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Autor Thema: Magnetisierbarer Stein  (Gelesen 9403 mal)

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Offline TomSpiess

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Magnetisierbarer Stein
« am: 14 Sep 09, 08:51 »
Hallo ich bin neu hier und habe auch gleich eine Frage:

ich habe vor ca. 4 Jahren im vorderen Odenwald gebaut. Unsere Hoffläche habe ich damals mit Schotter (Mineralgemisch, Körnung 0- 16 mm) auffüllen lassen. Bei Arbeiten auf dem Hof ist mir dann irgendwann der magentische Bithalter meines Akkuschraubers auf den Schotter gefallen. Als ich selbigen aufgehoben hatte hingen mehrere kleine Steinkörnchen an dem Bithalter. Optisch unterscheiden sich die Steine nicht von normalen Schotter. Die Steine sind auch nicht selbst magnetisch, d.h. an Eisenmetallen haften sie nicht. Was ist das für ein Mineral / Stein ?? bisher konnte mir noch niemand diesbezüglich weiterhelfen.



Offline Krizu

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #1 am: 14 Sep 09, 09:24 »
Hallo,

normale Schalcke ist auch teilweise magnetisch.

Also ohne scharfes Bild ist da wenigHilfe möglich.

Mfg

Frank

Offline smoeller

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #2 am: 14 Sep 09, 10:19 »
Hallo,

In der Region gibt es mehrere Vorkommen von Vulkaniten (basaltische Gesteine). Die können Titanomagnetit enthalten. Kleinere Stückchen davon haften dann am Magneten.

Aber Schlacke ist auch möglich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline TomSpiess

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #3 am: 15 Sep 09, 07:34 »
Danke erstmal für die Antworten, ich werde die nächsten Tage noch ein paar Bilder einfügen. Die Steine auf meinem Hof stammen übrigens aus einem Steinbruch ganz in der Nähe, sollten also keine Schlacken o.ä. Recycling Material sein. Die Bilder die ich von Titanomagnetit gesehen habe treffen ziemlich genau auf meine Steine zu.

Offline TomSpiess

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #4 am: 16 Sep 09, 07:25 »
So, hier noch ein paar Bilder der Steine. Ich habe gestern noch mit einem größeren Magneten die Schotterschicht durchkämmt, ca. 10% der Steine bleiben an dem Magneten hängen. Die Größe variert genauso wie bei den anderen Steinen (Granit). Anhand der Farbe lssen sich magnetische und unmagnetische nicht voneinander unterscheiden. Beide Sorten haben kleine "Glimmer/Kristall" Streifen, die selbe Farbe und Masserung.

Gruß

Thomas

Offline smoeller

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #5 am: 16 Sep 09, 09:04 »
Hallo,

Ja, ist ein basisches Eruptivgestein, wohl Basanit, Tephrit oder Nephelinit. Der Magnetismus kommt von dem enthaltenen Magnetit/Titanomagnetit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Klinoklas

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #6 am: 16 Sep 09, 10:35 »
Hallo Sebastian,

ist es denn richtig das der Magnetit/Titanomagnetit nur in 10 % des Schotters vetreten ist? Warum ist er nur so eng begrenzt? Thomas hat geschrieben das sich die magnetischen Steine und die nichtmagnetischen optisch nicht unterscheiden lassen.
Ich hätte hier wenigstens vermutet das die magnetischen winzige schwarze Körner, Mikrokristalle enthalten. Eine bestimmte Masse muss ja dasein sonst würde der Magnetismus ja nicht funktionieren.

Eventuell sind doch alle magnetisch nur manche viel schwächer als andere.

@ Thomas

Du könntest ja mal versuchen ein kleines Stück Papier auf eine Wasseroberfläche zu legen und darauf eine Metallnadel. Das ist dann ein ziemlich feiner Kompass.  Damit ließe sich eventuell dann auch der Magnetismus in den anderen Stücken feststellen.

Gruß
René

Offline TomSpiess

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #7 am: 16 Sep 09, 11:57 »
Hallo René,

ich habe mit den größeren Steinen schon versucht kleine Metallspäne aufzunehmen... negativ. Ich werde heute abend mal meinen Wanderkompass an so einen Stein halten und die Reaktion begutachten. Was die 10% angeht: grober Schätzwert da doch eine Menge Steine nicht auf den Magneten reagieren. Ich habe auch Steine die nicht direkt an dem Magneten haften blieben mit der Hand an den Magneten gehalten, man kann dann schon spüren das absolut nichts passiert.

