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Autor Thema: Canon MP-E 65mm  (Gelesen 8279 mal)

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Offline joy

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Canon MP-E 65mm
« am: 07 Mar 10, 20:59 »
Hallo,

da ich dem Fotografieren durch das Mikroskop, aufgrund meiner bisherigen gesammelten Erfahrung, immer kritischer gegenüber stehe, habe ich mal geschaut, welche Möglichkeiten sich für das Fotografieren kleiner Bildausschnitte sonst noch anbieten. Dabei bin ich auf das folgende Objektiv aufmerksam geworden:
Canon MP-E 65mm 1:2,8, 1-5fach

Blende: 2,8 -16
Springblende
Gewicht: 710g (845g incl. Stativmanschette)
Länge bei 1:1 = 9,8 cm, bei 5:1 = 23 cm
Bildfeld (Vollformat): 1:1 = 24*36 mm, 5:1 = 4,8 * 7,2 mm
Bildfeld (APS-C): 1:1 = 15*24 mm, 5:1 = 3,0 * 4,8 mm
Kein! Autofokus


Maximale! Fokusdistance: ca.10 cm bei 1:1 und ca. 4cm bei 5:1 (Vollformat)
Preis ~ 1000€

Das Objektiv wird hauptsächlich von Leuten gekauft, die Kleintiere fotografieren.
Der Link zeigt ein Bild, das mit dem Objektiv gemacht wurde.
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/459142/display/2126652

Gegen die Fotografie durch das Mikroskop spricht meiner Meinung nach hauptsächlich der größere Abstand zum Objekt und die dazwischenliegende Optik.

Da nicht allein die Bildqualität des Objektivs über eine gelungene Aufnahme entscheidet, muss natürlich auch ein entsprechend stabiles Stativ oder ein robuster Bohrständer, sowie ein brauchbarer Einstellschlitten eingesetzt werden.

Was meint Ihr?

Gruss

Joy

Offline Schluchti

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Antw:Canon MP-E 65mm
« Antwort #1 am: 07 Mar 10, 21:06 »
Ich habe mit dem MP-E 65 mm auch schon geliebäugelt. Das Objektiv soll nicht übel sein. Werde es mir sicher mal zum Testen kommen lassen, wenn ich mal wieder mehr Zeit zum Fotografieren finde, 

Offline joy

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Antw:Canon MP-E 65mm
« Antwort #2 am: 07 Mar 10, 21:19 »
Ah ok. Ist halt echt nicht billig das Ding. Wie machst du das mit dem Testen? Bestellst du und machst dann einfach Gebrauch vom Rückgaberecht?

Offline loparit

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Antw:Canon MP-E 65mm
« Antwort #3 am: 07 Mar 10, 21:25 »
Hallo,
eine weitere Möglichkeit wäre ein altes Zuiko oder auch Cannon Mikroobjektiv.
Diese kann man gebraucht bis 300 Euro manchmal noch bekommen. Mit einem entsprechenden Adapter kann man die an die heutigen Digi's anschließen. Allerdings ist das beleuchten bei den geringen Abständen dann nicht gerade einfach. Aber einen Versuch ist es Wert.  Das Olympus Zuiko Makro-Objektiv habe ich selbst schon an meiner Olympus getestet. Auch das Cannon habe ich. Aufnahmen mit dem Objektiv hatte auch schon mal unter folgendem link hier eingestellt. Es handelt sich dabei um einen Baryt und einen Bournonit von der Apollo.

Hier der Link dazu:

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5847.645.html

Gruß
Edgar
 

Offline Bode

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Antw:Canon MP-E 65mm
« Antwort #4 am: 11 Apr 10, 21:46 »
Hallo,
Ich habe mir mal die Daten von den Makroopjektiv angesehen ,sieht nicht schlecht aus. Nur sollte man die Kleinigkeit für den Ringblitz bei der Investition nicht vergessen, ich denke ohne ihn geht nicht viel. Ich verwende das EFS 60 1:2,8 aber da sind oft die Möglichkeiten am Ende.

Offline Sebastianit

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Re: Canon MP-E 65mm
« Antwort #5 am: 16 Oct 10, 21:38 »
Hallo,

ich wollte mal diesen Thread wieder nach vorne holen. Hat jemand nun schon mit dem Objektiv Erfahrungen gemacht. Es steht bei mir weit oben auf der Prioritäten-Liste. Sorge macht mir allerdings der Makroschlitten. Ich befürchte, dass selbst ein so teurer Makroschlitten, wie etwa von Novoflex einfach nicht genau eingestellt werden kann. Die Schärfentiefe bei 5-facher Vergrößerung wird so gering sein, dass man hier einen Makroschlitten mit Mikrometerschrauben benötigen wird. Aber mir ist kein Hersteller bekannt, der so etwas verkauft. Was meint ihr? Wie könnte man das Problem lösen? Oder gibt es etwa doch so einen Präzisionsschlitten? Oder reichen die Makroschlitten von Manfrotto (Modell 454) oder die Modelle von Novoflex aus?

