Hallo lutz
Rein chemisch gesehen sind "Salze" Verbindungen mit überwiegend ionischer Bindung, was bedeutet, das (hervorgerufen durch großen Unterschied in den Elektronennegativitäten der beteiligten Elemente) die Bindungen zwischen den einzelnen Atomen stark polarisiert sind. Das führt zu entsprechend geladenen Ionen (Kationen sind positiv, Anionen negativ geladen), die sich gegenseitig anziehen und somit "binden". Diese Einteilung gilt allgemein auch für die mineralogische Systematik, wobei hier oft eine Trennung nicht ganz so einfach ist. Bei den Silikaten sind oft Ionen- und Atombindungen gleichermaßen beteiligt - das Silikatgerüst ist durch Atombindungen und die "Fremdatome" durch Ionenbindung zusammengesetzt. Auch bei den Oxiden kann es, wenn entsprechende Unterschiede in den Elektronennegativitäten vorliegen, zu salzartigem Charakter kommen, ich meine jedoch, das diese Oxide oft oder immer ein kleines Problem mit Wasser haben, sprich, sie reagieren mit diesem zu irgendwas weiter.
Das einige "Salze" zu den Oxiden gezählt werden liegt meines Wissens daran, das sie in keine der Anderen Gruppen so recht reinpassen. Die Gruppen sind ja streng an einen bestimmten Chemismus und eine bestimmte Struktur gebunden. Weißt eine Verbindung eine andere Chemie und/oder Struktur auf, so passt sie nicht mehr in die vermutete Gruppe und wird zu den Oxiden gezählt - sofern es sich um eine Verbindung mit Sauerstoff handelt, was aber meistens der Fall ist. Ein Beispiel ist der Wolframit, der zwar als ein Wolframat geschrieben werden (Fe,Mn)[WO4] und somit zu den Sulfaten gezählt werden könnte, allerdings ist das WO4 "Tetraeder" stark deformiert ist somit kein Tetraeder mehr, also auch ist Wolframit auch kein Sulfat. Bleibt nur noch Oxid als Möglichkeit.
Ich hoffe ich konnte Dir damit ein wenig helfen und hab nicht zuviel dummes Zeug gelabert... Das Thema ist übrigens ziemlich Umfangreich und ich kann Dir nur weiterführende Literatur wärmstens empfehlen (Klockmann, Rössler, Kleber etc.).