkel musst du leider testen.

MfG

Frank

Offline franksch

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #6 am: 14 Apr 09, 21:58 »
Hallo,
anbei ein Matildit aus der Grube Clara, den ich heute bekommen habe. Ersteigert bei eBay von smoeller- Danke Sebastian!!!
Bildbreite: 1,3mm

Viele Grüße aus Berlin
franksch

Offline Stefan

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #7 am: 15 Apr 09, 00:56 »
@Thomas N

Zusammen einsetzen. Stelle Dir das wie 2 Gitterroste vor. legst Du sie parallel aufeinander kannst Du normal durchsehen, verdrehst Du sie wird es immer dunkler. Eine Folie (Rost) kommt vor die Lampe und der Filter (2. Rost) kommt vor das Mikroskop. Jetzt kannst Du für jede Lampe vor der Du eine Folie hast, die Folie verdrehen und damit für jede Lampe die Reflektionen individuell einstellen. Oder gesamt mit dem Circularfilter vor dem Mikroskop.

Den Filter bekommst Du im Fotohandel. "Circular Polarisationsfilter" oder so ... Die Folie musst Du schauen, oft bei Diskobedarf oder evtl. auch im Fotogeschäft. Ich habe den Filter mit Adapterring an mein Zeiss Stemi 2000C angeschlossen. Ich glaube der Adapterring  war 46 oder 48 mm (Mikroskop) auf 52 mm (Polarisationsfilter).

Gruß Stefan

Entschuldige das lieblose Motiv: Bild 1 ohne, Bild 2 mit Filter... bis auf die Belichtungszeit alles andere völlig identisch eingestellt.
« Letzte Änderung: 15 Apr 09, 01:18 von Stefan »

Offline Krizu

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #8 am: 15 Apr 09, 08:00 »

 Oder gesamt mit dem Circularfilter vor dem Mikroskop. ...


Vorsicht, ein Circularfilter kann schnell falsch vestanden werden. Das ist in der Regel in Filter, der zirkular polarisiertes Licht erzeugt. Das hat einen definierten Phasenversatz von 90! zwischen den beiden Polarisationszuständen,

MfG

Frank

Tapir

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #9 am: 15 Apr 09, 08:04 »
Cirkulare Polfilter werden für DSLR empfohlen, da ein linearer Polfilter den Autofokus des Objektives in seiner Funktion stört (soweit mir das bekannt ist). Im manuellen Fokusbetrieb kann man auch die (wesentlich preiswerteren) linearen Polfilter verwenden......

Offline Klinoklas

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #10 am: 15 Apr 09, 09:58 »
Das Ergebnis ist deutlich zugunsten des Polfilters ausgegangen.  ;)
Sattere Farbe, keine störenden Reflexe das sieht schon klasse aus.
Naja ein Polfilter steht auch noch auf meiner "nice to have" Liste aber da muss man auch vorsichtig sein, es gibt da unterschiedliche Anbieter und unterschiedliche Qualitäten. Mineralienfotografie generell Fotografie ist ein spannendes Thema.

Gruß
René

Offline Krizu

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #11 am: 15 Apr 09, 10:31 »
Cirkulare Polfilter werden für DSLR empfohlen, da ein linearer Polfilter den Autofokus des Objektives in seiner Funktion stört (soweit mir das bekannt ist). Im manuellen Fokusbetrieb kann man auch die (wesentlich preiswerteren) linearen Polfilter verwenden......

ok, mag sein - kann ich nicht beurteilen.
Aber wie wirkt der Polarisationsfilter bei Reflexen?
Ein Reflex ensteht an der Oberfläche in unseren Fällen eines Nichtleiters.
Jetzt kann jeder Lichtstrahl in zwei Komponenten aufgespalten werden, ich nenne Sie mal s und p.
Der einfallende und ausfallende Strahl liegen in einer Ebene senkrecht zur Ebene die reflektiert.
Ein Lichtstrahl kann immer als Kombination zweier Lichtstrahlen mit zueinander senkrechter Polarisation beschreiben werden.

