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Autor Thema: Pyromorphit  (Gelesen 2673 mal)

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Offline Daachhex

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Pyromorphit
« am: 22 Sep 09, 21:50 »
Habe einige Steinchen mit grünem Pyromorphit gefunden (Siegerland). Meine Frage: Ist es sinnvoll,
Steine zu sammeln, die nicht sehr mit Pyromorphit bestückt sind. Die Steine sind ca. 1,5 bis 10 cm. lang und es befinden sich grüne Stäbchen und auch grüne, kleine Flächen darauf.
Außerdem haben ein paar Steine noch weißes Material, daß sich aber im Ultraschallbad auflöst.
Ähnlich wie Kreide, nur weißer und fester.
Im Herbst 2008 habe ich einen Stein gefunden - ca. 15 cm. lang mit einem Innenraum mit
bis zu 1 cm. großen Kristallen, weiße und glasklare. Einer davon hat an der Spitze 3 Kanten,
die aber weiter unten mit jeweils 2 Kanten weitergehen (also 6). Ein anderer ist doppelt gewachsen (Doppelender?) Viele dieser Kristalle haben aber teilweise einen braunen Überzug, der zwar nach dem Ultraschall zu entfernen ist, man kommt aber nicht daran, Kann ich dafür ein spezielles Mittel nehmen ? Hatte leider keine Zeit für die Siegerlandbörse, wäre gerne hin gegangen. Bin in jeder Hinsicht Laie, keine Fachfrau.

Offline smoeller

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Antw:Pyromorphit
« Antwort #1 am: 22 Sep 09, 22:25 »
Hallo,

Sinnvoll ist es immer, das zu sammeln, was einem gefällt. Grundsätzlich sind Stücke mit wenig Pyromorphit auch sammelnswert, allerdings sind die objektiv nicht so viel wert.

Das weiße Material dürfte ein Tonmineral (Kaolinit, Dickit oder Montmorillonit) sein.

Die Kristalle dürften Quarz sein, der ist häufig mit Pyromorphit vergesellschaftet. Sonst wäre da höchstens noch Calcit drin bei der Form, glaube ich aber weniger. Braune Beläge sind Limonit (Rost), da hilft meist Oxalsäure (schwach giftig!) oder Salzsäure (greift aber den Pyromorphit u.U. an). Andere Chemikalien sind für Laien mit Risiken behaftet. Es gibt hier schon einige Beschreibungen zur Reinigung von Quarz. Wenn es Calcit ist, kann man gar keine Säure nehmen (sogar Zitronensaft löst Calcit an).

Glück Auf!
Smoeller

Offline Daachhex

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Antw:Pyromorphit
« Antwort #2 am: 22 Sep 09, 22:50 »
Danke für die schnelle Antwort. Ich habe schon so viele schöne Steine, weiß aber bei den
wenigsten, was es ist. Stehe auch mit dem Internet immer noch auf Kriegsfuß, sonst würde ich
auch mal ein Bild einstellen. Hoffe, daß es mir noch jemand lernt. Habe jede Menge verschieden-
farbige Pyrite gefunden. In einer Kuhle im Wald - von Tieren freigewühlt - lag ein Stein.  Eisen,stark magnetisch, zieht alles an. Es müßte Kurse geben, die einen ein bis'chen einweisen würden.
Aber wahrscheinlich ist das Interesse zu gering. Noch eine Frage, wo kann ich das nötigste
Handwerkszeug her bekommen (Standlupe mit Licht, vernünftiger Hammer, und vor allen Dingen
ein Buch, was die Minerale und Steine so zeigt, daß auch ein Laie sie erkennen kann.)
Ich wünsche allen, die jetzt noch hier aktiv sind, einen guten Abend und Finderglück.

Offline Haspelknecht

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Antw:Pyromorphit
« Antwort #3 am: 23 Sep 09, 08:10 »
Hallo!

Grundsätzlich stimme ich smoeller zu. Es ist immer genau das Wert zu sammeln, was gefällt. Es gibt sicherlich viele, die Stücke mit wenig Pyromorphit als wertlos erachten, was auch daran liegen kann, dass man im Laufe der Jahre besseres gefunden hat. Bei genauer Betrachtung können aber auch gerade Pyromorphit-Stufen mit wenigen oder auch sehr kleinen Kristallen einen besonderen Reiz haben, vor allem dann, wenn sie sehr schön ausgebildet sind. Ich behalte sehr kleine Kristalle ebenso wie größere Stufen.
Das weiße Zeug wird sicher Kaolinit oder Dickit sein. Das ist allgegenwärtig. Oder aber eine Flechte bzw. etwas anderes organisches.
Die weißen und glasklaren Kristalle mit Spitze sind aller Wahrscheinlichkeit Quarz. Calcit wäre für Siegerland-Verhältnisse schon etwas sehr Ungewöhnliches.
Pyrit kann durch verwitterungsbedingte Einflüsse schnell Anlauffarben annehmen.
Leider ist es im Mineralienreich selten so einfach, dass man Minerale rein visuell genau bestimmen kann. Bei vielen wird eine Aussage machbar sein, bei einigen kommen jedoch immer mehrere fast oder exakt gleich aussehende in Frage. Das macht es einerseits interessant, andererseits manchmal schwer.

Viele Grüße und Glück-Auf
Markus

Offline Micha

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Antw:Pyromorphit
« Antwort #4 am: 23 Sep 09, 12:00 »
Wo kommst Du denn geografisch her? Ich meine, Bücher sind sicher gut, davon gibt es eine ganze Menge im Buchhandel. Aber sicher besser wäre es, Du suchst dir in Deiner Nähe andere Sammler. Der gegenseitige Austausch nicht nur von Mineralen, sondern auch von Wissen ist sicher effektiver und schöner. Hier im Forum findest Du bestimmt Freunde.

Offline uwe

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Antw:Pyromorphit
« Antwort #5 am: 23 Sep 09, 12:23 »
Hallo Hiltrud,

als Anfänger (ich unterstelle mal, Du bist einer) solltest Du grundsätzlich erst mal alles aufheben, worauf sich kristallisierte Minerale befinden, unabhängig ob diese groß oder klein. Möglicherweise findest Du später, mit wachsender Erfahrung, auf diesen Stufen auch mal etwas seltenes, was Du heute wegwerfen würdest. Ich habe diese schmerzliche Erfahrung gemacht. Was ich so in den 1960-er Jahren an Funden auf Schneeberger Halden als zu klein wieder entsorgt habe, treibt wir heute noch die Tränen in die Augen ;).

Braune Limonitkrusten lassen sich am besten mit der Wallerschen Lösung (Natriumdithionit) entfernen. Das ist aber etwas kompliziert und eventuell nicht für Anfänger geeignet ?

Gruß
Uwe