Besten Dank  ^-^

Sebastian
« Letzte Änderung: 17 Oct 10, 08:25 von Sebastianit »

Offline loparit

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Re: Canon MP-E 65mm
« Antwort #6 am: 17 Oct 10, 01:12 »
Hallo, hier mal ein Erfahrungsbericht:
Ich hatte beruflich, vor gar nicht so langer Zeit, die Möglichkeit es ausgiebig zu testen.

Will man einen Abbildungsmaßstab größer/gleich 1:1 ohne dass man Balgen bzw. Zwischenringe einsetzt ist dieses Objektiv keine schlechte Anschaffung.

Vorab mal für diejenigen die das Objektiv nicht kennen hier nochmals die technische Daten:
- Brennweite 65mm
- Blende: 2,8 –16
- Effektive Blende: 5,6 - 96 (Blende * (Vergrößerung + 1))
- Springblende
- Gewicht: 710g (845g incl. Stativmanschette)
- Filtergewinde: 58 mm
- Länge bei 1:1 = 9,8 cm, bei 5:1 = 23 cm (also keine! Innenfokussierung)
- Bildfeld (Vollformat): 1:1 = 24*36 mm, 5:1 = 4,8 * 7,2 mm
- Bildfeld (APS-C): 1:1 = 15*24 mm, 5:1 = 3,0 * 4,8 mm
- Kein Autofokus
- Fokusdistance: max. ca.10 cm bei 1:1 und max.  ca. 4cm bei 5:1 (Vollformat)

Folgende Dinge sollte man berücksichtigen bevor man sich dieses Objektiv zulegt:

-   Objektgröße   24*36mm für Vollformat-Kameras bzw. 15*24 für APS-C Kameras), das heißt keine Aufnahmen von größeren Objekten. Kleinstufen bzw. , Handstufen sind also nicht komplett abzubilden.

-   Bei einer max. Fokusdistanz von 10cm bzw 4 cm muss man sehr nahe ran an das Motiv. Ist natürlich bei Mineralien kein Problem. Mit dem Beleuchten ist es bei 4 cm nicht mehr so einfach aber noch machbar.

-   Kein Autofokus, bzw. auch kein Vernünftig durchzuführender manueller Fokus am Objektiv,  da am Objektivring nur die Vergrößerung eingestellt wird. Die Fokussierung geschieht entsprechend durch Bewegung der Kamera oder des Motives.

-   Die Beugungsunschärfe ist ebenfalls ein Problem. Die Blende muss bei zunehmender Vergrößerung geöffnet werden. Bei Maßstab 1:1 und 2:1 kann man noch durchaus mit Blende 16 arbeiten. Bei 5:1 bis max. Blende 9, also die Blende 11, 13 bzw 16 kann man bei dem Maßstab vergessen. Es sei denn man ist mit den schlechteren Ergebnissen zufrieden. Fotografiert man mit einer APS-C Kamera muss man die Blende  wegen des kleineren Sensors noch weiter öffnen, also kleinere Blendenwerte benutzen. Das alles spielt natürlich keine so große Rolle wenn man Stacken will. Da kann man die Blende ja durchaus öffnen.

-   Der vorgenannte Punkt spielt natürlich bei der Schärfentiefe eine wesentliche Rolle. Im Maßstab 1:1 liegt die Schärfentiefe bei gut 2mm und bei 5:1 bei gerade mal 0,25mm. Also bei 5:1 kommt man am Stacken trotz dieses Objektives nicht vorbei. 

-   Der Preis das Objektiv, mit dem man eigentlich nur Extremmakros machen kann ist auch nicht ohne.

-   Erwähnt werden sollte auch ist die Tatsache, dass es trotz Springblende im Sucher relativ schnell sehr dunkel wird
-   Die Beleuchtung ist natürlich bei allen Makro-, und Mikroobjektiven allgemein nicht einfach und benötigt viel Erfahrung bzw. Übung. Das gilt natürlich auch für dieses Objektiv.

-   Was man auch nicht vergessen sollte 5:1 ist bei Mikromounts nicht unbedingt viel!

-   Das Objektiv zeichnet scharf und brillant, was zu einer sehr guten Bildqualität führt.

-   Die Verarbeitung ist ausgezeichnet. Es arbeitet präzise und leichtgängig.

