Wow, eine Diskussion mit Verzögerung - ist immerhin schon fast ein halbes Jahr her, als ich geposted hatte.
Zum Thema: Ich hab ja letztlich nur meine eigenen Beobachtungen wieder gegeben und will ja auch nur rauskriegen, ob es was bringt. So wie ich es bisher in Erfahrung gebracht habe ist die Zersetzung von Markasit/Pyrit eine autokatalytische Reaktion, ausgelöst von dreiwertigem Eisen. Da dreiwertiges Eisen bei der Zersetzung von Markasit/Pyrit entsteht, verstärkt sich der Prozess mit der Zeit. Da Fe2+ unter Sammlungsbedingungen eigentlich nur durch Sauerstoff in Fe3+ überführt werden kann, sollte ein Sauerstoffausschluss das gewünschte Resultat bringen. Das deckt sich auch mit meinen bisherigen Beobachtungen. An Bakterien, die den Markasit/Pyrit "fressen", glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ok, Schwefel mag sein, aber der ist ja auch erst nach der Zersetzung da. Zudem ist da ja auch noch die Tatsache, das ich schon übelst im Zersetzen begriffene Markasite bisher mit der Ponal-Methode stabilisiert bekommen habe.
Erhitzen halte ich auch nicht wirklich für eine gute Idee. Mag sein, das man den Markasit/Pyrit damit sterilisiert bekommt, Alkohol sollte das aber auch bringen und gefährdet dabei nicht evtl. andere Minerale.
Naja, wie schon gesagt, in meinen Augen ist das Ganze erstmal ein Experiment. Vielleicht verhalten sich meine Wunstorf-Kolenfelder Markasit ja auch besonders "gutmütig" und sind somit gar nicht besonders aussagekräftig. Inzwischen habe ich aber eine interessante andere Beobachtung gemacht: Derzeit mache ich so was wie eine Inventur meiner Sammlung und dabei habe ich eine Markasitstufe aus Höver wiedergefunden, die sich doch sehr interessant verwandelt hatte. Die Stufe ist eine markasitisierter (oder pyritisierter, oder beides ?) Schwamm und ich hatte den eigentlich nur noch wegen der interessanten Eisensekundärminerale aus der Markasit/Pyrit-Zersetzung eingedost. Nun finde ich diese Dose (es handelt sich dabei um eine normale 80x80x80mm Mineraliendose) wieder und der Boden der Dose ist komplett mit Flüssigkeit (wahrscheinlich mehr oder weniger konz. Schwefelsäure) bedeckt, die Stufe selber ist aber trocken. Allerdings konnte ich unter dem Mikroskop unschwer eine Vielzahl von Flüssigkeitströpfchen auf der Oberfläche sehen, zusammen mit Schwefel, Halotrichit, Voltait etc.. In meiner Sammlung haben sich ja nun schon einige Stufen zersetzt - leider -, aber das sich dabei Flüssigkeit ansammelt, hab ich noch nie erlebt.