Gruß

Thomas

Offline smoeller

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #8 am: 16 Sep 09, 12:20 »
Hallo,

Es enthält wohl nur ein Teil der Steinchen größere Magnetiteinschlüsse. Das ist nicht untypisch. Ähnliches finde ich bei Vulkaniten vom Kaiserstuhl, da bildet der Magnetit auch größere Einschlüsse bis Erbsengröße, während andere Bereiche kaum welchen haben. Magnetit/Titanomagnetit ist ein Frühkristallisat, bildet sich also bereits am Anfang der Abkühlung und kommt daher als Einsprenglinge vor.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch die anderen Steinchen magnetisch sind, aber durch die geringe Menge des Magnetits werden sie von einem gewöhnlichen Magneten nicht angezogen. Bei Verwendung eines Nd-Magneten (sehr starker Magnet) wird allerdings nahezu jedes stärker Eisenhaltige Mineral zumindest einen Hüpfer machen (also auch Augit, Biotit, Hornblende), Magnetit klebt regelrecht dran.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Klinoklas

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #9 am: 16 Sep 09, 13:17 »
Hallo Sebastian,

vielen Dank für die Antwort. Das mit dem Supermagneten ist ja interessant.
Man fragt sich ja gelegentlich wie man auch schwach magnetische Mineralien nachweisen kann.

Gruß
René

Offline Krizu

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #10 am: 16 Sep 09, 13:46 »
Hallo,

viele gute Elektromotoren haben diese Nd-Magnete ;-)

MfG

Frank

Offline smoeller

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #11 am: 16 Sep 09, 13:58 »
Hallo,

Es gibt so kleine Nd-Taschenmagnete. Die haben Tablettenform. Damit kann man u.a. Schwerminerale trennen. Gibt es im Fachhandel, auch bei größeren Handlungen für Mineralien-Zubehör. Basalt sollte dran kleben, wenn genug Erz drin ist.

Glück Auf!
Smoeller

Offline TomSpiess

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #12 am: 16 Sep 09, 20:47 »
So, jetzt habe ich alle Versuche durchgeführt:

1. Stärkerer Magnet, ND Tellermagnet, Durchmesser 60mm, 18kg Tragkraft: kein Unterschied zum bisherigen Ergebniss da ich gestern  schon den Magneten eines alten Basslautsprechers verwendet habe der auch so einiges zieht....
Die Ausbeute an vom Magneten anziehbaren Steinen bleibt gleich.

2. Kompass: mit allen Steinen die am Magneten haften wird auch die Kompassnadel abgelenkt, manche Steine drehen die Nadel komplett um 180 Grad, andere schaffen weniger. Die Steine die auf den Magneten nicht reagieren beienflußen auch nicht den Kompass.

3. Ich habe die Steine mit einer groben Bürste und Wasser gereinigt: die stark magnetischen Steine sind etwas dunkler, die unmagnetischen etwas mehr ins Grau gehend. Glimmer Reflexionen sind bei beiden ungefähr genauso ausgeprägt.

4. um auszuschließen das gerade bei mir eine Ladung aus dem Steinbruch abgekippt wurde die so eine Charge Gestein enthällt habe ich einen Weg besucht von dem ich weiß das er vor ca. 10 Jahren geschottert wurde: gleiches Resultat.



Gruß

Thomas

Offline Butzelsche

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #13 am: 16 Sep 09, 21:34 »
Hi Thomas,

deine Schilderung klingt ja sehr interessant. Weißt du zufällig aus welchem Steinbruch das Material ist, oder ob es sich hierbei um Material aus 2Steinbrüchen handelt? Vielleicht hilft die Herkunft weiter, denn es gibt ja dutzende Steinbrüche hier im Odenwald.

Viele Grüße
Alexander

Offline TomSpiess

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Antw:Magnetisierbarer Stein
« Antwort #14 am: 16 Sep 09, 22:30 »
Hallo Alexander,

die Steine stammen alle aus dem Steinbruch in Waschenbach  (jetzt "OHI"  früher Steinbruch "Thomas")



Gruß

Thomas

 

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