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Toxizität von Claudetit
raritätenjäger:
Hallo zusammen,
mal eine Frage zur Toxizität von Claudetit. Neulich las ich, dass einem die Einnahme von nicht einmal 0,1 g davon ins Totenreich befördern solle. Klar, das ist ja quasi Arsenik, trotzdem. Was mich wundert, ist, dass man das gute Zeugs einfach so verkaufen darf (?). Jedenfalls wird´s getan - in fast faustgroßen Stücken aus kleinen tafeligen xx.
Stimmt die o.g. Angabe 0,1 g? Wenn ja, wie sieht´s da mit dem Verkauf aus? Nicht, dass ich Claudetit in rauhen Mengen veräußern will, es interessiert mich einfach nur ganz persönlich. Da ja mit Asbest und Co. ziemliche Restriktionen verbunden sind - hier erschiene es mir ja schon sehr sinnvoll (mit einem faustgroßen Claudetit kann man ja schon eine Menge Schaden anrichten...).
Gruß
Andreas
Krizu:
Hallo,
die Menge dürfte stimmen, allerdings ist da ein Gewöhnungseffekt.
BTW:
Nur Stümper nehmen Arsen - Arsenik = As2O3 ist viel besser 8)
Siehe: http://www.alfa-chemcat.com/daten_msds/D/43488_-_D.pdf
Meines Wissens ist es auch carcinogen, siehe Trinkwasserproblematik Bangladesh.
MfG
Frank
ZEO:
Hallo,
100 -300 mg sind tatsächlich die übliche Angabe für eine möglicherweise schon tödliche Dosis. Und die carcinogene Wirkung ist real, also belegt.
Zum Vergleich :
In der Krebstherapie werden bei bestimmten Indikationen 0,15 mg Arsentrioxid/kg Körpergewicht/Tag (bis zu 50 Tage lang) eingesetzt. Das sind so um 10 mg / Tag. Ein schmaler Grat für Patient und Arzt.
Wer mit den oben beschriebenen Claudetit-Stufen / -Mengen umgeht, sollte wirklich das von Krizu angegebene Sicherheitsdatenblatt kennen und beherzigen, denke ich.
Zeo
minuwe:
Hallo,
was die Giftigkeit anbelangt, ist Claudetit genau zu behandeln, wie Arsenolith. Nun, die Größe des Stückes spielt keine Rolle, ob man einen faustgroßen Brocken oder eine Kruste anfasst ist gleich. Verkaufen darf man Mineralien grundsätzlich, wenn dann speziell geregelt ist, ob giftige Mineralien darunter fallen, wie z. B. die Pechblende bei Ebay, dann ist es eben so. Vielleicht macht es auch einen Unterschied, ob man eine Stufe an den Kenner verkauft, oder ob man As2O3 als Produkt (als Rattengift z. B.) vertreibt.
Wenn nun die 0,1 g als tödliche Dosis angegeben sind, könnte man auch mit einer Stufe Nickelin, die als Haldenfund oft eine bis cm dicke Schicht aus Arsenolith- Annabergit- Gemisch umhüllt, auch viel Schaden anrichten, die üblichen dünnen Krusten auf Arseniden reichen auch schon. Hatte mal so einen Brocken der 45 Jahre in der Halde lag, da mußte ich am Fundort erst mal mit einem Stück Schiefer an die 200 g von dieser Paste wegschaben :P In der Mitte kam irgendwo der Nickelinkern zum Vorschein.
Es gibt da aber noch viel giftigere Mineralien.
Gruß
Uwe
uwe:
Es ist wie mit vielene Sachen: Wenn man nicht an seinen Mineralen herumleckt und sich vor dem Essen die Hände wäscht oder sich nicht mit den Sammlerhänden in den Augen wischt, sind alle fast giftigen Minerale ungefährlich.
Uwe
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