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Autor Thema: Exkursionsbericht über das historische Goldbergwerk Las Medulas Spanien  (Gelesen 6145 mal)

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Offline Christfried

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Las Medulas – ein römisches  Goldbergwerk im 1 bis 3. Jahrhundert der Neuzeit – ein Exkursionsbericht

1. Lage
Das ehemalige Bergwerksgelände liegt nahe dem Ort Las Medulas in Spanien knapp 20 km Luftlinie von der Stadt Ponferrada entfernt. ( 42,46266 ° N; 6,76182 ° W )

2. Anfahrt
Über die Strasse 536 bis Carrucedo Hier Abzweig nach Las Medulas

3 Parkplätze
Am Ortseingang befindet sich ein gut angelegter Parkplatz, von dem aus die Exkursion unternommen werden kann. Wer mobil unterwegs ist und einen abgelegeneren Standplatz bevorzugt, dem sei der Parkplatz oberhalb des Ortes Orellan, der nur über Carrucedo erreichbar ist, zu empfehlen. Von hier aus führt ein Weg direkt zur ausgebauten Aussichtsplattform mit Blick über das gesamte ehemalige Bergwerksgelände
( Fotos Spanien1158.jpg, Spanien1159.jpg )

4 Gebietsstatus
Die Landschaft um Las Medulas ist ein Naturschutzgebiet und gilt als Weltkulturerbe

5. Beschreibung des Exkursionsgebietes
Die heutige Landschaft ist geprägt durch die Abbautechnologie der Römer, indem sie über Kanäle große Mengen Wasser herangeführt und es in die vorbereiteten Stollen geleitet haben. ( Foto Spanien1149.jpg) Mit diesem Wasser haben sie das Gebirge „zerspühlt“. Auf diese Weise kam es zum Einsturz des Gebirges. Mittels Waschprozess wurde das Gold gewonnen. Die heute zu beschauenden Berghänge sind das Ergebnis der so genannten  „ ruina montium“ – Technologie. Von der Aussichtsplattform hat der Besucher einen spektakulären Blick übers Gebirge, insbesondere während eines frühabendlichen Sonnenscheins. Dann erscheinen die Berghänge in einem gleißenden Rot.

6 Geologie
Das Gebiet um der Stadt Leon bildet eine geologische Einheit namens „ West Asturian Leonese Zone“. In dieser Zone kommen alle Gesteine, beginnend vom oberen Proterozuikum über die des Messozuikums bis hin zu denen des Tertiärs und des Quartiärs vor. Las Medulas liegt in dieser geologischen Zone. Es ist in einem weiten Bogen von Gebirgen präkambrischen und kambrischen Alters umgeben. Der Abtragungsschutt des alten Gebirges hat sich offenbar unter anderem von Lugo aus in einer breiten Rinne von ca. 50 bis 70 km in südöstlicher Richtung, in der Las Medulas  liegt, abgelagert. Ein Beleg dafür sind die eindruckvollen Konglomerate des heutigen Deckgebirges. ( Foto Spanien1150.jpg ).
 
7. Gesteinscharakteristik
Wie das Foto Spanien1150.jpg zeigt, besteht das Gebirge aus einem Konglomerat aus Klasten in sehr unterschiedlichen Größenordnungen. Der Grad der Rundung der Klasten  belegt einen allochthronen Transport größeren Ausmaßes. Wegen des bestehenden Naturschutzes konnten keine Klastenproben entnommen werden, aber soviel konnte ermittelt werden:
Die Klasten sind von silikatischer Natur und bestehen hauptsächlich neben Grauwacke  (Foto Las Medulas05.jpg ) aus Feldspat und Quarz..
Die Korngrößenverteilung reicht von wenigen zehntel Millimeter bis zu einigen Zentimeter im sichtbaren Bereich der Gebirgshänge. Die Matrix besteht offenbar aus feinen Tonmineralen, die dem Gestein nur eine geringe Druckfestigkeit verleihen. Neben diesem Gesteinsaufbau konnten im Konglomerat Schichten von Feldspat  und Quarz beobachtet werden, was im Verlauf der Genese auf eine Mineralisation der Porenräume durch hydrothermale Lösungen hinweist. ( Foto Las Medulas10.jpg ) Die feinen Tonminerale, die die Matrix bilden, sind unter anderem die Basis für die extreme Rotfärbung des Gebirges im abendlichen Sonnenlicht.
Den Mineralbestand bilden naturgemäß, wie bereits erwähnt, Quarz, Feldspat und Glimmer. Glimmer tritt hier sehr vereinzelt als winzige goldglänzende den Sandkörnern anhaftende Flitter auf, vermutlich aus verwittertem Biotit bestehend. Der überwiegende Feinanteil des Konglomerates besteht aus sikikatischen Sanden, vorwiegend aus  Quarz und hellem Feldspat.

