Hallo,
sehen wir es einmal wirklich von der Kostneseite:
Das REM-EDX liegt irgendwo im Bereich 150.000 bis 200.000 € Neupreis (lange keins mehr gekauft :-) ).
Flüssiger Stickstoff liegt bei einigen Euro/l + etliche 10 Euro für die Lieferung, vermutlich alle 2 Wochen.
Achja: der Dewar kostet auch und unterliegt möglicherweise der Prüfpflicht für Druckbehälter.
Dann die Betriebskosten REM: Kühlwasser, Vakuumpumpen und Filamente. Wobei sich ein Feldemitter fast schon gegen die Justage-Stunden rechnet. Nur kostet der Ersatz dann auf einen Streich mehr als 5k€. Haltbarkeit - je nach Kopfvakuum zwischen 2 Jahren und 6 Jahren. Dann ist noch keine Reparatur drin!
Dann muss die Probe möglicherweise beschichtet werden, ein Sputtercoater (wenige k€) plus Goldtarget

Ok dann die Arbeit:
Gerätepflege rechne ich einfach mit 5-6h pro Woche (Justage Emitter, Reinigungen, Wartung etc).
Wenn eine EDX vernünftig gemacht werden soll, sollten die Elemente kalibriert sein, imho 80€ pro Element und einige 100€ der Halter (Geller).
Gut, eine unbekannte Probe kommt an:
LiMi (achja - brauche nwir auch noch)und schauen was der Kunde meint. Stelle markieren und/oder Probe auf Teller aufbringen.
10min, 6 Proben beschichten 10min, Proben ins REM bringen 10min bis Vakuum.
maximal 5min Strahl justieren, Messbereich für alle Elemente. 3 min Strahleffizienz bestimmen.
Proben messen (jeweils 5min) sehen, dass nur leichte Elemente vorhanden sind.
Spannung runterregeln, Messbereich umstellen neu die Strahleffizienz bestimmen.
Messen (5min) und auswerten (3min - Plausibilität, Peakformen, Interferenzen).
Will der Kunde nur eine Tabelle mit den Elementen: fertig (2min bis 5min Bericht)
Ansonsten fängt das suchen an: Einige meiner EDX-Rätsel hier sind auch noch nicht gelöst

Der andere Weg ist Proben rein und druff - nur kann dann alles passieren.
Achja: und wenn dann ein Kristall gesucht werden muss, wird es heikel. Ich habe einmal nach einem Foto 2h einen Kristall auf einer Kleinstufe gesucht - im REM sieht alles anders aus. Das war ein TiO2 neben einem Y-Phosphat aus Belgien

.
In der Summe führt dazu, dass ca 1h bis 2h für eine Probe abzurechnen sind, in der Regel mit 60€ in der Industrie.
Klar, es mag schneller gehen, aber dann setze ich nicht meinen Namen darunter.
OK, Struktur:
30min pro Probe mit dem Diffraktometer?
Und der Strahlenscutzbeauftragte?
just my 2cts
Frank