Jetzt gibt es in der Elektrodynamik (Licht ist ja eine elektro-magnetische Welle) die Maxwell-Gleichungen (nein, die schreibe ich nicht auf!).
Beim Lösen der Gleichungen erkannt man, das es zwei "Lösungen gibt", je nach Orientierung des elektrischen Vektors des Licht in Bezug auf die beiden Ebenen.
Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Brewster-Winkel

Das bedeutet, dass das reflektierte Licht einen hohen bis ausschliesslichen Anteil linaer polarisiert ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkular_polarisiert
liefert aber wieder zwei Anteile! Entweder ist da eine Doppelbedeutung bezüglich "circular" und "zirkular" oder ich habe den Trick nicht verstanden!

MfG

Frank




Offline Thomas Noll

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #12 am: 15 Apr 09, 11:13 »
Hallo Stefan,
danke für die Infos. Hatte zwischenzeitlich den Mikroskop-Dealer meines Vertrauens angerufen der meinte für die Installation am Mikroskop sollte es ein linearer Polarisationsfilter sein. Dein  Ergebnis mit den Filtern ist jedenfalls überzeugend.

Hallo franksch,
der Matildit ist sehr gut gelungen. Das Thema hatten wir ja schon mal ;D

Gruß Thomas

Stolzit, Montmins, Bb. 2 mm

Offline aca

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #13 am: 15 Apr 09, 21:56 »
Ein Lichtstrahl kann immer als Kombination zweier Lichtstrahlen mit zueinander senkrechter Polarisation beschreiben werden.
Ich weiss, was Du meinst, aber ich glaube, dass man das missverstehen kann.
Ich bin deshalb mal so dreist, meinen Senf dazuzugeben  ;)

Ein Lichtstahl besteht nicht aus 2 Lichtstrahlen.
Ein Lichtstrahl hat eine elekrische Komponente und eine magnetische Komponente, deren Vektoren senkrecht aufeinander stehen (daher der Begriff elektromagnetische Welle).

Aber man kann einen Lichtstrahl (aus mehreren Photonen) mit beliebiger Schwingungsebene durch Vektoraddition von 2 senkrecht zu einander schwingenden Lichtstrahlen erhalten.
Und umgekehrt lässt sich so ein Lichtstrahl auch in 2 senkrecht zueinander schwingende Komponenten auftrennen.

Bei einer Reflexion an einem Nichtleiter geschieht genau das und deshalb ist der reflektierte Lichtstrahl in einer Ebene polarisiert, während der eindringende oder absorbierte Lichtstrahl senkrecht dazu polarisiert ist.

(bei einem einzelnen Photon geht das nicht, weil sich das Lichtquantum nicht weiter aufspalten lässt)

Zirkulare Polarisation entsteht, wenn man 2 sekrecht aufeinander stehende Lichtstrahlen miteinander so kombiniert, dass der eine 1/4 Wellenlänge hinterherläuft. Die elektrischen und magnetischen Vektoren beschreiben dann eine Schraubenbewegung.

Siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Polarisation

Dafür nimmt man doppelbrechendes Material (z.B. Quarz, sog. quarter-wave plates), die Licht in eine (senkrecht zueinander polarisierte) ordentlichen und außerordentlichen Strahl aufspalten. Da die Lichtbrechung sich für beide unterscheidet, wird einer der Strahlen gegenüber dem anderen effektiv verzögert. Wenn man die Platten geschickt dimensioniert, werden ord. und außerord. Strahl beim Wiederaustritt mit 1/4 Wellenlánge Versatz wieder miteinander kombiniert und das Licht ist zirkular polarisiert.

Bei einem zirkularen Polarisator für Kameras wird
1. zunächst linear polarisiert (eine Schwingungsebene herausgefiltert)
2. dann zirkular polarisiert.

Ein zirkularer Polarisationsfilter macht also beides, sonst könnte man die Reflexe nicht auslöschen.

Gruss
Amir

Offline Krizu

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Re: Mineralienbilder
« Antwort #14 am: 15 Apr 09, 22:38 »
Ein Lichtstrahl kann immer als Kombination zweier Lichtstrahlen mit zueinander senkrechter Polarisation beschreiben werden.
Ich weiss, was Du meinst, aber ich glaube, dass man das missverstehen kann.
Ich bin deshalb mal so dreist, meinen Senf dazuzugeben  ;)

Ein Lichtstahl besteht nicht aus 2 Lichtstrahlen.
Ein Lichtstrahl hat eine elekrische Komponente und eine magnetische Komponente, deren Vektoren senkrecht aufeinander stehen (daher der Begriff elektromagnetische Welle).

