Hallo Thomas,
mal eine Versuchserklärung von mir.
Viele Salze tragen in der Chemie einen Trivialnamen, der einiges auf die Eigenschaften oder Herkunft schließen lassen. So gibt es beispielsweise Hirschhornsalz (NH
4)
2CO
3 oder Pottasche K
2CO
3 , die ihre Trivialnamen aus einer uralten Herstellungsmethode herleiten (Pottasche wurde z.B. aus der Asche von Buchen gewonnen). Oder das Kleesalz (K-Oxalat, im Klee enthaltenes Salz).
Daneben gibt es einige Salze, die ihren Trivialnamen nach dem Geschmack o.ä. bekommen haben. Hier als Beispiel der Bleizucker (Pb-Acetat). Das süßlich schmeckende Salz wurde sogar als Zuckerersatz und zum Panschen von Wein verwendet. Noch schlimmer der Brechweinstein (Sb-Tartrat; der Name ist hier Programm

).
Vermutlich kommt daher auch der Trivialname vom Bitterspat/ -salz. Gut möglich, dass MgCO
3 einen unangenehm bitteren Geschmack hat (habe es selber noch nicht versucht

). Dass die Leute früher alles mögliche auf den Geschmack getestet haben ist sehr gut belegt. Ich hatte mal ein Laborbuch von Liebig in der Hand. Darin beschreibt er den "ekelhaft metallischen Geschmack" von Silberfulminaten (Salze der Knallsäure). Wie er das wohl herausgefunden hat

Gruß,
Andreas
edit:
habe gerade nach kurzer Suche ein Chemiebuch gefunden:
Schröter/Lautenschläger/Bibrack - Chemie Fakten und Gesetze
Hier ist der bittere Geschmack von MgSO
4 beschrieben. Das sollte für das Carbonat also auch zutreffen
