zu Form und Oberfläche des Feuersteins interessiert mich folgendes.
Mir geht es darum, den Entstehungsprozeß zu verstehen.
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Meiner Ansicht nach entstanden die drei kleinen Abbrüche zu einem Zeitpunkt,
da der Feuerstein seine endgültige Härte erreicht hatte. Seine äußere Form
entstand durch Bruch des Materials als dieses noch Kalkstein war.
Der allgemein verbreiteten Theorie zufolge entstand Flint in der nordeuropäischen Kreide durch Verhärtung einer kolloidalen Gelphase in Hohlräumen. Für andere Flintvorkommen muss dies nicht unbedingt gelten; es gibt auch das Phänomen der Ausfällung in den Porenräumen von Sediment, wobei der Flint dann von Sedimentpartikeln durchsetzt ist und man je nach Grad der Verunreinigung dann auch von einem verkieselten Sedimentgestein sprechen kann. Auch schichtige Flintarten (dann meist Hornstein genannt) sind bekannt (nicht zu verwechseln mit Kieselschiefern!), diese gehen wahrscheinlich auf flächendeckende Ausfällungen von Kieselgel zurück, sind aber nicht in einen Topf mit den Flinten aus der Kreide zu werfen.
Untergeordnet erfolgt das Wachstum von Kieselknollen auch noch durch Anlagerung von Kieselsäure um einen Keim herum. Eine bestehende Flintknolle oder ein Organismenrest können so ein Keim sein.
Die Form von Flintknollen hängt primär von der Form des Hohlraums ab, in dem sie sich gebildet haben. Dies kann ein Krebsgang bzw. allgemein ein Grabgang sein, oder der Hohlraum eines aufgelösten Schwamms, uvm., wobei diaganetische Prozesse dafür sorgen, dass die Hohlform meist nicht exakt 1:1 nachgeformt wird, sondern nur mehr oder weniger "verwaschen" bzw. umgeformt erhalten bleibt. Die weitere Formgebung übernehmen dann Verwitterung und Transportvorgänge nach der Exhumierung des Flints.
Gruß,
Rainer