8. Die Goldmineralisation
Bei dem in Las Medulas gewonnenem Gold handelt es sich offenbar  um oligozänes oder um quartäres Seifengold. Das einstige Berggold wurde durch den Erosionsprozess an den präkambrischen und kambrischen Gebirgsstöcken, mobil in der  Weise, dass möglicherweise sowohl metallisches Gold als auch Gold in löslichen Komplexverbindungen sich im Geröllstrom befand. Es ist also hier denkbar, dass feinstes metallisches Gold oder auch andere Schwermetalle als Kristallisationskeime gewirkt und parallel dazu Bakterien die vorhandenen Goldkomplexverbindungen reduziert haben., deren Endprodukte wiederum eine chemische Reduktion der Goldverbindungen bewirkte.

9 Literatur
R.D. Dallmeyer, E. Martinez  Pre. Mesozoic Geology of Iberia  Springer-Verlag 1990
                                                Geology of Spain, published by The Geological Society
                                                London 2002
M. Schade                               Gold in Thüringen  Thüringer Landesanstalt für Geologie
                                               Weimar 2001

Offline Moni

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Hallo Christfried,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum! Gratulation zu Deinem Beitrag.
Gibt es vielleicht dazu auch Bilder?

Falls Du noch Probleme mit dem Bilder hochladen hast, dann schau doch mal unter folgendem Hilfe-Link nach:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,523.0.html

Herzliche Grüße von
Moni

Offline Schlacke

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Offline Christfried

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Hallo Moni,
und der erste Versuch zu den Bildern

Offline Christfried

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Hallo Moni
und der zweite Versuch:

Landschaftsaufnahmen des Bergbaugebietes:
« Letzte Änderung: 23 Dec 09, 20:53 von Christfried »

Offline Christfried

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 und hier noch zwei Aufnahmen zu Gesteinsproben:

Offline loismin

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Hallo Christfried.

Herzlichen Dank für den schönen Bericht !
Ist sehr interessant und ich würde mir öfter mal sowas hier wünschen.
Schöne Weihnachten !

Gruß
Loismin

Offline Steinjäger

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Hallo!

Interessanter Beitrag, ich habe vor kurzem in dem Buch "Geschichte des Goldes" von Dr. Heinrich Quiring (1948) über dieses von den Römern durchgeführte Abbauverfahren gelesen, dieses wird als "Arrugienbergbau" bezeichnet,  auf den Seiten 122 ff. ausführlich beschrieben und auf die Zeit von etwa 100 v. Chr. bis 150 n. Chr. datiert. Kaum zu glauben welche Massen von Material damals mit einfachster Technik bewegt wurden, nicht zuletzt dank der in nahezu unbegrenzter Zahl zur Verfügung stehenden Kriegs-und Strafgefangenen!

Offline Uwe Kolitsch

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    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Vortrag "Las Medulas - römischer Goldbergbau in Spanien"
von Univ.-Doz. Dr. Brigitte Cech (Universität Wien)

Mi 20. Januar 2010, 18:30 Kinosaal Naturhistorisches Museum, Wien

Gemeinsame Veranstaltung der Freunde des NHM Wien und der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft

 

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