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Autor Thema: Blei/Zink-Sekundärminerale  (Gelesen 4809 mal)

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Offline uwe

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Blei/Zink-Sekundärminerale
« am: 04 May 09, 18:55 »
Mir ist eine Probe eines kiesig-blendigen Ganges aus Freiberg untergekommen. Die Paragenese besteht aus Galenit, Sphalerit und Pyrit/Markasit(?). Die Oberfläche des Galenit ist mit einer Schicht von Sekündärmineralen bedeckt, soweit diese Oberfläche im Letten steckte. Ich nehme an daß in dem Letten ein stark schwefelsaures Milieu herschte.

Nun zu meiner Frage: Ich nehme an, die weißen, opaken Kristalle auf Bild Pb-sek, 2.jpg und auf Pb-sek, 1b.jpg sind Angelsit. Könnte daß im Hinblick auf die Kristallform hin kommen ?. Was könnten die winzigen gelblichen Kristallgruppen (Bilder Pb-sek, 1a und 1b) auf den weißen Kristalle sein? Gips wäre ja möglich. Der kommt dort als Ausblühungen auch vor, hat aber einen wesentlich anderen Habitus.

Alle Minerale sind auch in heißem Wasser unlöslich. Die Kristalle sind zu klein, um die Härte zu bestimmen. Ich bin also wieder mal auf eine visuelle Bestimmung angewiesen, obwohl mir aus meiner vorherigen Diskussion die Unsicherheit dieser Methode schon klar ist.

Gruß
Uwe

Online smoeller

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #1 am: 04 May 09, 19:49 »
Hallo,

Das weiße kann sehr gut Anglesit sein, aber auch Cerussit und sekundärer (oft bleihaltiger (MK mit Anglesit)) Baryt kommen in der Form vor. Das andere ist von den Fotos her nicht eindeutig, aber Pyromorphit/Mimetesit ist möglich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline -M-

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #2 am: 05 May 09, 13:59 »
Hallo,
wie Smoeller schon schrieb: Anglesit wäre in dem Fall genauso möglich, wie Cerussit oder Baryt...
Die xx scheinen zonar - außen trüb, innen eher klar ... und das kommt bei Baryt  so häufiger vor.
(kenne sowas z.B. von der "Hlg.3-faltigkeit", b. Zschopau, aus der Altenberger Ecke, oder auch von der
"St.Lorenz-Gegentrumm"-Hld. / FG )
Darüberhinaus ist Baryt ja allein wegen seiner Häufigkeit wohl am ehesten anzunehmen ...alles andere ist
Wunschdenken - jedenfalls solange man keine weiteren Indizien hat, die diese Argumente evtl. relativieren.
MK von Baryt/Angelsit sind im FG-Revier auch nicht so häufig, wie man annehmen könnte - kann man so
aber nat. trotzdem weder ausschließen, noch favorisieren.
Zu dem vemeintl. Pyromorphit kann man so leider nicht viel sagen, da man auf dem Bild kaum
etwas Relevantes erkennen kann. (evtl.mal beschreiben, wie die xx genau aussehen)

Gruß -M-

Offline uwe

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #3 am: 08 Jun 09, 17:55 »
Ich habe mich nochmals mit den vorher beschriebenen Kristallen beschäftigt. Beide, die weißen prismatischen sowie die fächerförmigen hellgelbbraunen, widerstehen sowohl Salz-, Schwefel - als auch Salpetersäure. Nach dem Salpetersäurebad war der weiße Belag auf den prismatischen Kristallen verschwunden. Hier wird wohl -M- mit seiner Vermutung Baryt recht haben. Allerdings sieht es so aus, als wären beide der oben beschiebenen Kristalle in Spaltrissen des stark angegriffenen Galenites sedimentär entstanden. Baryt kann lt. Literatur sedimendär entstehen. Das wäre also OK.

Was könnten nun aber die gelbbraunen Kristalle sein. Mir fällt hier als sedimendäres Mineral Gips ein. Der kommt an der betreffenden Fundstell auch vor, hat aber einen anderen Habitus.

Deshalb meine Frage: Widersteht Gips den oben beschriebenen Säureangriff, wobei es sich jeweils um etwa 20%ige Säuren handelte, oder welches sedimentär gebildete Mineral könnte ebenso widerstandsfähig sein ? 

Gruß
Uwe

Offline minuwe

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #4 am: 08 Jun 09, 19:36 »
Hallo Uwe,

20 %ige Säuren sollte Gips überstehen, lt. Literatur: schwer löslich in Säuren, aber in kochender Kalilauge. Blei- u. ähnliche Salze hätten sich gelöst. Oder es ist auch Baryt.

Gruß
Uwe


Offline uwe

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #5 am: 09 Jun 09, 10:47 »
Hallo Uwe,

wird schon Gips sein, denn zwei verschiedene Kristallformen des gleichen Minerales in einer sedimentären Abfolge halte ich für unwahrscheinlich - oder ??

Uwe

Offline minuwe

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #6 am: 09 Jun 09, 16:30 »
Auch eine Frage: sekundär oder womöglich sedimentär. Wenn gute Pinzette vorhanden, ein Splitter in der Flamme gibt bei Gips gelblich- rötliche Flammfarbe.

Offline Doc Diether

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #7 am: 09 Jun 09, 17:20 »
ja. Ich dachte zuerst an Copiapit. Aber der löst sich in Säuren weg.
Anglesit ist ja das Bleisulfat. Das löst sich bzw. wandelt sich kaum um bei Säurebehandlung. Wenn, dann kriegst Du evtl. einen weißen Überzug. Nimmst Du Salpetersäure, dann sollte sich der Cerussit als Carbonat weglösen.
Doc Diether

Offline uwe

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Re: Blei/Zink-Sekundärminerale
« Antwort #8 am: 09 Jun 09, 20:55 »
Der weiße Überzug verschwandt nach der Salpetersäurebehandlung. Danach waren die Kriställchen farblos durchsichtig.

Uwe

 

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