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Bi-Mineral?

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Erik:
Hallo zusammen!

Ich bräuchte Tipps zur Bestimmung eines  Bi(?)-Minerals!
Bilder kriegt Ihr leider nicht zu sehen, aber evtl. anhand der Paragenese??

Es handelt sich um stahlgraue nadelige bis haarförmige, teilweise zu "Büscheln" verwachsenen XX auf Zechstein-Dolomit.
Fundort ist die Halde einer Schwerspatgrube (im Dolomit) im Spessart.
Paragenese besteht aus Baryt, Goethit, Siderit, Pyrit, Erythrin,
das primäre Co-Erz scheint feinverteilt im Baryt oder Siderit aufzutreten. Keine Cu- oder Pb-Minerale.
Auffällig ist auch, daß das Mineral im Gegensatz zum Großteil der anderen Erzminerale in keinster Weise Zersetzungserscheinungen aufweist.

Schon mal Danke im Vorraus,
Erik

Robin:
Hallo Erik,

Nadelige Bi-Erzmineralien sind ja immer schwer zu bestimmen. Im Prinzip kann man ohne Analyse nicht viel dazu sagen. Ein genaue Fundortangabe würde hilfreich sein; vielleicht sind dort öfters Bi-mineralien oder sonstige nadelig ausgebildete Erze gefunden.

Grüße und Glück Auf,
Robin.

uwe:
Hallo Erik,

es wäre natürlich naheliegend, auf Emplektit zu tippen, aber Du schreibst, daß keine Spur von Kupfer vorkommt. Außerdem verwittern Wismuterze ziemlich rasch, laufen zumindest an oder überziehen sich mit einer Schicht. Sollte die Lagerstätte Wismut enthalten, müßten irgendwo kräftig gelbe (nicht das Limonitgelb) Beläge auftreten. Kobalt allein ist kein Grund, daß dort auch Wismut vorkommt.

Ich nehme an, daß es sich um eine sekundäre Haldenbildung handeln könnte. Da entstehen die abenteuerlichsten Minerale und Kristallformen. Auch "einfacher" Pyrit kommt nadlig oder haarförmig vor. Ob primär oder sekundär kannst Du feststellen wenn Du beobachtest wo die Kristalle aufgewachsen sind. Außerdem ist die Kristallgröße of auch ein Indiz für sekundär und primär. Sekundärbildungen zeigen meist kleine Kristalle, da die Zeit zum Wachsen zu kurz ist. Sind die Kristalle allerdings größer, dann wäre auch ein Antimonspießglanz nicht ausgeschlossen. Antimonerze kommen oft auf karbonatische Matrix vor. Haarförmige Kistalle auf Calzit können auch Millerit sein. Ich denke da an die bekannten Millerit der Zeche "Zollverein".

Auf jedem Fall die Stufen aufheben und Fundort sowie Funddatum dokumentieren. Was es für ein Mineral ist, kann auch noch nach Jahren festgestellt werden. Zwischenzeitlich versuchen, Veröffentlichungen oder Mineralienlisten dieser Halde zu erlangen - es gibt dazu viele Datenbanken wie Dir sicher bekannt ist. Irgendwo findest Du dann ein Bild diese Minerales.

Glück Auf
Uwe

Erik:
Hallo,

die genaue Lokalität ist die Grube "Rosa" bei Ober-Sommerkahl im Spessart, ist aber relativ unbekannt denke ich.
Ich habe jedenfalls vergeblich Literaturangaben gesucht und auch sonst konnte mir niemand weiterhelfen.
Das Mineral befindet sich entweder auf DolomitXX oder auf Baryt, scheint aber in einem Fall auch im Baryt eingewachsen zu sein (schlecht zu sehen). Teilweise auch von Erythrin überkrustet. Für eine Analyse sind mir die recht hübschen Stücke eigentlich zu schade! Für Millerit fehlt meiner Meinung nach der gelbliche Farbstich, wenn überhaupt ist die Farbe eher ein stahl- blaugrau.

Glück auf,
Erik :)



Robin:
Hallo Erik,

Eine Analyse soll nicht unbedingt die Stufe zerstören; Röntgen-Analyse ist sehr 'safe', aber vielleicht ein bißchen teuer. So etwas kannst du z.B. bei Günter Blaß machen lassen (Unkostenvergütung: 12,5€-17,5€, E-mail: guenterblass@AOL.com). Selbstverständlich solltest du sicher sein die Analyse wird sich lohnen, d.h. es gibt keine Literatur oder Spessart-Experte die Dir weiterhelfen können.

Gruß Robin.

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