Aber man kann einen Lichtstrahl (aus mehreren Photonen) mit beliebiger Schwingungsebene durch Vektoraddition von 2 senkrecht zu einander schwingenden Lichtstrahlen erhalten.
Und umgekehrt lässt sich so ein Lichtstrahl auch in 2 senkrecht zueinander schwingende Komponenten auftrennen.

Bei einer Reflexion an einem Nichtleiter geschieht genau das und deshalb ist der reflektierte Lichtstrahl in einer Ebene polarisiert, während der eindringende oder absorbierte Lichtstrahl senkrecht dazu polarisiert ist.

Bis hier fast volle Zustimmung, Superpositionsprinzip ;-) Mit der Goldwaage muss ich nachlegen: Ein Lichtstrahl ist in der Regel ohne feste Phasenbeziehung, also stets eine zufällige Superposition zweier Bezugssysteme. Der Lichtstrahl hat auch noch eine Ausbreitungsrichtung, aber wer zwei Vektoren kennt, kennt den dritten ;-)

Zitat
Zirkulare Polarisation entsteht, wenn man 2 sekrecht aufeinander stehende Lichtstrahlen miteinander so kombiniert, dass der eine 1/4 Wellenlänge hinterherläuft. Die elektrischen und magnetischen Vektoren beschreiben dann eine Schraubenbewegung.

Haar gespalten stehen nicht die Lichtstrahlen senkrecht aufeinander. Die Ausbreitungsvektoren sind parallel, die E(M)-Vektoren der Strahlen sind senkrecht.

Zitat
Siehe z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Polarisation

Dafür nimmt man doppelbrechendes Material (z.B. Quarz, sog. quarter-wave plates), die Licht in eine (senkrecht zueinander polarisierte) ordentlichen und außerordentlichen Strahl aufspalten. Da die Lichtbrechung sich für beide unterscheidet, wird einer der Strahlen gegenüber dem anderen effektiv verzögert. Wenn man die Platten geschickt dimensioniert, werden ord. und außerord. Strahl beim Wiederaustritt mit 1/4 Wellenlánge Versatz wieder miteinander kombiniert und das Licht ist zirkular polarisiert.
korrekt, oder einen "Phasenkeil", da die Pahsenvberschiebung wellenlängigabhängig ist. \delta n =(ne-no) variiert, deshalb sind gute  \lambda/4 Platten immer für eine Wellenlänge.

Zitat
Bei einem zirkularen Polarisator für Kameras wird
1. zunächst linear polarisiert (eine Schwingungsebene herausgefiltert)
2. dann zirkular polarisiert.

Ein zirkularer Polarisationsfilter macht also beides, sonst könnte man die Reflexe nicht auslöschen.

Da setzt es bei mir aus. Der Reflex ist polarisiert, und zwar bei starken Reflexen linear. Das lineare Licht fällt auf einen linearen Polfilter (deine 1). Also wird es linear durchgelassen und zwar gemäss des Winkels des zwischen der Pol-Ebene des Lichtes und der der Platte (BTW: I ist prop Ehoch2 und E wird durchgelassen - tut nichts zur Sache, aber ein Polfilter nimmt in der Regel 75% des Lichts ;-) ) . Das Ergebnis ist ein linear polarisiertes Licht. Wenn die Einfallspolarisation senkrecht zum Polfilter ist, ist der Reflex weg, ohne zirkulkaren Phasenschubser. Ein zirkulater Filter ändert doch die Intensität nicht mehr. Den kann ich mir doch in deinem Fall sparen!

Siehst du mein Problem?

Bei den Mikroskopen sitzt doch erst der Pol-Filter vor dem Objekt, dann das Objekt, dass etwas macht, dann der Phasenkeil um eine Phasenbeziehung herzustellen und dann erst der Analysator oder bin ich falsch?

MfG

Frank


 

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