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Autor Thema: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle  (Gelesen 4638 mal)

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Offline caliastos

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ist zufällig jemandem bekannt unter welchen bedingungen halit als stange (a=b ungleich c) auskristallisiert? pseudomorphose ausgeschlossen. hatte bislang immer angenommen, dass sowas nicht möglich sei.

Offline Collector

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #1 am: 31 May 09, 20:04 »
was meinst Du mit Stange ?  Ist das ein Quader ? ( a+b = ungleich c). ? (wobei -c- um ein vielfaches länger als a / b sein kann).

collector

Offline caliastos

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #2 am: 31 May 09, 20:53 »
joa, sozusagen. ich kann zwar nicht genau sagen welche achse a, b oder c ist (viel zu klein und bei kubischen mineralen auch so ne sache), aber 2 achsen sind definitiv gleich lang. die dritte hat ca. die 10-fache länge der anderen beiden. also ein 1-achsig in die länge gezogener würfel.

Offline berthold

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #3 am: 31 May 09, 21:26 »
Hallo,

ja, quarerförmige Halitkristalle -fast nadelförmig- gibt es - als Seltenheit. Im kubischen System kommen soche Quader z.B. auch bei Pyrit ("Nadelpyrit") oder Fluorit vor. Über die Umstände, die zu so einem Habitus bei Fluorit führen habe ich umfangreich aber leider erfolglos recherchiert.

Guß
Berthold

Offline smoeller

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #4 am: 02 Jun 09, 18:35 »
Hallo,

Auch von Chlorargyrit oder Cuprit (Chalkotrichit) ist das bekannt. Dürfte ein besonders rasches Wachstum in nur einer Richtung vorliegen, könnte an der Konzentration der Lösung liegen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #5 am: 02 Jun 09, 18:48 »
Hallo,

ich habe das mal bei einem Perowskit gesehen.
Aus der Schmelze wuchsen gute Kristalle. Wenige ppm Europium - keine Temperatur passte und es kamen nur Nadeln - Aber noch Perowskit .

MfG

Frank

Offline caliastos

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #6 am: 02 Jun 09, 19:19 »
na immerhin eine tatsächlich mögliche seltenheit. war schon etwas verdutzt das zu sehen. die anspielung auf rasches wachstum abhängig der lösungskonzentration lässt aufhorchen. die teile liegen nämlich an einer sichtbar stark durchflossenen Korngrenze parall zur fluidbewegung.

Offline Doc Diether

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #7 am: 02 Jun 09, 22:37 »
bei Zuchtkristallen von Alaun kann man beobachten, daß die Tracht vom Oktaeder zum Würfel geht durch Zusatz von diversen Spülmitteln. Erinnere mich, daß sich wohl die Sulfo-Gruppe irgendwo angelagert hat. Das war eine Jugend-forscht-Arbeit von vor knapp 20 Jahren.
Bei  Halit findet man dann haarige +  faserige Ausbildung, wenn das Kristallwachstum von einer Matrix wie Holz (Grubenstempel) ausgeht. Das ist z.B. im Salzbergwerk Wilizca bei Krakau der Fall.
Gruß
Doc Diether

Offline cmd.powell

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #8 am: 03 Jun 09, 02:03 »
Es ist bekannt, das verschiedene "Zusätze" die Tracht von Kristallen beinflussen. Um bei dem Beispiel von Doc Diether zu bleiben: Durch den Zusatz von etwas Borax zur Alaunlösung kann man anstelle von Oktaedern zu Würfeln gelagen. Im Kleber sind noch einige wenige weitere Beispiele aufgeführt, für mehr Infos wird aber auch dort nur auf weiterführende Literatur verwiesen (die ich grad nicht im Kopf hab). Ähnlich dürfte es auch bei Krizu's Perowskiten gewesen sein.
Was genau dazu führt, das ein Kristall nun zu einem stengeligen Wachstum neigt wie der Halit, dürfte nur durch umfangreiche Tests und Versuche erfassbar sein. Wahrscheinlich gibt es mehrere Möglichkeiten und sicherlich spielen auch Temperatur und Konzentration eine Rolle. Ein Kumpel von mir würde jetzt sagen: "Du hast jetzt eine klar definierte Aufgabe - viel Erfolg !"  ;)

Offline caliastos

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #9 am: 03 Jun 09, 08:32 »
so aufgaben findet man immer. aber nicht noch eine. so oder so schon etwas zu viel

Offline berthold

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #10 am: 03 Jun 09, 09:02 »
Hallo,

Zitat
Es ist bekannt, das verschiedene "Zusätze" die Tracht von Kristallen beinflussen.

nicht nur Lösungsgenossen. Wie bereits geschrieben auch die Konzentration. Und ganz sicher Temperatur und ggf. pH-Wert. Genaugenommen müsste man zwischen Tracht-beeinflussenden und Habitus-beeinflussenden Faktoren unterscheiden - was die Sache nicht einfacher macht. 

Aus meiner Sicht sind das zu viele Parameter um aus Tracht und Habitus Rückschlüsse auf die Bildungsbedingungen zu ziehen.

Aber ein ganz anderer Gedanke: Lösungsvorgänge entlang von feinsten Rissen entlang von Spaltflächen könnten ebenfalls zu stäbchenförmigen Kristallen führen. Ich habe Fluorit von Berbes gesehen, der ist so regelrecht in Scheibchen zerlegt.

Gruß
Berthold 

Offline caliastos

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Re: Wachstumsbedingungen für stängelige Halitkristalle
« Antwort #11 am: 03 Jun 09, 12:50 »
also die dinger fanden sich wie gesagt entlang von lösungsführenden kanälen zwischen zwei kristallen. also ner korngrenze. was sich da so abspielt ist eh verrückt.