Alle diese Punkte führen jedoch nicht unbedingt zu einer guten Makro bzw. Mikroaufnahme, wie sich der eine oder andere eventuell vorstellt. Aber ich denke, das weiß sowie jeder hier, nur mit dem Objektiv und einer Kamera ist es nicht getan.

Hat jemand bereits Erfahrung in der Makrofotografie  und will sich mit größeren Maßstäben befassen, ist das Objektiv eine Überlegungen wert.
Gleiche Ergebnisse lassen sich durchaus aber auch mit Balgen, Retroadaptern oder Zwischenringen erreichen, allerdings nicht so unproblematisch und flexibel.
Wer bisher eher wenig Erfahrung in der Makrofotografie hat und schnell ohne Aufwand, Geduld und Übung Erfolge sehen will, wird nicht viel Freude am MP-E haben.

Hoffe ich konnte etwas weiterhelfen.

Gruß
Edgar  -loparit-
« Letzte Änderung: 17 Oct 10, 01:27 von loparit »

Offline Sebastianit

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Re: Canon MP-E 65mm
« Antwort #7 am: 17 Oct 10, 08:40 »
Hallo Edgar,

ich danke Dir für den sehr ausführlichen Bericht. Ich möchte aber nochmal auf den Punkt mit der Schärfentiefe zurückkommen. Welchen Makroschlitten hast Du denn nun verwendet? Und konntest Du das Objektiv damit entsprechend genau und präzise nach vorne bewegen? Oder bist Du den umgekehrten Weg gegangen? Kamera fest montiert und stattdessen das Objekt mit Lichtquelle Bild für Bild minimalst bewegt.

Viele Grüße

Sebastian

Offline loparit

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Re: Canon MP-E 65mm
« Antwort #8 am: 17 Oct 10, 13:50 »
Hallo Sebasitian,

ich benutze den Castel-Q von Novoflex, allerdings nur für Makroaufnahmen bis max. 1:1. Bei den AUfnahmen mit dem Objektiv habe ich jedoch nur mit dem Castel-Q von Novoflex gearbeitet. Bei starken Vergrößerungen mehr 1:1 fotogarfiere ich normalerweise über ein Mikroskop oder ein Balgengerät mit Mikroobjektiven von Zeiss, Leitz, Olympus, und Canon. Da habe ich das zu fotografierende Objekt auf zwei kombinierten Mikroskoptischen. Den ersten benutze ich um das Objekt auszurichten, sprich damit fahre ich zum obersten Punkt für die Stackaufnahmen. Am Balgengerät kann ich ebenfalls mit dem Balgen an den obersten Punkt fahren. Den zweiten Tisch benutze ich dann um die Abstände der Einzelnen Aufnahmen für den Stack zu machen. Diesen Tisch kann man nur 2 mm auf- bzw. abfahren. Mit dem habe ich aber die Möglichkeit das Objekt jeweils 1/1000 mm zu bewegen. Ich könnte dementsprechend auf  1mm  1000 Aufnahmen machen. Was natürlich nicht notwendig ist, aber damit kann ich dann problemlos genauste Abstände einstellen.
Von der Verarbeitung und Qualität kann den Kastel-Q auch an einem Reprostativ befestigen und die Kamera nach oben oder unten bewegen. Der Kastel-Q arbeitet sehr präzise und ist hochwertig verarbeitet. Es gibt allerdings für die Verwendung am Reprostativ noch den Castel-L der mit einer Feinverstellung versehen ist. Den habe ich jedoch nicht und auch noch nicht gesehen bzw. testen können. Allerdings haben diese Makroschlitten einen stolzen Preis, welchen man aber nicht bereuen wird. Besser direkt einen Guten Makroschlitten kaufen als irgendwann später festzustellen dass man mit der billigen Version nicht vernünftig arbeiten kann.

Gruß
Edgar  -loparit- 

Offline Sebastianit

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Re: Canon MP-E 65mm
« Antwort #9 am: 23 Oct 10, 11:02 »
Hallo Edgar,

ok also wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann reicht die Präzision eines Castel Q oder besser eines Castel L aus, um mit dem MP-E 65 vernünftig arbeiten zu können.

Wie ist das mit den Mikroskoptischen? Bei dem einen, den du 2 mm bewegen kannst, da wird doch nur das Objekt bewegt und die Lichtquelle nicht mitgeführt. Kann man in diesem Bereich die Veränderung von Licht und Schatten ignorieren? Und baut man sich so einen Mikroskoptisch selber zusammen oder wie muss ich mir das vorstellen? Bei meinen Recherchen habe ich nur so einzelne Teile gesehen und irgendwie fehlte da noch eine Art Unterbau.

Und dann noch eine Frage zu den Mikroobjektiven: Was sind das genau für Objektive? Ich habe bei Canon nichts finden können.

Besten Dank und Gruß

Sebastian

 

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