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Autor Thema: Fluorit - (hkl) - Tracht ?  (Gelesen 3647 mal)

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Offline berthold

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Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« am: 06 Feb 10, 20:58 »
Hallo,

aus dem Erongo-Gebiet sind 2007 eine Reihe von "geätzten" Fluoriten gekommen, einige als sog. "Skalenoeder". Nun konnte ich so ein Stüfchen erwerben und würde gerne die Flächen indizieren.

Fluorit - (hkl) - Tracht ?


Sicher bin ich nur dass die Form nicht den dem bekannten 731-"Skalenoedern" von Wölsendorf entspricht. Die rauhen Oberflächen (einige sogar leicht gebogen) machen reflexionsgoniometrische Messungen schwer bis unmöglich. Meine Erfahrung sagt mir, dass mit unvollständiger Trachtausbildung und hohen Indizes zu rechnen ist.

Bin für jeden Tip dankbar.

Gruß
Berthold

Offline robodoc

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #1 am: 07 Feb 10, 08:20 »
Hallo,

bei den Pseudoskalenoedern von Wölsendorf handelt es sich ja um "plattgedrückte" Würfel. Der hier gezeigte Fluorit vom Erongo sieht aus wie ein plattgedrückter Kubooktaeder, oder ? Bin gespannt, welche Ideen die Sammlergemeinde sonst noch hat.

Viele Grüße

Robert

Offline berthold

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #2 am: 07 Feb 10, 10:16 »
Hallo,

Zitat
bei den Pseudoskalenoedern von Wölsendorf handelt es sich ja um "plattgedrückte" Würfel.

Wölsendorfer "Skalenoeder":
Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Freiung/Grube Cäcilia
Fluorit - (hkl) - Tracht ?


??? Nein, da ist nichts plattgedrückt. Siehe http://www.berthold-weber.de/w_skal.htm

Verformung durch tektonische Beanspruchung kann es nicht sein (weder in Wölsendorf noch hier), würde ja eine Einbettung in ein Mineral/Gestein voraussetzen. Die Oberflächen zeigen typische Ätz-Strukturen, folglich denke ich an Auflösungerscheinung, ggf. dann nochmal eine kurze Wachstumsphase (die violetten Bereiche).

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 07 Feb 10, 11:10 von berthold »

Offline robodoc

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #3 am: 07 Feb 10, 12:03 »
Hallo Berthold,

"plattgedrückt" war auch nur bildlich gemeint, nicht durch echte physikalische Gewalt entstanden. Rupert Hochleitner hat uns diese pseudoskalenoedrischen Fluorite einmal im Rahmen eines Diavortrages über Pseudomorphosen und Perimorphosen vorgestellt, er wäre möglicherweise der richtige Ansprechpartner für Deine Fragestellung.

Glück auf

Robert

Offline Krizu

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #4 am: 07 Feb 10, 12:15 »
Hallo Berthold,

durch eine Ansicht ist eine Indizierung schwierig.
Mein Ansatz waere es, nach den {111}-Splatflächen=Rissen zu suchen.
Die kleine glatte Fläche oben erscheint mir niedrig indidiziert.

@Robert
Ein plattgedrückter Würfel ist kein Würfel mehr und hat eine andere Indizierung als {100}.

Mfg

Frank

Offline berthold

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #5 am: 07 Feb 10, 13:42 »
Hallo,

@Robert:
Zitat
diese pseudoskalenoedrischen Fluorite einmal im Rahmen eines Diavortrages über Pseudomorphosen und Perimorphosen
das sind auch keine Peudomorphosen. Es gibt zwar im Wölsendorfer Revier Pseudomorphosen von Fluorit (nach Quarz) nach Calcit (siehe Anhang) - wo die skalenoedrische Form vom ursprünglichen Calcit herrührt, die (siehe Bild oben) "skalenoedrischen" Fluorite von Wölsendorf sind aber eine Trachtvariante mit {730}, {731} und {100} Flächen und definitiv keine Pseudomorphosen.

@Frank
ja, die kleine schmale Fläche oben wie auch die kleine schmale Fläche unten rechts vermute ich auch niedrig indiziert (ich tippe auf {100}. Spaltflächen sind leider keine erkennbar.

Gruß
Berthold

Offline robodoc

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #6 am: 07 Feb 10, 14:11 »
Hallo,

ich weiß, daß es keine Pseudomorphosen sind; ich sagte auch nur, daß Rupert Hochleitner diese Wölsendorfer Fluorite im Rahmen eines Vortrages über Pseudomorphosen und Perimorphosen erwähnt hatte. Er hatte seinerzeit ausgeführt, daß sich ein Würfel durch Verzerrung entlang einer Achse durch zwei räumlich gegenüber liegende Ecken in Richtung Skalenoeder verformt werden könnte und man sich das Wachstum der pseudoskalenoedrischen Fluorite so vorstellen könnte. Unsere Miller'schen Indices sind doch der Natur herzlich wurscht.

Mit freundlichen Grüßen, weil so üblich

Robert 8)

Offline Krizu

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Antw:Fluorit - (hkl) - Tracht ?
« Antwort #7 am: 07 Feb 10, 17:49 »

Unsere Miller'schen Indices sind doch der Natur herzlich wurscht.

Mit freundlichen Grüßen, weil so üblich

Robert 8)

Hallo Robert,

nein, der Natur sind die Indices nicht wurscht, in der Regel versucht die Natur die Indizierung gerign zu halten. Die Ursache liegt in einer Energieminimierung. Wenn eine irgendwie gerichtete Kraft beim Wachstum wirkt,, weist der Kristall in der Regel Spannungs-Doppelbrechung auf. Und eine Verzerrung von Würfel zum Skalenoeder ist nciht möglich. Die Bindungslängen sind bis auf 0.0x % fix und in Stein gemeiselt.

Das KRistallwachstum ist ein mikroskopischer Vorgang. Der kümmert sich nicht sonderlich um makroskopische Effekte.

Auch so üblicherweise mfg

Frank

 

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