Hallo Thomas!
Also, das ist in der Tat eine fossile Spur, keine Fließmarke. Das Objekt ist oval (war sicher mal rund, wurde aber mit der Sackung des Sediments kompaktiert), eine Fließmarke wäre von kastenförmigem bis halbovalen Umriss, oben also eben abgeschlossen. Sedimentstrukturen wie Schichtung sieht man an dem einen, nicht von Calcit bedeckten Ende auch nicht, was ebenfalls gegen eine Fließrinne spricht. Du kannst das Stück unter Thalassinoides isp. einsortieren, der Grabgang eines decapoden Krebses (wahrscheinlich, obwohl man das nie im Brustton der Überzeugung sagen sollte, solange man den Erzeuger nicht am Ende einer solchen Spur findet, von Pemphix).
Die "Querrippen" sind tektonischen Ursprungs - hier wurde das Gesteinspaket leicht versetzt, und die Klüfte sind dann wieder verheilt.
Es gibt eine Vielzahl von Organismen im Muschelkalkmeer, die wurmförmige Spuren im Sediment hinterlassen haben - an Würmer als Verursacher sollte man hier sogar zuletzt denken. Meistens sind es Krebse, Muscheln, Grabfüßer, Schnecken, Seegurken und sogar im Sediment lebende (endobenthische) Seeigel (von denen aber so gut wie nie Fossilien überliefert sind), die für die Spuren verantwortlich sind.
Und: Es lohnt sich immer, Konkretionen aufzuschlagen, da neben Krebsen auch Fische oder Reptilienknochen enthalten sein können. Trotzdem sind 99 von 100 Geoden taub, da darf man sich nicht frustrieren lassen.
Gruß,
Triassammler