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Autor Thema: Metavivianit ? / (vmtl.) Santabarbarait  (Gelesen 4165 mal)

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Offline berthold

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Metavivianit ? / (vmtl.) Santabarbarait
« am: 07 Oct 09, 12:09 »
Hallo,

von verschiedenen Lokalitäten (Pleystein, Hagendorf-Süd u.a.) habe ich immer wieder ein Mineral gesehen das scheinbar pseudomorph aus Vivianit hervorgeht. Da ich alle Übergänge - vom frischen Vivianit zu diesem Mineral habe und aufgrund der Farbe liegt die Vermutung einer Oxidation von Fe2+ zu Fe3+ nahe. Und da kommt mir nun der Metavivianit in den Sinn. Allerdings scheint die Mineraldefinition vom Metavivianit nicht so griffig zu sein. Die Erstbeschreibung von RITZ (1974) spricht bei der Farbe von "lauchgrün", dürfte aber in vielen Aussagen überholt sein. (siehe auch RODGERS 1986: "Recent work has shown that the above conclusions are not correct and that metavivianite is neither a ferrous phosphate nor an octahydrate and so cannot be dimorphous with vivianite".) Dann gibt es da noch "Kerchenit" und "Oxi-Kerchenit" (auch Kertschenit), "alpha-Kertschenit" und "beta-Kertschenit", allesamt wohl nicht anerkannt. Soweit ich Bilder und Beschreibungen gefunden habe gehen die Farbangaben schon sehr weit auseinander: Lauchgrün bis orangerot.  :-[

Soweit - sogut. Nun habe ich die neuere Arbeit von  Frost, Ray L.; Weier, Matt; Lyon, William G. (Neues Jahrbuch für Mineralogie - Monatshefte, Volume 2004, Number 5, 1 May 2004 , pp. 228-240) mit dem Titel:  "Metavivianite an intermediate mineral phase between vivianite, and ferro/ferristrunzite – a Raman spectroscopic study" entdeckt. Demnach würde ich Metavivianit als Zwischenphase zwischen Vivianit und Strunzit betrachten. Meine Plättchen könnten also auch eine Pseudomorphose von Strunzit nach Metavivianit nach Vivianit sein.

Hat jemand eine Idee?

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 12 Nov 16, 20:49 von oliverOliver »

Offline smoeller

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #1 am: 07 Oct 09, 17:32 »
Hallo,

Von Joldelund kenne ich Übergänge von Vivianit in Metavivianit und dann in Limonit. Dabei werden die xx auch gelb. Es gibt alle Übergänge von hellblau über grün bis zu strohgelb.

In jedem Fall eine Oxidation von Fe2+ zu Fe3+.

Glück Auf!
Smoeller

Offline berthold

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #2 am: 07 Oct 09, 21:02 »
Hallo,

ja, bei mir auch über beige bis fast weiß.  Nur bei "strohgelb" würde ich nun wirklich keinen Limonit erwarten  ???

Gruß
Berthold

Offline Günter Blaß

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #3 am: 08 Oct 09, 13:55 »
Hallo Berthold,

wie siehts mit Santabarbarait aus.
Entsteht meines Wissens auch durch Fe-Oxidation aus Vivianit und ist rötgenamorph.
Die meisten gelb-gelbbraun gewordenen "Vivianite", welche ich untersucht habe (meist aber aus Schlacken, Joldelund, Genna, Grube Mark) waren amorph.
Ich gehe heute eher davon aus, dass es sich um Santabarbarait handelt!

Lit.: PRATESI, G., CIPRIANI, C., GJULI, G. & BIRCH, W.D. (2003): Santabarbaraite: a new amorphous phosphate mineral - Eur. J. Mineral. 15, 185-192

MfG und GA
Günter Blaß

Offline berthold

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #4 am: 08 Oct 09, 19:33 »
Hallo Günter,

vielen Dank für den Hinweis,. Santabarbarait ist eigentlich naheliegend, ich werde der Sache nachgehen.

Gruß
Berthold

Offline smoeller

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #5 am: 08 Oct 09, 19:51 »
Hallo Günther,

Danke für den Hinweis auf den Santabarbarait! Ich hatte nur den Artikel von WITTERN (Mineralien-Welt) zur Verfügung zur Bestimmung der Joldelund-Stücke.

Wenn Bedarf an Probenmaterial von dort besteht: Habe noch einiges im Keller.

Glück Auf!
Smoeller

Offline raritätenjäger

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #6 am: 09 Oct 09, 10:11 »
Hallo,

der Steffen Möckel hat tasächlich momentan Stücke im Angebot, welche als Santabarbarait von Hagendorf ausgezeichnet sind. Sind wohl analysiert... Das Mineral scheint ja auch gar nicht so selten zu sein. Ich würde das auch für richtig halten wollen.

Gruß
Andreas

Offline berthold

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #7 am: 09 Oct 09, 14:07 »
Hallo,

ja, für Hagendorf-Süd ist laut mindat.org: "M.E. Ciriotti - 05.06.2008 - Probed" Santabarbarait wohl sicher.  Für Pleystein (mein Foto) ist mir noch keine Analyse bekannt, das sehe ich jedoch nun als sehr wahrscheinlich an.

Für Hagendorf-Süd vermute ich auch die beigen Pseudomorphosen nach Phosphophyllit als Santabarbarait. Ich hatte vor vielen Jahren eine Probe an Prof. Mücke geschickt, ist damals als "röntgenamorph" zurückgekommen. Klar, Santabarbarait war damals noch nicht bekannt.   

Gruß
Berthold

Offline raritätenjäger

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #8 am: 12 Oct 09, 10:00 »
Hallo,

ich dachte, die Pseudos bestehen aus Messelit, Fairfieldit und sowas?

Gruß
Andreas

Offline berthold

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #9 am: 12 Oct 09, 11:17 »
Hallo Andreas,

welche Preudos? Die beigen nach Phosphophyllit (auch im Hagendorf-Buch von Kastning&Schlüter abgebildet) sind m.W.n. bislang nicht analysiert. Woher stammt die Info mit Messelit/Fairfieldit?

Gruß
Berthold

Offline raritätenjäger

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Antw:Metavivianit ?
« Antwort #10 am: 13 Oct 09, 11:54 »
Hallo,

muss ich mal raussuchen. Ich meine, das stand in einem etwas älteren Artikel von Mücke im Aufschluss.

Gruß
Andreas

EDIT: Kommando zurück, ich hab da was mit Xanthoxenit verwechselt...
« Letzte Änderung: 15 Oct 09, 13:04 von raritätenjäger »

 

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