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Rosenquarz ???

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Philip Blümner:
Collector, ich denke uwe wollte damit sagen, dass Rosenquarz kein eigenständiges
 eingetragenes Mineral ist laut IMA. Es ist SiO2 und nicht mehr.

Collector:
Hallo McSchuerf

hab´s ja auch so verstanden, wies der Uwe gemeint hat.
Rosenquarz ist Quarz, ist Quarz, ist Quarz !!!
Und noch dazu von der Seiser Alm !

EINVERSTANDEN !!!!!! ;D

collector

uwe:
Hallo,

ich meinte mit meiner Bemerkung, daß es verschiedene Möglichkeiten gibt, um Quarzkristalle rosa bzw. hellrot zu färben. Wir hatten Eisen, Mangan und Dumortierit   (Rutil eher unwahrscheinlich). Alle diese Varianten können meiner Meinung nach (ich betone "meiner unmaßgeblichen Meinung nach") als Rosenquarz angsprochen werden, da Rosenquarz eben kein wissenschaftlich definiertes, eigenständiges Mineral ist.

Die "Rosenquarze" der diskutierten Stufe von der Seiseralm sind nach meinem Dafürhalten durch Mangan rosa gefärbt, während der linke, von Waidler gezeigte Stein meiner Meinung nach durch Dumortieriteinlagerungen seine Färbung erhalten hat, denn das ist genau der Farbstich, den Dumorieritsplitter haben.

Ich finde diese Diskussion aber ausgesprochen interessant und lehrreich. Aus diesem Grund mache ich auch einen neuen Thread auf zum Thema Quarzvarianten. Quarzvarianten sind zwar schon mal diskutiert worden, aber nicht in dieser Tiefe.

Glück Auf
Uwe   

berthold:
Hallo,

ohne McSchürf zu nahe treten zu wollen, aber woher stammt die Information dass Rutil NICHT das färbende Mineral im Rosenquarz ist oder sein kann?   Ich zitiere SRTUNZ (Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie)


--- Zitat --- ... die meisten Rosenquarze erhalten ihre Färbung durch Streuung des Lichtes an feinst verteilten Rutilnädelchen.
--- Ende Zitat ---

und weiter:


--- Zitat ---Der Farbträger ist Rutil in feinsten Nädelchen (rein koloidopitsch) und vieleicht Mn3+
--- Ende Zitat ---

Ich behaupte, dass Strunz sowas nicht geschrieben hätte, wenn es da keine Untersuchungen in dieser Richtung gäbe. Aber er schreibt ja auch "..die meisten Rosenquarze..." was für mich bedeutet, dass er ausdrücklich auch andere Ursachen für möglich hält. Ich denke, dass tatsächlich auch andere Ursachen für eine rosa Färbung in Frage kommen. Auf der Homepage vom Seilnacht finde ich:


--- Zitat ---Beim Rosaquarz wir die rosa Färbung durch Phosphoratome und beim Rosenquarz durch Titanatome verursacht (Bild 14). Der Rosenquarz bildet nur sehr selten Kristalle.
--- Ende Zitat ---

ist für mich sehr logisch, da das größte mir in Deutschland bekannte Rosenquarzvorkommen (Kreuzberg Pleystein / Oberpfalz) ein Phosphat(Rest-)pegmatit ist. Etwas wissenschaftlicher ist die Rosenquarzfärbung nach MASCHMEYER u. LEHMANN 1982:


--- Zitat ---In den Quarzen wurde ein Phosphorgehalt festgestellt, der wahrscheinlich auf den Einbau von AlPO4 aus der hydrothermalen Lösung zurückzuführen ist. In der Struktur substituieren je ein Al und ein P5+ zwei benachbarte Si4 -Ionen (gekoppelte Substitution). Durch ionisierende Strahlung wird von dieser Gruppe ein Elektron abgespaltet, das an anderer Stelle im Kristall metastabil eingefangen werden kann. Neben dem Elektronenzentrum bisher unbekannter Struktur bildet sich dabei ein einwertiges negatives Sauerstoffion, so dass man den Defekt als Al- O- -P Zentrum beschreiben kann, wobei die Punkte zwischen Al und O andeuten, das (im Gegensatz zur O--P Bindung) keine echte Bindung zwischen diesen Atomen vorliegt. Da P kleiner ist als Si, ist das O- näher bei P als bei Al. .......Die Bildungstemperaturen der Rosenquarze lagen bei 465-680°C. ........Die Farbzentren bildeten sich erst bei Raumtemperatur.
--- Ende Zitat ---

Es könnte ja auch sein, dass in einigen Fällen Dumorierit - wie beschrieben - zu der rosa Färbung führt. Für mich scheint jedoch die Phosphor-, und dann sogar noch die Rutil-Färbung wahrscheinlicher oder häufiger zu sein.

Gruß

Berthold

Collector:
Hallo Ihr Rosenquarz- Freaks

Bertholds Informationen sind einleuchtend, treffen jedoch m.E. nicht auf die Rosenquarze vom Duron-Tal (Seiser Alm ) zu.

1. In der Gesteins-Mineralparagenese der Seiser Alm Mineralien gibts keinen Phosphor.

2. In der Mineralparagenese der Seiser Alm Mineralien gibts keinen Dumortierit. Ist auch unwahrscheinlich, da Dumortierit i.d.R. nur in Al-reichen, regional metamorphisierten Gesteinen vorkommt und nicht in Basalten wie auf der Seiser Alm.

3. In der Mineralparagenese der Seiser Alm gibts weder Rutil noch TiO2.

4. Der Rosenquarz kommt in einem blasenreichen Gestein vor, welches veraltet als Melaphyr, aktuell aber als basaltisches Gestein vom Typus Tholeitbasalt bezeichnet wird.

5. Tholeitbasalte haben geringe Anteile an TiO2 ( kleiner als 5,5 %) und MnO (kleiner als 1%). Der SiO2-Anteil liegt bei ca. minus 56 %. Der FeO-Anteil ist kleiner als 15,0 %, der Fe2O3-Anteil kleiner als 6,0 %.

6. Sowohl der TiO2- als auch der MnO-Gehalt könn(t)en Ursachen der Farbgebung beim Rosenquarz sein.
(Lichtabsorption durch Ti-Ionen, die im Kristallgitter eingelagert sind. Mn-gehalt als farbgebende Quelle ist bisher nicht bewiesen, sondern eine Annahme ).

Insofern dürfte der alte Strunz wohl Recht haben mit Titan als farbgebender Ursache.

Literaturangaben: 

1.Wimmenauer, W., 1985; Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine
2. Le Maitre, R.W., 1989; A classification of igneous rocks and glossary of terms
3. Rykart, R.; 197; Bergkristall; 2. Aufl.
4. Anthony, Bideaux, Bladh, Nichols; 1995; Handbook of Mineralogy; Vol. II, Silicates (part 2 )

collector

was man nicht alles als Nicht-Mineraloge lernt !

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